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Intersport: «Umsatz erstmals mehr als 11 Milliarden Euro»

Franz Julen (54): Der Walliser ist Chef von IIC – ­Intersport International, dem weltweit grössten Sportartikel­händler.

Intersport-International-Chef Franz Julen steigt in den hart umkämpften US-amerikanischen Markt ein. Für dieses Jahr rechnet er mit einem Umsatzplus von 5 Prozent.

Von Ueli Kneubühler
30.10.2012

BILANZ: Herr Julen, Sie kaufen mit The Athlete’s Foot einen ­Detailhändler im hart umkämpften US-Markt. Macht das Sinn?

Franz Julen: Wir investieren in einen Sportschuhspezialisten, der Intersport optimal ergänzt. Das ist ein Konzept mit Potenzial, auch wenn der amerikanische Markt sehr umkämpft ist. Zudem ist The Athlete’s Foot in 26 weiteren Ländern tätig, und wir können unsere Distribution von 41 auf 63 Länder erweitern.

Sie wollen die Anzahl Shops von derzeit 430 langfristig verdrei­fachen. Doch wohl nicht in den USA?

Doch, auch. Die Marke hat in den letzten Jahren etwas gelitten, ist in den USA aber sehr bekannt und hat Potenzial. Ausserdem ist The Athlete’s Foot auch in Südamerika präsent, wo wir ausbauen ­wollen. Etwa in neuen Märkten wie Argentinien und Brasilien, wo Olympia und Fussball-WM stattfinden, aber auch in Indien und Europa.

Wie bitte? In Europa? Damit konkurrenzieren Sie die eigenen ­Intersport-Shops.

The Athlete’s Foot ist bloss in Portugal stark, wo Intersport gar nicht präsent ist. Zudem besteht die Möglichkeit, dass Intersport als Franchisenehmer The-Athlete’s-Foot-Läden eröffnet. Intersport steht für grossflächige Multisportgeschäfte, The Athlete’s Foot für kleinflächige Spezialisten.

Wie hoch ist der Synergieeffekt?

Heute kauft jedes The-Athlete’s-Foot-Land einzeln ein, während Intersport seit vielen Jahren mit den grossen Brands internationale Sortimente und Marketingaktivitäten umsetzt und immer mehr neue exklusive Produkte anbietet, die es nur bei Intersport gibt. Hier können wir The Athlete’s Foot integrieren, was uns mehr ­Einkaufsvolumen bringt. Und auch unsere Eigenmarkenstrategie werden wir auf The Athlete’s Foot ausweiten.

Deutschland und Frankreich sind Ihre Hauptmärkte, doch die Konjunktur harzt. Wie läuft das aktuelle Geschäftsjahr?

Bis Ende September liegen wir global bei einem Umsatzplus von 5 Prozent. Südeuropa kommt nicht recht vom Fleck, in Frankreich und Deutschland läuft es aber sehr gut.

Der Oktober war wettermässig allerdings ein schlechter Monat.

Das stimmt. Aber November und Dezember 2011 waren auch sehr schlecht. Deshalb gehe ich davon aus, dass wir das Plus von 5 Prozent über das ganze Jahr halten können. Mit der Übernahme von The Athlete’s Foot werden wir einen Gruppenumsatz von erstmals mehr als 11 Milliarden Euro erzielen.

Franz Julen (54): Der Walliser ist Chef von IIC – ­Intersport International, dem weltweit grössten Sportartikel­händler. Sein ­Vertrag wurde im April dieses Jahres bis 2018 verlängert. Julen führt die Lizenz­geberin für die Marke Intersport seit zwölf Jahren.

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