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Investment 
Grösster europäischer Venture Fund wird in Zürich aufgelegt

Klaus Hommels
Klaus Hommels: Seine VC-Fonds sind bisher äusserst erfolgreich.Quelle: Lukas Lienhard

Der Zürcher Investor Klaus Hommels legt einen neuen Venture Fund auf. Mit 800 Millionen Euro wird er der grösste Europas.

Marc Kowalsky
Von Marc Kowalsky
am 21.12.2017

Grosse Ehre für die Schweizer Venture-Capital-Szene: In der jähhrlich erscheinenden Midas-Liste des Wirtschaftsmagazins «Forbes» stehen im europäischen Ranking gleich zwei Schweizer auf dem Podest. Als erfolgreichster europäischer VC wurde der Schweiz-Kanadier Nils Reimer mit seiner Index Ventures (Sitz in Genf und London) ausgezeichnet. Auf Platz drei kommt der vor der Einbürgerung stehende Deutsche Klaus Hommels mit seiner Lakestar in Zürich. «Anders als seine Kollegen unter den Top 5 hat es Hommels grösstenteils ganz alleine geschafft», lobt «Forbes».

Lakestar III – der grösste europäische Venture Fund

Die Ehrung für Hommels kommt zum richtigen Zeitpunkt. Denn wie BILANZ von Quellen ausserhalb des Unternehmens erfahren hat, setzt der Wahlschweizer momentan einen neuen Fonds auf, Lakestar III. Mit einem Volumen von 800 Millionen Euro (entspricht zirka 940 Millionen Franken bzw. US-Dollar) wird er der mit Abstand stand grösste europäische Venture Fund.

250 Millionen sollen über die nächsten drei bis vier Jahre in rund 20 Technologieunternehmen in der Early Stage investiert werden, weitere 550 Millionen in rund 15 Start-ups in der Wachstumsphase – 60 Prozent davon in Europa, der Rest in US- und asiatische Firmen, die nach Europa kommen. Hommels selber will sich dazu nicht äussern.

Fokus auf Europa

Gut informierten Quellen zufolge soll sich sein Augenmerk jedoch auf die üblichen Hotspots konzentrieren: Berlin, London, Stockholm und Paris. Aber auch für Schweizer Start-ups soll Lakestar ein Auge haben. Hommels’ Fokus auf Europa ist für ihn wohl auch Standortförderung. Bisher sind alle grossen Finanzierungsrunden für europäische Start-ups von US-Fonds angeführt worden. In der Vergangenheit hat sich Hommels immer wieder dafür ausgesprochen, dass die Gelder mehrheitlich aus Europa kommen, damit die Firmen hier bleiben und auch ihre Corporate Governance europäisch bleibt.

Das Geld sammelt Hommels weltweit ein. Auch ohne die Auszeichnung durch «Forbes» würde es an Interesse kaum mangeln. Denn seine bisherigen Funds waren äusserst erfolgreich: Der erste, Traya, hatte eine jährliche Rendite von 65 Prozent, Lakestar I wird den Einsatz vierfach zurückzahlen, und auch der 2015 geraiste Lakestar II ist bereits positiv.

Bekannte Namen an Bord

Ganz als Einzelkämpfer tritt Hommels jedoch nicht mehr auf. Inzwischen wird er von einem prominenten Adivsory Board unterstützt: An Bord sind Thomas Buberl, CEO des Axa-Konzerns, Thorsten Dirks, Ex-CEO von Telefónica Deutschland und heute im Aufsichtsrat der Lufthansa, David Rowan, Chefredaktor des englischen Technologiemagazins «Wired», sowie Christoph Keese, Ex-Chefredaktor von «Financial Times Deutschland» und «Welt am Sonntag», heute für die Digitalisierung des Verlags Axel Springer (Co- Herausgeber auch der BILANZ) zuständig. 

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Quelle: Bilanz