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Ausgetrickst 
Ikea: Der Steuersparer unter der Lupe

Ingvar Kamprad
In der Grauzone: Ingvar Kamprad.Quelle: Keystone

Europas Wettbewerbshüter schauen sich die Steuerkniffe des Möbelriesen Ikea genauer an. Gründer Ingvar Kamprad hatte seine Gründe für die Optimierung.

Philipp Albrecht
Von Philipp Albrecht
am 22.12.2017
Die EU räumt auf. «Alle Unternehmen, ob nun gross oder klein, multinational oder nicht, sollten ihren gerechten Steueranteil zahlen», erklärte EU-Kommissarin Margrethe Vestager Mitte Dezember. Das ist nicht mehr als konsequent, nachdem die Optimierungsmasche der Google-Mutter Alphabet sanktioniert worden ist.
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Im Sinne der Gleichbehandlung könnten nun auch Ikea-Gründer Ingvar Kamprad und seine Söhne Jonas, Peter und Mathias in Bedrängnis kommen. Vestager hat ein Auge auf deren in Holland domizilierte Inter Ikea Holding geworfen. Sie will die steuerliche Behandlung dieser Holding «sorgfältig prüfen». Den Kamprads droht eine Milliardenbusse. Ikea sagt, die kritisierte Praxis sei «im Einklang mit den EU-Vorschriften» erfolgt.

In der Grauzone

Der Vorwurf an die Kamprads ist nicht neu. BILANZ berichtete erstmals im Jahr 2000 darüber, wie zwischen den Stiftungen der Holdingblöcke Ikea Group, Inter Ikea und Ikano Group Milliarden hin und her geschoben werden. Letztes Jahr kam ein von den Grünen angestossener Bericht des Europäischen Parlaments zum Schluss, dass Ikea wohl unrechtmässig zwischen 2009 und 2014 Steuern in der Höhe von einer Milliarde Euro gespart habe.
 
Anders als bei börsenkotierten Konzernen, die gegenüber Aktionären zur Steueroptimierung schier verpflichtet sind, landete Kamprad wohl wegen seiner fanatischen Sparsamkeit in der Grauzone. Als BILANZ vor einigen Jahren auf vier Ikano-Fonds mit mehr als fünf Milliarden Franken stiess und Kamprad damit konfrontierte, erklärte dieser: «Das nenne ich immer unsere Reserven für die Zukunft.»
 
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Quelle: Bilanz