Mitte September findet das Gerichtsverfahren in der Korruptionsaffäre um die BVK Personalvorsorge des Kantons ­Zürich seine Fortsetzung. Im Rampenlicht steht erneut der Hauptangeklagte, der einstige BVK-Anlagechef Daniel Gloor. Auch die Rolle des Financiers Rumen Hranov oder von Ex-Regierungsrat Christian Huber wird frisch beleuchtet. Kaum noch in Erscheinung treten dürfte dagegen Walter Meier. Obwohl der ­Architekt der Bereicherungsmaschine BT&T-Gruppe überhaupt erst die Grundlage dazu geschaffen hat, dass viele Pensionskassen Hunderte von Millionen Franken verloren haben und Beteiligte bestochen wurden.

Der Skandal hätte auch Jahre früher auffliegen können. Im Februar 2001 hat BILANZ in einem Artikel mit dem Titel «Hier kassiere ich» Meiers System und die Einbindung diverser Pensionskassen in die BT&T aufgezeigt. Inzwischen sind die von Walter Meier zugegebenen Zahlungen, die er nach eigenen Aussagen alle vor dem Jahr 2000 getätigt habe, ­verjährt. Schmiergeldzahlungen nach der Jahrtausendwende konnte ihm die Zürcher Staatsanwaltschaft – bislang – keine nachweisen.

Meier sass im Sommer 2010 für gut fünf Wochen in Untersuchungshaft. Nun fordert die Staatsanwaltschaft eine ­bedingte Freiheitsstrafe von achtzehn Monaten. Dabei hat Meier von allen ­Beteiligten am meisten abkassiert. Laut einem BILANZ vorliegenden Steuerausweis verfügte er 1999 über ein Nettoeinkommen von 2,2 Millionen und ein Vermögen von 157,8 Millionen Franken, die fast ausschliesslich von BT&T stammen. In den Folgejahren kamen wohl noch ­einige Dutzend Millionen dazu, bis die Gewinnmaschine implodierte.

Walter Meier ist der lachende Dritte in der BVK-Affäre. Die ausgemergelte BT&T Timelife hat er im Sommer flugs mit der Beteiligungsgesellschaft Alpha PetroVision fusioniert und sich als Präsident inthronisiert. Zwar geriet der Börsenstart der neuen Gesellschaft Anfang Juli zum Debakel; seit dem ersten Handelstag haben die Aktien über die Hälfte an Wert verloren. Doch das kratzt Meier nicht; im Jahr 2016 geht er schwerreich in Rente. 

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