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Bankiers: Goldbarren im Tresor

Der Finanzplatz und damit das Bankgeschäft nach Schweizer Art leiden zunehmend unter der harten internationalen Konkurrenz. Dennoch bleibt der Bankier der typischste Vertreter schweizerischen Reichtums.

Veröffentlicht 24.11.2004

Fürst Hans-Adam von und zu Liechtenstein

FL
Bank, Beteiligungen,
Immobilien, Kunst
6–7 Milliarden

siehe Artikel zum Thema «Top ten»

Die Genfer Privatbankiers
Sie sind zwar nur noch ihrer vier, doch erreicht der potenzielle Marktwert der Genfer Privatbanken immer noch 7,6 Milliarden Franken. Wegen ihrer Eigenheiten führt BILANZ diese separat auf. So sind sie als Personengesellschaften organisiert – die Teilhaber haften unbeschränkt für allfällige Verluste ihrer Bank. Dies ist ein starkes Argument für auf Sicherheit bedachte Anleger. Obwohl diese Organisationsform Fusionen und Akquisitionen erschwert, blieben auch die Privatbanken nicht von der Konsolidierungswelle verschont. (Verwaltete Vermögenswerte per 30. Juni 2004.)


Pictet & Cie 3–4 Milliarden


Verwaltete Pictet 2003 noch Vermögenswerte von 115 Milliarden Franken, so waren es in diesem Jahr bereits 128 Milliarden. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, muss der Marktwert der Genfer Privatbank in der nächsten BILANZ-Ausgabe der 300 Reichsten um eine Milliarde Franken heraufgesetzt werden. Pictet hat in diesem Jahr ihre Auslandaktivität verstärkt und in Paris eine Filiale für die Vermögensverwaltung und den Verkauf von Anlagefonds eröffnet.


LODH & Cie 3–4 Milliarden


Lombard Odier Darier Hentsch (LODH) ist, was die verwalteten Vermögen betrifft, sehr stabil; diese werden unverändert mit 106 Milliarden Franken beziffert. Am 31. März 2004 ist der 46-jährige Christophe Hentsch dem Kollegium beigetreten. Nun steht wieder ein Name aus dieser Gründerfamilie auf der Liste der Teilhaber – dies ist nach dem Abgang von Bénédict Hentsch im Oktober 2001 nicht mehr der Fall gewesen (siehe Artikel zum Thema «Gespräch»).


Mirabaud & Cie 400–500 Millionen


2004 brachte Mirabaud ein starkes Wachstum: In den Kundendepots liegen 14 Milliarden Franken, 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch sonst war es ein abwechslungsreiches Jahr. Mirabaud hat eine Niederlassung in Paris eröffnet, ein Aktienpaket von 60 Prozent an der Bank Jenni in Basel übernommen und die Polarkreis-Expedition Arktos gesponsert. Das Institut wird sowieso vermehrt in der Öffentlichkeit wahrgenommen, nicht zuletzt dadurch, dass Pierre Mirabaud Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung ist.


Bordier & Cie 100–200 Millionen


Bei Bordier stagnierten die Kundenvermögen in diesem Jahr bei 6,5 Milliarden Franken. Dennoch fehlt der Bank wenig, um in die Vermögenskategorie von 200 bis 300 Millionen Franken aufzusteigen. Vielleicht gelingt dies 2005, sofern sich Finanzmärkte und Dollar erholen. So oder so streben die Mitinhaber und Bankmanager Gaétan und Grégoire Bordier, beide noch keine 45 Jahre alt, eher mehr Rentabilität als Wachstum an.

