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Geldgespräch 
Haefliger: «Der Nachwuchs 
liegt mir am Herzen»


Michael Haefliger: Der Intendant des Lucerne Festivals im Geldgespräch.Nik Hunger

Wird Geld richtig eingesetzt, kann es 
in der Kunst viel bewirken, sagt 
Michael Haefliger. Wie der Intendant des Lucerne Festivals sein erstes Geld verdient hat und welche Rolle es für ihn spielt.

Von Maren Meyer
21.02.2017

Wie haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Michael Haefliger*: Mein erstes Geld habe ich mit 17 Jahren als Student an der Juilliard School in New York verdient. Ich habe als Aushilfe in einem lokalen Sinfonieorchester gespielt und dabei rund 150 Dollar verdient.

Wie haben Sie es ausgegeben?
Von dem Honorar habe ich mir, glaube ich, neue Saiten für meine Geige gekauft.

Was bedeutet Ihnen Geld?
Wenn man es richtig und fokussiert einsetzt, kann man mit Geld in der Kunst enorm viel bewirken – in der Unterstützung junger Künstler und bei sozialen Projekten.

Von welchen sozialen Projekten sprechen Sie?
Das bisher grösste Projekt war Ark Nova. Eine mobile Konzerthalle, mit der wir nach der Erdbebenkatastrophe und dem ­Tsunami 2011 durch Japan reisten. Wir haben für das Projekt ­zwischen zwei und drei Millionen Franken aufgebracht. Es sollte den ­Menschen in dieser Region Hoffnung geben.

Welche Rolle spielt Geld in Ihrem Beruf als Intendant?
Als führende Kulturinstitution, welche zu 95 Prozent eigenfinanziert ist, spielt beim Lucerne Festival der Erfolg im Kartenverkauf und bei der Sponsorenakquisition eine absolut bestimmende Rolle. Der Erfolg im Fundraising kann hierbei grossartige Projekte im Bereich der klas­sischen und der modernen ­Musik bewirken.

Was ist das Teuerste, was ­bisher durch Spenden ­ermöglicht werden konnte?
Darüber möchte ich lieber schweigen.

Verraten Sie, auf was sich das Publikum am Lucerne Festival dieses Jahr freuen darf?
Zum Thema Identität wollen wir die Ursprünge der Musik erforschen. Und wir nehmen das Flüchtlingsthema in einer Produktion der Oper «Idomeneo» von Mozart auf, in der wir mit Flüchtlingen arbeiten.

Wofür geben Sie als Intendant am liebsten Geld aus?
Am liebsten gebe ich Geld beruflich für die Unterstützung junger Künstler und zeitgenössicher Musik aus.

Und als Privatmann?
Als Privatmann gebe ich auch ab und zu mal gerne Geld für ein schönes Bild von einem noch unbekannten, jüngeren Künstler aus. Der künstlerische Nachwuchs liegt mir halt einfach sehr am Herzen – beruflich wie privat.

*Der Musiker 
Michael Haefliger (55) begann seine Karriere als Konzertgeiger. 1986 begründete er «Young Artists in Concert» in Davos mit und ist seit 1999 Intendant des Lucerne Festivals.

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