Uli Hoeness betrieb bei der Privatbank Reuschel in München ebenfalls Devisengeschäfte. «Es gab dort gute und es gab desaströse Tage», erinnert sich Zeuge Walter T., Finanzprüfer vom Steueramt Miesbach. Er war der letzte Betriebsprüfer, der die Jahre 2007 bis 2010 untersuchte – eine «Regelprüfung». Ihm fiel auf, dass sich die Vermögensstände bei der Münchner Bank sehr ähnlich entwickelten wie bei der Bank Vontobel.

Keine Zeit im Prozess

Im Prozess blieb keine Zeit, die Reuschel-Deals mit den Vontobel-Deals vertiefter zu vergleichen. Die Praxis solcher Doppelspiele ist aber unter altgedienten Offshore-Bankern bekannt. «Backuped Deals» nannten sie das in den Zeiten vor der Weissgeldstrategie.

«Backuped Deals»

Die Offshore-Bank setzt für ihren Kunden auf einen Kursgewinn, die Onshore-Privatbank am Heimatort des Kunden ist Gegenpartei und setzt bei der gleichen Währung auf einen Kursverlust. Gewinne bei der Offshore-Bank können steuerneutral offshore bleiben. Onshore anfallende Verluste bringen dem Kunden ebenfalls einen Vorteil, weil er die Verluste steuerlich geltend machen kann. Eine Win-win-Situation.

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