Familie Latsis

GE
Bank, Schifffahrt
5–6 Milliarden

Spiro Latsis pendelt zwischen London und Genf, wo sich der Sitz der Bank EFG befindet. Nachdem der Absolvent der London School of Economics die Führung in der Familienfirma übernommen hatte, begann er 1999 mit dem Aufbau des Bankgeschäfts. Heute ist die EFG Bank Group mit über 13 000 Mitarbeitern die wichtigste Aktivität der Familie. Die EFG Private Bank, in Genf, Zürich, London und Monaco aktiv, blickt auf ein ausgezeichnetes Jahr 2003 zurück: Der Gewinn stieg um 43 Prozent auf 33 Millionen Franken. Die verwalteten Vermögen wuchsen gar auf über das Doppelte auf 20 Milliarden Franken. Allerdings hat allein die Fusion mit der Banque Edouard Constant – diese wurde im Sommer des Vorjahres von der Familie Landolt übernommen – das Kundenportefeuille um 6,5 Milliarden Franken anschwellen lassen.

Familie Hinduja

GE
Banken, Mischkonzern
4–5 Milliarden

Vier Söhne des indischstämmigen Konzerngründers Parmanand D. Hinduja teilen sich das Imperium brüderlich. Srichand Hinduja zieht die Fäden im Konglomerat mit Mineralöl-, Chemie-, Telefon- und Fernsehfirmen von London aus sowie als VR-Präsident bei der Banque Amas (Suisse) in Genf, derweil Prakasch P. Hinduja an den Genfersee zügelte und das Schweizer Bürgerrecht erwarb. Der britische Nachrichtensender BBC zählt die Hindujas zu den «erfolgreichsten Einwanderern aus Asien in Europa».

Familie Edgar de Picciotto

GE
Banken
3–4 Milliarden

Die Union Bancaire Privée (UBP) erlebt eine der stärksten Wachstumsphasen ihrer Geschichte. Die Summe der verwalteten Vermögen ist in lediglich 18 Monaten um 11 auf 73 Milliarden Franken angestiegen. Das ist keine Überraschung für Firmengründer Edgar de Picciotto, denn er prognostizierte bereits nach der Übernahme der Discount Bank im Jahr 2002 ein rasantes Wachstum. Sein damals geäussertes Ziel: verwaltete Vermögen von 100 Milliarden. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, dürfte dies in drei Jahren der Fall sein. Vielleicht sogar noch eher, denn der UBP werden weitere Übernahmegelüste nachgesagt. Das Institut verfügt nach wie vor über ein Profil, das den Neid vieler Bankiers weckt, vor allem wegen seiner Kompetenz auf dem Gebiet der Alternativanlagen. Etwa ein Viertel der Vermögenswerte sind in Hedge-Funds mit hoher Performance angelegt. Sollten die de Picciottos dereinst beschliessen, ihr Kapital auch Kreisen ausserhalb ihres Familienumfeldes zugänglich zu machen, dürfte dies auch grosse Finanzgruppen anlocken.

Benjamin de Rothschild

GE
Bank, Wein
1,5–2 Milliarden

Der junge Baron hat sich durchgesetzt. Heute bemängelt niemand mehr die Art und Weise, wie Benjamin de Rothschild die von seinem Vater gegründete Unternehmensgruppe in der Schweiz verwaltet: Mit einer sichtlichen Distanz zum Tagesgeschäft, aber mit grossem Sachverstand in den Bereichen des Familienvermögens, sprich Finanzen und Wein. Die Genfer Bank verzeichnet bei den verwalteten Vermögen einen starken Zuwachs und zeichnet sich durch Stabilität aus. Privat liegt dem 40-Jährigen viel daran, die Güter der Familie so zu konsolidieren, dass sie sich dereinst einfach durch vier teilen lassen. Denn Benjamin de Rothschild hat vier Töchter, und er wünscht sich bei der Nachfolgeregelung, dass sie alle eine aktive Rolle im Unternehmen spielen werden.

