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Daniel Sauter 
Der grosse Profiteur des Sika-Deals

Daniel Sauter
Lohnendes Geschäft: Der Sika-Verwaltungsrat Daniel Sauter strich durch die Einigung mehr als zwei Millionen Franken ein.Quelle: Bloomberg

Grosser Profiteur vom Sika-Deal ist der Mann, der hinter den Kulissen am stärksten für den Deal kämpfte: Julius-Bär-Präsident Daniel Sauter.

Dirk Schütz
Von Dirk Schütz
01.06.2018

Als die Familie Burkard im Dezember 2014 den Verkauf ihrer Sika-Mehrheitsbeteiligung an die französische Saint-Gobain bekannt gab, fühlte sich ein Verwaltungsrat besonders düpiert: Daniel Sauter, seit dem Jahr 2000 Mitglied des Kontrollgremiums. Der Kurs fiel um mehr als 15 Prozent – Sauter musste auf sein privates Sika-Paket fast zwei Millionen abschreiben. Doch das wollte sich der kämpferische Ex-Devisenhändler, einst CEO des Rohstoffhändlers Xstrata, nicht bieten lassen.

Der Julius-Bär-Präsident, der vom Sika-Übervater Romuald Burkard in den Verwaltungsrat geholt worden war und die Autorität von dessen Nachfolger Urs Burkard nie wirklich anerkannt hatte, galt seitdem als Kopf des Widerstands, auch wenn nach aussen hin vor allem VR-Präsident Paul Hälg den Aufstand orchestrierte. Dass ihn der Schreiner Burkard, der ihm einst als CEO von Xstrata die Möbel fertigte, auf eigenem Terrain schlägt, wollte er nicht auf sich sitzen lassen.

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Kursgewinn von 1,1 Millionen

Sauter schlug zurück – und ist der grosse Gewinner der Einigung vom 11. Mai. Letzten September nahm er hinter dem Rücken von Sika Kontakt auf mit Saint-Gobain, vor Weihnachten stiess er nochmals telefonisch beim Finanzchef Guillaume Texier nach. Das Ziel: Eine Einigung an der Familie vorbei. Der Durchbruch kam jedoch erst, als die Gerichtsfristen der Familie keine Wahl liessen.

Urs Burkard
Sika-Clan-Chef Urs Burkard.
Quelle: Grund Photo

Für niemanden lohnt sich der Deal so sehr wie für Sauter: Laut letzten Angaben hält er 2067 Sika-Aktien – Gesamtwert: 16,6 Millionen Franken. Präsident Hälgs Paket ist gerade 4,6 Millionen wert, bei SBB-Präsidentin Monika Ribar sind es 720 000 Franken. Zehn Prozent stieg der Kurs nach der Bekanntgabe des Streit-Endes und der Einführung der Einheitsaktie – für Sauter ein goldener Tag mit einem Kursgewinn von 1,1 Millionen.

Grandioses Geschäft für Sauter

Sein Sika-Investment wurde damit zu einem grandiosen Geschäft: Er soll den Grossteil der Aktien bereits zur Zeit seines Sika-Antritts um das Jahr 2000 herum zu einem Kurs von 600 bis 700 Franken gekauft haben. Zudem ist Sauter mit seinem langjährigen Weggefährten Michel Vukotic, Ex-Bär-Handelschef, über seine Beteiligungsfirma Trinsic am Vermögensverwalter Alpine Select beteiligt – und soll dort ein zusätzliches stattliches Sika-Paket halten.

Und weil der Sika-Verwaltungsrat als eine der ersten Amtshandlungen nach der Einigung auch gleich die von der Eignerfamilie gesperrten VR-Honorare deblockierte, fliesst Sauter aus den Jahren 2014 bis 2017 nochmals etwa eine Million Franken zu. Die Scharte vom Dezember 2014 hat er längst ausgewetzt.

Und es gibt noch einen weiteren angenehmen Nebeneffekt: Die Verantwortlichkeitsklagen der einstigen Eignerfamilie gegen den Verwaltungsrat sind vom Tisch.