Ist Bayern München stark geschwächt nach dem Abgang von Präsident Uli Hoeness?
Ottmar Hitzfeld: Ich glaube schon, dass damit ein Eckpfeiler wegbricht. Uli Hoeness hat Visionen gehabt und diese auch umgesetzt. Er hat ein Gespür, einen Instinkt, das ist fast genial.

Hat man dieses Börsenhandeln in seinem Umfeld bemerkt?
Ich wusste, dass er immer seinen Pager dabei hatte. Er hat oft telefoniert und Gespräche immer wieder unterbrochen, ofensichtlich um seine Börsengeschäfte zu tätigen. Er schien fast pausenlos dran an seinen Börsentrades.

Wenn Uli Hoeness für Bayern so wichtig ist – ist er denn überhaupt ersetzbar?
Ich kann mir vorstellen, dass man ihn bei wichtigen Entscheidungen auch jetzt noch um seinen Rat fragen wird. Ich bin überzeugt, dass er zurückkehrt, wenn er seine Strafe verbüsst hat.

Waren einzelne Migranten in Ihrem Team nach dem Ja zur Masseneinwanderungs-Initiative beleidigt?
Davon habe ich nichts gespürt, die Jungen befassen sich nur kurz damit und wechseln dann zumnächstenhema.

Sinken dadurch die Chancen, Spieler mit ausländischen Wurzeln in die Schweiz zu locken?
Die grössere Gefahr ist wohl, dass der Kosovo in absehbarer Zeit als Land anerkannt wird und auch WM- sowie EM-Qualifikationen bestreiten darf. Da kann ich mir schon vorstellen, dass einige Spieler sich Gedanken machen werden, ob sie zum kosovarischen Team wechseln wollen.

Es droht also der Verlust von Xherdan Shaqiri?
Ich weiss nicht, ob er das machen würde, er hat sich diesbezüglich noch nicht klar ausgedrückt. Er hat gesagt: Wenn es dann mal so weit ist, werde ich die Situation neu beurteilen.

Wenn Sie so ins Team hineinhören – was sind die Erwartungen im Team für die WM in Brasilien?
Gerade die Jungen, die U-17-Weltmeister geworden sind, haben sich natürlich wieder den Titel zum Ziel gesetzt (lacht). Es ist ja gut, dass man junge Spieler hat, die total überzeugt sind, an sich glauben und selber schon diese Erfolgserlebnisse hatten.

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