Familie Al-Khereiji

GE
Bank, Telekommunikation, Beteiligungen
1–1,5 Milliarden

Der Name Mohammed Al-Khereiji steht vermehrt auf Gästelisten von Galaveranstaltungen. In Begleitung seiner Frau nahm er auch am Ball des Roten Kreuzes teil. Der Scheich ist da ein wichtiger Geldgeber und auch dessen Ehrenpräsident. Den Al-Khereijis scheint es in Genf zu gefallen: Mohammed hat für 18 Millionen Franken ein 10 000 Quadratmeter grosses Anwesen gekauft. Und dies, obwohl die Geschäfte der Synthesis Bank, zu deren Aktionären die saudi-arabische Familie gehört, nicht florieren. Nachdem sich die Strategie in der Vermögensverwaltung als untauglich erwiesen hatte, wurde das Institut neu strukturiert. Von Genf aus dirigiert die Familie auch ihre Firmengruppe, die in den Bereichen Telekommunikation, Bauwesen, Hotellerie und Finanzen aktiv ist.

Bruce Rappaport

GE
Banken
1–1,5 Milliarden

Im Gegensatz zur legendären Zurückhaltung ihres Vaters Bruce steht Noga Rappaport gerne im Rampenlicht. Die Sängerin bietet auch Firmen-Workshops zur «Dynamisierung und Effizienzsteigerung der Mitarbeiter» an. Ob die Genfer Bank of New York-Inter Maritime, in deren Verwaltungsrat sie sitzt, davon profitiert? Vater Bruce hat sich aus dem Präsidium zurückgezogen und damit die zirkulierenden Gerüchte, er wolle sein Mehrheitspaket verkaufen, neu entfacht.

Familie Vontobel

ZH
Banken
900–1000 Millionen

2002 hat sich Hans-Dieter Vontobel aus der gleichnamigen Bank zurückgezogen. Dieses Jahr hat er nun auch noch seine Mitgliedschaft bei der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers sistiert. Was ihm bleibt, sind seine Bankanteile: Im Familien-Aktienpool befinden sich rund 36 Millionen Aktien, was einer Kapitalbeteiligung von 25,5 Prozent entspricht. Im Juni 2004 hat das neue Management unter CEO Herbert Scheidt mit Raiffeisen einen Schulterschluss besiegelt: Vontobel übernimmt von der Raiffeisen bis 2006 das Wertschriftengeschäft. Dafür wird die Raiffeisen mit einen Anteil von 12,5 Prozent neue Grossaktionärin der Bank Vontobel. 5,5 Prozent der dafür nötigen Aktien stammen aus dem Familienpool, der Rest sind Treasury-Shares. Die Familie zieht sich Schritt für Schritt aus ihrer Bank zurück.

Familie Bär

ZH
Banken
600–700 Millionen

Unter dem Titel «Seid umschlungen, Millionen» veröffentlichte der Banquier Hans J. Bär (Bild) dieses Jahr seine Memoiren – BILANZ brachte exklusiv einen Vorabdruck – und sorgte mit einer kleinen Passage für grosse Aufregung: In wenigen Sätzen führte Bär aus, dass und warum er das Schweizer Bankgeheimnis für verhandelbar hält. Die Medien stürzten sich auf ihn. Sein Sohn und Chef der Bank, Raymond Bär, distanzierte sich in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» von den Ansichten seines Vaters und stellte sich stattdessen auf den Standpunkt der Bankiervereinigung.

Nach diesen Auftritten im Rampenlicht hat der Bär-Clan rasch zur Diskretion zurückgefunden, und es lassen sich keine Anzeichen ausmachen, dass die Schlagzeilen der Bank geschadet hätten. Im Gegenteil, das Geschäft entwickelt sich entlang den Erwartungen von Jahr zu Jahr besser: Die Konzentration auf die Kernkompetenzen, die letztes Jahr unter anderem dazu führte, dass die Bank Bär sich von ihren Brokerage-Aktivitäten getrennt hat, beginnt zu fruchten; die Kundenvermögen sind im ersten Halbjahr 2004 um 14 Prozent gestiegen. Im September hat die Bank Julius Bär zudem als erste internationale Privatbank die Lizenz erhalten, über die in Dubai beheimatete Tochtergesellschaft in der Region eine breite Produktepalette anzubieten. Von Dubai aus soll der gesamte Nahe Osten bearbeitet werden. Die 38 Mitglieder, die zur Familie gehören, besitzen rund 18 Prozent des Kapitals der Bank und sind dem Institut bis ins Jahr 2032 mittels eines Aktionärsbindungsvertrages verpflichtet.

