Die Verwaltungsratshonorare der wichtigsten börsenkotierten Schweizer Unternehmen sind 2018 im Vergleich zum Vorjahr etwas zurückgegangen. Am höchsten sind die Vergütungen beim Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler.

Während die Saläre der Verwaltungsratspräsidenten 2018 leicht gestiegen sind, bekamen die übrigen Verwaltungsratsmitglieder im Vergleich zu 2017 etwas tiefere Honorare. Sie erhielten 2018 im Durchschnitt Honorare und Boni in Höhe von knapp 360'000 Franken. Das sind 1 Prozent weniger als im Vorjahr. Dies zeigt eine Datenanalyse der Nachrichtenagentur AWP, bei der jene 28 Unternehmen aus dem Swiss Leader Index (SLI) untersucht wurden, die ihren Geschäftsbericht für 2018 bereits veröffentlicht haben.

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Hohe Honorare für Schindler Verwaltungsrat

Am meisten gab Schindler für den Verwaltungsrat aus. Über 13,9 Millionen Franken erhielten die 13 Verwaltungsratsmitglieder 2018 zusammen, wobei Verwaltungsratspräsident Silvio Napoli mit knapp 3,7 Millionen Franken das höchste Honorar ausbezahlt bekam. Aber auch die restlichen zwölf Verwaltungsratsmitglieder des Lift- und Rolltreppenbauers konnten sich über eine Vergütung von durchschnittlich über 850'000 Franken freuen - das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr.

Die ausgewiesene Vergütung beinhaltet laut Schindler allerdings auch die Vergütung an exekutive Verwaltungsräte, die in einem Vollzeitpensum für das Unternehmen tätig sind. Diese erhalten zusätzlich zum Verwaltungsratshonorar eine fixe und eine variable Vergütung für ihre exekutive Funktion. Aufgrund eines Wechsels im Aufsichts- und Strategieausschuss während des Berichtjahres wurden 2018 fünf Verwaltungsratsmitglieder mit solchen Vergütungen für vollamtliche exekutive Funktionen ausgewiesen.

Neben Silvio Napoli gab es so bei Schindler noch drei weitere Verwaltungsräte, die 2018 ein Honorar von über einer Million Franken erhielten. Verwaltungsrat Karl Hofstetter, der auch als Präsident des Verbandes Swissholdings tätig ist, bekam dank einem Bonus von knapp 1,7 Millionen Franken insgesamt fast 2,9 Millionen Franken gutgeschrieben. Erich Ammann erhielt eine Gesamtvergütung von knapp 2,2 Millionen Franken und Michael Nilles etwas mehr als 1,9 Millionen Franken.

Langzeit-Boni für Verwaltungsräte der Partners Group

Nach Schindler gab unter den grössten börsenkotierten Schweizer Unternehmen die Partners Group am zweitmeisten für ihre Verwaltungsräte aus. Auch bei dem Vermögensverwalter gab es neben Präsident Steffen Meister, der 2018 knapp 1,9 Millionen Franken bekam, drei weitere Millionenhonorare im Verwaltungsrat. Marcel Erni, Alfred Gantner und Urs Wietlisbach erhielten dank längerfristig ausgelegten Boni Vergütungen von knapp 1,4 Millionen Franken. Im Schnitt wurden die Verwaltungsratsmitglieder ohne Präsident bei der Partners Group mit knapp 691'000 Franken entlöhnt, was sechs Prozent weniger ist als noch 2017.

Kaum bekannt, doch Milliarden wert

Gemessen am Börsenwert gehört Partners Group zu den 20 grössten Unternehmen in der Schweiz. Dennoch ist der Vermögensverwalter, der für seine Kunden in private Unternehmen investiert, diese aufmotzt und dann wieder verkauft, hierzulande kaum bekannt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Auf einem ähnlichen Niveau bewegten sich 2018 die Verwaltungsratshonorare bei den beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse - die Verwaltungsratspräsidenten immer nicht mitgerechnet. Bei der UBS erhielten die Verwaltungsräte im Schnitt etwas mehr als 645'000 Franken, bei der Credit Suisse rund 635'000 Franken. Damit bezahlten beide Banken ihren Verwaltungsräten weniger als im Jahr davor.

VR-Mitglieder verdienen mehr als 2012

Im langfristigen Vergleich sind die durchschnittlichen Honorare für Verwaltungsratsmitglieder gestiegen. Ein Langzeitvergleich der Unternehmen, welche seit 2012 im SLI vertreten sind, zeigt, dass die Verwaltungsratsmitglieder 2012 im Schnitt noch ein knapp sechs Prozent tieferes Honorar erhielten als 2018. 2015 waren es gar elf Prozent weniger, in den Jahren 2016 und 2017 stiegen die durchschnittliche aber wieder markant an.

(awp/ccr)