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Frau Louis-Dreyfus greift nach der Macht

Margarita Louis-Dreyfus und Philipp Hildebrand: Strategische Partnerschaft?   Keystone

Margarita Louis-Dreyfus baut ihren Einfluss auf die Agrar-Handelsholding ihres verstorbenen Mannes aus. Die Suche nach einem CEO für die Rohstoffsparte bleibt aber weiter erfolglos.

Von Dirk Ruschmann
10.04.2015

Sie macht ihrem Ruf als eiserne Business-Lady alle Ehre: Die Familienstiftung Akira, die Margarita Louis-Dreyfus dominiert, hat ihren Anteil an der Louis Dreyfus Holding schlagartig auf 80 Prozent aufgestockt und hält nun nach eigener Einschätzung eine «Supermehrheit».

Zuvor waren es nur 65 Prozent, also keine Zweidrittelmehrheit; in Akira hatte ihr 2009 verstorbener Gatte Robert Louis-Dreyfus seine damals 61 Prozent an der Holding eingebracht, die weiteren Anteilspakete blieben bei seinen beiden Schwestern und zwei Cousins. Von der Familie kaufte die 52-jährige Margarita Louis-Dreyfus die weiteren Anteile zu.

Börsengang möglich

Das Geld dafür aufzubringen, dürfte bei einem geschätzten Firmenwert von rund sieben Milliarden Dollar kein Problem gewesen sein: Von den Dividenden, 2013 rund 360 Millionen, 2014 sogar 600 Millionen, fliessen jeweils rund zwei Drittel an Akira. Louis-Dreyfus liess zudem verlauten, sie sei «offen» dafür, strategische Partner einsteigen zu lassen, um die restlichen Anteile der anderen Familienmitglieder zu übernehmen, alternativ sei auch ein Börsengang möglich.

Hier könnte Louis-Dreyfus’ Lebensgefährte Philipp Hildebrand ins Spiel kommen: Der Ex-Nationalbankpräsident ist heute Vice Chairman beim weltgrössten Vermögensverwalter BlackRock, der stark in Rohstoffe investiert ist. Und die mit Abstand wichtigste operative Tochter der Dreyfus-Holding, die Louis Dreyfus Commodities, ist einer der weltweit grössten Händler von Agrar-Rohstoffen.

Geschickte Machtfrau

Die in Russland als Margarita Bogdanova geborene Louis-Dreyfus brachte nach dem Tod ihres Gatten nur allmählich, aber umso geschickter die Macht im Konzern an sich. Allerdings sucht sie bereits seit etwa einem Jahr erfolglos einen CEO für die wichtige Rohstoffsparte.

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