Familien Sarasin

BS
Banken
600–700 Millionen

Der grösste Block im Vermögen des Sarasin-Clans ist deren Privatbank: Gebündelt in der Eichbaum Holding besitzen zwölf Teilhaber, zu denen auch Sarasin-CEO Peter Merian und Geschäftsleitungsmitglied Eric Sarasin gehören, 18 Prozent am Kapital und 52 Prozent der Stimmen. Die Privatbank, seit 1841 eine feine Adresse für die oberen zehntausend, hat dieses Jahr auf sich aufmerksam gemacht, weil sie nun aktiv um Kunden mit Vermögen von weniger als einer halben Million Franken wirbt. Für potenzielle Neukunden hat das Institut das Dienstleistungspaket «Personal Banking» – zwecks Unterscheidung zum traditionellen Private Banking – geschnürt. Während Externe diese Offensive als Abstieg ins Massengeschäft kritisieren, gilt sie im eigenen Haus als Schritt in die angekündigte Richtung: Mit internem Wachstum und Akquisitionen sollen die 53 Milliarden Franken an verwalteten Vermögen mittelfristig auf 100 Milliarden ausgebaut werden.

Familien Cornaro, Dell’Acqua

TI
Banken
500–600 Millionen

Nachdem die Gründerfamilien Cornaro und Dell’Acqua über ihre Finmec den von der Credit Suisse gehaltenen Anteil (27,3 Prozent) an der Cornèr Bank erstanden haben, ist die Luganeser Kreditkartenpionierin nun zu 99 Prozent in ihrem Besitz. Über den Preis der Transaktion wird geschwiegen; laut Gerüchten sollen 400 Millionen Franken die Hand gewechselt haben. Die auch im Private Banking und im Finanzierungsgeschäft tätige Bank gedeiht gut: Die Generaldirektoren Paolo Cornaro und Luigi Dell’Acqua konnten sich 2003 über einen zweistelligen Zuwachs bei den Eigenmitteln und über einen Gewinnschub freuen.

Beat Notz, Christian Stucki und Teilhaber

GE
Bank
400–500 Millionen

Als die Bank Santander ihren Anteil von 19 Prozent an der erst 1998 gegründeten Genfer Banque Notz & Stucki losschlagen wollte, trat als Käufer Ferrier Lullin auf, eine Tochter der UBS und älteste Privatbank Genfs. Als danach die UBS ein Kaufangebot für sämtliche ausstehenden Aktien unterbreitete, verkauften auch die Vermögensveralter Beat Notz und Christian Stucki ihre Anteile. Die Banque Notz & Stucki ist ein kleines Institut, beschäftigt rund 30 Personen und betreut weniger als zwei Milliarden Franken an Kundenvermögen. Nicht betroffen von der Transaktion ist die auf Hedge-Funds spezialisierte Gruppe Notz, Stucki & Cie, die zwölf Milliarden Franken verwaltet.

Familie Syz-Abegg

ZH
Banken, Filmgeschäft
300–400 Millionen

Raymonde Syz-Abegg, Sohn Hans G. Syz sowie Tochter Carole Schmied-Syz, Repräsentanten der traditionsreichen Zürcher Familie Syz-Abegg, sind die Besitzer der Zürcher Privatbank Maerki Baumann. Seit die deutsche Bank Delbrück sich Anfang 2002 zurückzog, gehören der Familie über 95 Prozent der Aktien. Als Präsident wirkt Hans G. Syz (47), der neben dieser Funktion auch sonst vielfältigen Aktivitäten nachgeht. Der ausgebildete Kameramann ist Besitzer der Turnus Film und produziert Industrie- und Spielfilme. Sein kulturelles Engagement zeigt Syz als Quästor der Zürcher Tonhalle. Eine wichtige Rolle bekleidet er zudem als Vorsitzender der Kuoni und Hugentobler Stiftung, die mit rund sieben Prozent des Kapitals einer der grössten Aktionäre des Züricher Reiseveranstalters Kuoni ist.

