Die Schwärmerei über den russischen Markt dürfte bei Ingvar Kamprad (83) erkaltet sein. Knapp 2000 Kilometer war der Ikea-Gründer einst in Etappen mit seiner Gemahlin Margaretha im alten Volvo durch die Steppe von Moskau nach Jekaterinburg gefahren, um Terrain für seine Verkaufshäuser abzustecken. Und dennoch hatte der alte Schwede bei den Eröffnungen von bisher zwölf Einrichtungshäusern wohl nicht alle kriminellen Energien in Russland richtig kalkuliert.

Seine Finanzbuchhalter jedenfalls entdeckten Millionenverluste aus mafiösen Machenschaften. «Wir sind kräftig betrogen worden», lautet das Verdikt, beziffert doch der Chef selbst den Verlust mit mehr als 200 Millionen Franken. Speziell im Vorfeld der Eröffnung des Marktes in der Industriestadt Samara an der Wolga war der Möbelriese unter die Räuber geraten. Konzernarchitekt Kamprad, der sich stets als Fan der prokapitalistischen Konterrevolution in Russland geoutet hatte, liess Baupläne für weitere russische Filialen auf Eis legen, signalisiert nun aber Friedensverhandlungen. ­«Beide Seiten haben Fehler gemacht», sagt er gegenüber BILANZ diplomatisch und berichtet über «konstruktive Diskussionen mit ­hohen Regierungs­vertretern».

Vermögen: 35–36 Milliarden Franken.

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