Als Alleingeschäftsführer der AFG Arbonia-Forster-Deutschland im niederbayrischen Ort Plattling zieht der Ostschweizer Edgar Oehler die Spendierhose an. Gegen fünf Millionen Franken stehen bereit, um der im Herbst 2003 zugekauften Küchenfabrik Miele einen frischen Marktauftritt zu verschaffen. «Wir heben eine neue Marke aus der Taufe», versprechen Oehlers Werbestrategen. Und plakatieren: «Miele – Die Küche wird jetzt Warendorf». In der gleichnamigen Stadt im deutschen Münsterland werden seit Jahrzehnten Komplettküchen montiert. Die Familienfirma Miele verkaufte diese Tochter, um sich auf das Kerngeschäft mit Haushaltgeräten zu konzentrieren. Das Warenzeichen Miele durfte AFG fünf Jahre nutzen. «Die Qualität und die Erfahrung aus 35 Jahren bleiben», verspricht der Übernehmer und kündigt an: «Neues Denken und neues Design kommen.»

Als Garant für gefällige Gestaltung heuerte Oehler den Designer Philippe Starck (61) an. Der Pariser verspricht für sein «erstes Küchenmöbel-Konzept» schon im Voraus: «Zuhause ist Liebe, Liebe ist Feuer, und Feuer ist der Mittelpunkt des Zuhauses.» Mit 31,4 Millionen Euro Umsatz besetzt die Küchensparte allerdings nur eine Nische innerhalb der deutschen AFG – der Bereich Heizung und Sanitär schraubte fast 350 Millionen Euro Verkaufserlöse zusammen.

Vermögen: 100–200 Millionen.

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