Thomas Matter

ZH
Private Banking
200–300 Millionen

Es liesse sich höhnen, die Börse biete zu wenig Glückspiel für die Familie Matter, darum sei sie nun bei der Escor Casinos und Entertainment eingestiegen. 5,25 Prozent hat die in Zug domizilierte Familiengesellschaft Matter Beteiligungen an der börsenkotierten Escor erworben, die mit dem Betrieb von Spielautomaten, Spielzentren und Casinos rund 50 Millionen Franken umsetzt. Nicht gerade wie beim Roulette, aber doch unwägbarer als auch schon entwickelten sich die Geschäfte der Swissfirst Bank, die Thomas Matter mit einem Anteil von 25 Prozent, davon 20 Prozent in Aktien und 5 Prozent in Optionen, dominiert. Das laufende Geschäftsjahr, in dem das Geldhaus sein zehnjähriges Bestehen feiert, bot wenig Anlass zu Festfreude. In den ersten sechs Monaten schmolzen die Gesamterträge um 5,6 Prozent auf 49 Millionen Franken, laut Swissfirst zurückzuführen auf «tiefe Marktvolumen» und «zurückhaltende Kundenaktivität».

«Rien ne va plus» jedoch ist nicht Matters Motto; er will weiter expandieren. Nach Zürich hat die Bank im vergangenen Frühling in Basel Fuss gefasst. Dabei ist man wenig zimperlich vorgegangen; Swissfirst hat bei der UBS gleich ein Team von sechs Spezialisten abgeworben. Im nächsten Jahr steht die Expansion in die Innerschweiz auf dem Programm, und zwar mit Niederlassungen in Zug und Luzern. In den Zuger Chefsessel übrigens wird ebenfalls ein UBS-Mann gesetzt.

Frank Peter und Familie Bodmer

ZH
Banken, Beteiligungen
200–300 Millionen

Während Banken ringsum ihr Heil in Grösse suchen, hält die mit 254 Jahren älteste Zürcher Privatbank Rahn & Bodmer am Rezept Überschaubarkeit fest. «Der Erfolg einer Firma hängt nicht in jedem Fall von dessen Grösse ab», lautet das Credo von Frank P. Bodmer, der auch mit 80 Jahren noch selbst Stammkunden betreut. Die Bank gilt als solider Vermögensverwalter und verlässlicher Arbeitgeber für 190 Mitarbeiter, darunter auch André M. und René H., die 42-jährigen Zwillingssöhne von Frank Bodmer.

Familien Guth, Dreyfus

BS
Banken
200–300 Millionen

Seit fast zweihundert Jahren betreiben die Besitzerfamilien still und diskret das noble Geschäft des Private Banking. Das Bankhaus Dreyfus beschränkt sich seit 1939 auf den Standort Basel, nachdem die J. Dreyfus & Co. in Frankfurt «arisiert» worden ist. Wichtigster Repräsentant der Familie ist Andreas Guth, der als Präsident der 1942 in eine Aktiengesellschaft umgewandelten Privatbank fungiert.

Familie Hottinger

ZH
Banken
200–300 Millionen

Bei der Bank Hottinger soll ein Generationswechsel anstehen, so wenigstens vermuten Branchenkenner.

Baron Henri (70), sein Bruder Paul (62) sowie Henris Söhne Rodolphe (48) und Frédéric (43) sind in sechster und siebter Generation voll haftende Gesellschafter des Geldhauses. Henri und Paul sollen im kommenden Jahr Platz für die Söhne der traditionsreichen Privatbankierfamilie machen. Geschäftsleiter Henri J. Stalder will diese Gerüchte «nicht kommentieren». Gleichzeitig soll auch in der obersten Geschäftsleitung die Stabübergabe erfolgen. Auch dazu will Stalder keine Stellung beziehen.

