Das Beratungsunternehmen EY hat einen neuen Länderchef: Stefan Rösch-Rütsche übernimmt per 1. Juli als Country Managing Partner die operative Leitung in der Schweiz. Vorausgegangen war dem ein mehrwöchiger, mit einigem Aufwand betriebener Findungsprozess, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

Der diplomierte Wirtschaftsprüfer und Ökonom löst Les Clifford ab, der das Geschäft seit Februar interimistisch geleitet hat. Er sprang für den vormaligen Länderchef Marcel Stalder ein. Dieser hatte Anfang Jahr angekündigt, dass er diese Rolle abgeben und sich künftig auf seine Rolle als Market Leader der Region Deutschland, Österreich und Schweiz konzentrieren möchte.

Vorwürfe der sexuellen Belästigung

Stalders Rücktritt folgte wenige Wochen auf die Freistellung eines anderen Kadermitglieds. Hintergrund waren Vorwürfe der sexuellen Belästigung respektive des Mobbings. Bei dem Fall, der ab Frühling 2016 begann, soll ein Schweizer Kadermitglied von EY eine deutlich jüngere Angestellte mündlich und per SMS belästigt haben.

In der Folge informierte sie die HR-Abteilung, worauf es zu einer internen Untersuchung kam. Mitte Dezember 2018 stellte EY den Kadermann wegen der Vorwürfe aus dem Jahr 2016 per sofort frei. Der Fall schlug vorab in den sozialen Medien hohe Wellen und sorgte auch in der EY-Partnerschaft in der Schweiz und im Headoffice in New York für Diskussionen. In diesem Zusammenhang schaffte es Stalder nicht, sich ganz aus der Verantwortung zu ziehen.

Mit Rösch-Rütsche übernimmt nun ein EY-Urgestein das Schweiz-Geschäft. Er begann seine Karriere bei EY im Jahr 1990 in der Wirtschaftsprüfung, bevor er 1998 in den Bereich Transaktionsberatung wechselte, wo er mehrere Jahre in verschiedenen Funktionen und zudem im Ausland tätig war, etwa in Melbourne und New York. Derzeit arbeitet Rösch-Rütsche als Managing Partner der Serviceline TAS in der Schweiz.

(ccr)

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