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Geldgespräch 
«Abzockerei kann überall lauern»

Stefan Meierhans
Der Preisüberwacher: Seit 2008 schaut Stefan Meierhans jenen auf die Finger, die im regulierten Markt Preise machen. Quelle: Marco Zanoni / Lunax

Preisüberwacher Stefan Meierhans wundert sich über unseren Hang, das Geld zum Fenster hinauszuwerfen.

Philipp Albrecht
Von Philipp Albrecht
20.07.2018

Wie haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Zu Hause mit Rasenmähen. Später dann in der Fabrik – sogar als Schichtarbeiter.

Was bedeutet Ihnen Geld?
Geld allein bedeutet nichts. Was Geld ausmacht, ist seine metaphysische Kraft, Dinge zu ermöglichen. Geld interessiert mich vor allem, wenn es dazu dienen kann, Vorhaben zu verwirklichen und Dinge zu realisieren.

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Mögen Sie Bargeld, oder zahlen Sie lieber mit Karte oder Handy?
Ich bin recht technologieaffin und nutze gerne moderne Methoden, um zu zahlen. Wenn sie einfach in der Handhabung und zuverlässig sind.

Investieren Sie Ihr Geld, oder geben Sie es gleich wieder aus?
Wegen meiner Tätigkeit investiere ich beispielsweise nicht in ­Aktien. Es würde mich als Preisüberwacher oder in meiner Tätigkeit für die Wettbewerbskommission einschränken. Deshalb habe ich vor allem in die Pensionskasse und ins Eigenheim investiert.

Ich ärgere mich vor allem über Gebühren, die zusätzlich zu den Steuern eingefordert werden.

Stefan Meierhans, Preisüberwacher

Wofür geben Sie am meisten aus?
Für Steuern.

Spenden Sie?
Klar – uns geht es ja supergut. Da teile ich gerne, zum Beispiel mit der Caritas oder einer ­Blindenschule. Und ich spende auch für meine Partei, die CVP.

Welche Rechnungen regen Sie am meisten auf?
Ich ärgere mich vor allem über Gebühren, die zusätzlich zu den Steuern eingefordert werden. Etwa solche für amtliche Dokumente. Und übermässige Zinsen oder Mahngebühren. Da kann man mich als Kunden ganz schön vergraulen!

Stefan Meierhans
Als Preisüberwacher pfeift Stefan Meierhans regelmässig Bundesbetriebe wie die SBB oder die Post zurück.
Quelle: Keystone

Wo werden die Schweizer am stärksten abgezockt?
Abzockerei kann überall lauern. Ich verstehe nicht, warum so wenige ihr Wechselrecht in der obligatorischen Krankenversicherung nutzen. Oft kann man mit einem Kassenwechsel viel Geld sparen. Eine grosse Abzocke sind auch die Generikapreise: Wir zahlen für Medikamente bis zu zehnmal mehr als etwa die Holländer. Das kann nicht begründet werden.

2009 waren Sie mit Ihrem Monatslohn von rund 16 000 Franken in der sechsthöchsten Lohnklasse des Bundes­personals. Und heute?
Die ist gleich geblieben. Das ist richtig so.