Hottinger betreibt heute mit rund 110 Angestellten, von denen etwa 40 in Zürich tätig sind, ein weltumspannendes Bankennetz mit Vertretungen in Genf, Paris, Luxemburg, Wien, London, Toronto, New York und auf den Bahamas.

René de Picciotto

GE
Bank, Hotellerie
200–300 Millionen

René de Picciotto ist und bleibt in erster Linie ein Bankier: Obwohl er 2003 zwei Drittel der Compagnie Bancaire Genève an die Société Générale verkauft hat, ist er in diesem Wirtschaftszweig immer noch sehr aktiv. Als Mehrheitsaktionär des Nobelhauses «Crown Plaza» in Genf ist René de Picciotto aber auch als Hotelier tätig. Sein 500-Zimmer-Palast – damit ist das «Crown Plaza» das grösste Hotel in der Schweiz – dürfte im vergangenen Jahr etwa 32 Millionen Franken umgesetzt haben. Nächstes Jahr sollen es gar 40 Millionen sein.

Charles-Henri Sabet

GE
Bank
200–300 Millionen

Die junge, von Charles-Henri Sabet mitgegründete Bank Synthesis scheut sich nicht davor, gegen den Strom zu schwimmen: Während die meisten Geldhäuser ihre Investitionsplattformen und das Online-Trading bereits wieder aufgegeben haben, lanciert das Genfer Institut einen elektronischen Marktplatz, wo Finanzprodukte wie Aktien, Futures und Edelmetalle in Echtzeit gehandelt sowie Devisen-, Spot- und Termingeschäfte abgewickelt werden können. Die Bank erwartet zudem die Zulassung der Eidgenössischen Bankenkommission für ihren Dachfonds auf den Index Forex.

Peter Marxer

FL
Bank, Treuhand, Advokatur
100–200 Millionen

Geschäftszahlen sind für Peter Marxer (71) Betriebsgeheimnis. Der Seniorchef der Rechtsanwaltskanzlei Marxer & Partner, der Treuhandfirma Confida und Inhaber diverser Liechtensteiner Anstalten lüftet nur bei seiner Centrum Bank – dort ist er Mehrheitsaktionär – den Schleier: Die verwalteten Vermögen werden auf 5,3 Milliarden Franken beziffert. Im ersten Halbjahr 2004 erwirtschaftete die Centrum Bank einen Gewinn von 8,9 Millionen, was einem Plus von 25 Prozent entspricht. Neu ist die enge Zusammenarbeit seiner Confida mit der BDO/Visura Treuhand in Zürich. Peter Marxer junior, Jurist wie sein Vater, steht als Nachfolger bereit.

Eric Syz

GE
Bank
100–200 Millionen

Eric Syz steht am Anfang einer grossen Erfolgsgeschichte: Die 1995 mit zwölf Mitarbeitern in Genf gegründete Bank Syz beschäftigt heute 180 Personen und verwaltet acht Milliarden Franken. Syz hatte einst in Diensten von Lombard Odier gestanden, bevor er, da er seine eigenen Ideen umsetzen wollte, mit seinen Teilhabern Alfredo Piacentini und Paolo Luban eine eigene Bank gründete. Diese stand von Beginn an auf drei Säulen: dem Private Banking, dem Fondsgeschäft und den alternativen Anlageformen, also Hedge-Funds. Diese drei Bereiche, die jeweils unterschiedlichen Zyklen unterworfen sind, ermöglichen dem Institut ein konstantes Wachstum. Die Bank Syz ist eine AG und hat es lange vor ihren Konkurrenten verstanden, gewisse Aktivitäten auszulagern. Der Zürcher Eric Syz ist vor 20 Jahren nach Genf gekommen. Nebst Familie und Beruf frönt er seiner grossen Leidenschaft: der zeitgenössischen Fotografie.

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