Eine Fussball-Karriere kann bekanntlich abrupt und schmerzhaft enden. Das weiss Erfolgstrainer Ottmar Hitzfeld gut. Er sah Dutzende Spieler und auch Berufskollegen, die plötzlich aufhören mussten. Viele von ihnen waren völlig unvorbereitet - und fielen psychisch und oft auch finanziell in ein Loch.

Wie dem Ernstfall vorbeugen? Für die heutigen Profis sei es wichtig, schon früh zweigleisig zu fahren, um sich auf die Zeit nach der Karriere vorzubereiten, sagt Hitzfeld im Gespräch mit handelszeitung.ch. Mit einer kaufmännische Lehre, einer Informatik-Ausbildung oder indem sie eine fremde Sprache lernen. Denn Zeit dafür gebe es während der Zeit als Profi genug.

Als Trainer beriet er Spieler auch mal bei Investitionen

Hitzfeld gilt als Trainer, der viele Einzelgespräche mit seinen Spielern führte. Als eine Art Vaterfigur. Er habe immer wissen wollen, welcher Mensch hinter dem Profi stecke, sagt er. Da ging es auch um das Umfeld, die Berater – und selbst Geldanlagen. Dass ein Spieler ein Hotel kaufen wollte – riesiges Renditeobjekt. «Da habe ich schon auch Einfluss genommen, dass die Spieler nicht übers Ohr gehauen werden», sagt er.

Und wie verwaltet Hitzfeld seine eigenen Finanzen? Er hat einen Verwalter in der Schweiz und einen in Deutschland und entscheidet selbst mit, wo der Schwerpunkt der Anlagen liege. Ob etwa auf Aktien oder Immobilien. «Ich habe schon als junger Spieler Aktien gekauft. Früher war der Aktienanteil aber höher als heute.» Inzwischen geht es ihm vor allem um den Werterhalt: «Wenn man weiss, man kann davon leben, ist es wichtiger zu verwalten als zu riskieren.»

Nicht mit dem Geld von der Börse planen

Was also empfiehlt der Anleger Hitzfeld? Mit dem Alter sei er in Finanzfragen gelassener geworden. «Ich habe Aktienbooms erlebt – und zwei, drei Crashs.» Als junger Anleger denke man, es werde keinen Crash mehr geben. Mit dem Alter kenne man die Gefahren aber besser. Das heisst:  «Ruhe bewahren und vor allem nicht vom Geld abhängig sein, das an der Börse ist», rät Hitzfeld.

Und vor allem: Nicht mit dem Einkommen der Börse für das nächste Jahr einplanen. Und dann hat Hitzfeld noch einen Volksspruch parat: Sobald auch die Hausfrauen Aktien kaufen, sollte man aussteigen.

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