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Reichste Schweizer: Von Glasenberg bis Lemann

Noch nie waren die 300 Reichsten der Schweiz so reich wie heute. Doch die Bedingungen waren 2015 nicht gut. Von Ivan Glasenberg bis Jorge Lemann: Die vollständige Liste inklusiver aller Portraits.

Konjunkturelle Bremsspuren, sinkende Rohstoffpreise, Frankenschock - die Rahmenbe­dingungen für die Reichsten der Schweiz, um 2015 noch mehr Reichtum anzuhäufen, waren nicht allzu gut. Und doch waren die 300 Reichsten noch nie so reich wie heute: Zusammen besitzen sie 595 Milliarden Franken. Gegenüber 2014 entspricht dies einer Zunahme von einem Prozent, ­absolut immerhin rund sechs Milliarden.

Doch nicht wenige haben heftige Vermögenseinbrüche zu beklagen, 34 ­wurden gegenüber dem Vorjahr tiefer eingestuft. ­An­dererseits ­gewannen 54 Reichste noch Vermögen dazu, wie die vollständige Liste der 300 Reichsten zeigt, die ab heute online ist.

Am reichsten ist die Familie Kamprad, die auf einem Vermögen von 44,5 Milliarden Franken sitzt. Die Ikea-Verkaufsstätten liefern auch ohne Prüfblicke des Patriarchen Ingvar Kamprad exzellente Zahlen. Der Umsatz in den inzwischen 328 blau-gelben Möbelmärkten kletterte im Geschäftsjahr 2014/15 um satte elf Prozent auf 35 Milliarden Franken. Etwa drei Prozent davon liefern die neun Schweizer Filialen ab. Der jahrzehntelange Wahlwaadtländer und Ikea-Gründer zog es mittlerweile wieder zurück in die schwedische Heimat. In der Schweiz geblieben sind seine drei erwachsenen Söhne Peter, Jonas und Mathias Kamprad, die über das Schweizer Bürgerrecht verfügen.

Zum weltgrössten Bierkonzern aufgeschäumt

Fast ebenso reich ist Bierkönig Jorge Lemann. Die Karriere des Brasilien-Schweizers ist im Zickzack-Kurs verlaufen, deswegen aber kein Jota weniger eindrücklich: vom Top-Tennisspieler über den Investment Banker bis zum Fast-Food- und Bierkönig. Bekannt wurde der 76-Jährige vor allem als oberster Zapfer bei AB Inbev. Innert weniger Jahre hat er die Firma über voluminöse Akquisitionen zum weltgrössten Bierkonzern aufschäumen lassen. Sein grösster Coup: Jüngst schluckte er den zweitgrössten Brauer SABMiller für 100 Milliarden Franken.

Die Börse freut’s. Die Aktien von AB InBev sind innert Jahresfrist um über einen Viertel gestiegen und haben das Vermögen des Anteilseigners Lemann um mehrere Milliarden vermehrt. Lemann hat Übernahmen und Fusionen im Wert von weit über 200 Milliarden Dollar dirigiert. Sein privates Vermögen summiert sich inzwischen auf rund 28,5 Milliarden Franken - 3 Milliarden mehr als noch im Vorjahr. Der Brasilien-Schweizer, der viele seiner Geschäfte von seiner am See gelegenen Villa in Rapperswil-Jona einfädelt, ist damit der grösste Aufsteiger des Jahres.

Schlechtes Jahr für Vekselberg

Weniger gut lief es für Investor Viktor Vekselberg, der mit seiner Beteiligungsfirma Renova 2015 das 25. Jubiläum feiern konnte. Die Gründung geht zurück auf den Kauf verschiedener Aluminiumwerke in Russland, aus denen er den Sual-Konzern formte. Heute umfasst das Portfolio Firmen mit insgesamt mehr als 130'000 Angestellten. Doch seine Beteiligungen haben ihm im vergangenen Jahr keine Freude bereitet.

Ganz im Gegenteil: Der Wert von Vekselbergs Beteiligungen hat enorm gelitten. Bei seinen Paketen an OC Oerlikon (Beteiligung von 43 Prozent), Schmolz + Bickenbach (41 Prozent) und Züblin Immobilien (knapp 33 Prozent) beläuft sich das Minus auf mehrere hundert Millionen Franken. Die Folge: Sein Vermögen schrumpfte um 3 Milliarden auf 8,5 Milliarden Franken.

Der grösste Verlierer heisst Glasenberg

Noch schlechter verlief das Jahr allerdings für Ivan Glasenberg. Das Vermögen des Glencore-Chefs ist zusammen mit dem Aktienkurs des Unternehmens geschrumpft. Grund ist der Zerfall der für Glencore wichtigen Rohstoffe wie Kupfer, Zink, Rohöl oder Kohle.

So hat der Chefhändler des Baarer Rohstoffkonzerns Glencore innerhalb von zwölf Monaten 3,25 Milliarden Franken verloren. Der gebürtige Südafrikaner, inzwischen mit rotem Pass und Bürgerrecht von Rüschlikon ZH ausgestattet, musste über die vergangenen Jahre eine der rasantesten Vermögensvernichtungen in der Geschichte der 300 Reichsten über sich ergehen lassen. Konnte sich der zweitgrösste Glencore-Aktionär beim Börsengang 2011 noch über ein plötzlich entstandenes Vermögen von 8,2 Milliarden freuen, ist seine Beteiligung inzwischen nur noch ein Viertel von damals wert.

Die vollständige Liste der 300 Reichsten der Schweiz inklusiver aller Portraits finden Sie hier.

(ccr)

 

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