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Arm und reich 
Die Vermögensschere ist grösser als gedacht

ZUERICH, 16.12.2016 - Blick auf die Bahnhofstrasse mit Weihnachtsbeleuchtung. (KEYSTONE/Pascal Mora)
Luxus für alle? Nach Vermögen gerechnet, wird der Graben zwischen Arm und Reich immer tiefer.Quelle: KEYSTONE/Pascal Mora

Die Vermögensschere zwischen Arm und Reich ist in der Schweiz grösser als bisher gedacht, wie eine neue Studie zeigt.

Philipp Albrecht
Von Philipp Albrecht
28.12.2018

Wie definiert man ökonomische Ungleichheit? Die meisten Wirtschaftsforscher nehmen hier die Einkommen als Datengrundlage. Demnach ist die Ungleichheit in der Schweiz während der letzten Jahrzehnte kaum gewachsen. Doch eine Abschlussarbeit der Universität Zürich, die sich intensiver mit den Vermögen auseinandersetzte, zeigt ein anderes Bild: Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich weiter geöffnet.

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Vermögensungleichheit hat zugenommen

«Im Unterschied zur Einkommensungleichheit hat die Vermögensungleichheit in der Schweiz seit 1981 stetig und erheblich zugenommen», schreiben die Sozialwissenschaftlerin Elena Wilhelm und der Naturwissenschaftler Mischa Croci-Maspoli in ihrer Executive-MBA-Arbeit. «Starke ökonomische Ungleichheit kann demokratische Prinzipien gefährden und zu politischer, ökonomischer und sozialer Instabilität führen», heisst es weiter.

Ihre Studienergebnisse beruhen auf Daten der Eidgenössischen Steuerverwaltung sowie auf den Gini-, Palma- und Hoover-Indizes, drei statistischen Massen zur Ermittlung von Ungleichverteilungen. Eingeflossen sind zudem Studien zum Thema aus den letzten Jahren.

Umstrittenes Thema

Unter den Forschern ist das Thema heiss umstritten. 2017 veröffentlichte Avenir Suisse eine Studie mit dem Titel «Die eingebildete Ungleichheit». Darin hiess es: «Wenn sich in den letzten Jahren etwas verändert hat, dann könnte man von einem Trend zu einer Reduktion der Ungleichheit sprechen.»

Allerdings rechnet der Think Tank nur mit Einkommensdaten, was aus Sicht der Autoren nur die halbe Wahrheit ist. In ihrer Studie sparen sie nicht an Kritik: «Dem wichtigsten Schweizer Denknetzwerk sollten solche Unterlassungen und Unzulänglichkeiten nicht passieren.» 

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