Gunter Sachs, BE

300–400 Millionen

Sein literarisches Talent hat der diplomierte Mathematiker, Hobby-Astrologe (Sternzeichen Skorpion) und gerühmte Fotograf Gunter Sachs bereits Dutzende Male bewiesen, zum Beispiel in Gastbeiträgen bedeutsamer Magazine. So zweifelt denn auch niemand daran, dass der 72-Jährige derzeit höchstpersönlich im Gstaader Chalet seine Memoiren zu Papier bringt und auf bei Prominenten sonst obligatorische Ghostwriter verzichtet. Dass der Alt-Playboy, Ex-Ehemann der französischen Filmdiva Brigitte Bardot und seit mehr als drei Jahrzehnten treue Gatte von Mirja lange ein tüchtiger Unternehmer war, geriet nach dem Verkauf der Familienfirma Fichtel & Sachs in Vergessenheit. In einem Gespräch mit der «Weltwoche» erinnerte Sachs einmal druckreif daran, was einen wahren Unternehmer ausmacht. «Ins Tagesgeschäft mischte ich mich kaum ein.» Denn: «Ich halte es auch für gefährlich, Manager zu spielen, nur weil man Inhaber einer Firma ist.» Sachs’ Weisheit sollte so manchen Firmenlenker der Neuzeit nachdenklich stimmen. Treffender lässt sich nicht mahnen: «Ein Zirkusdirektor sollte nicht am hohen Trapez brillieren, sondern sich darum kümmern, dass die Bilanz und das Fangnetz keine Löcher haben.»

Günter Kiss, TI

500–600 Millionen

Es ging stets hitzig zu, wenn in der Schweizer Sonnenstube oder in Deutschland Provinzpolitiker oder in staatlich kontrollierten Betrieben gegängelte Manager die Müllentsorgungstechnik des Wahltessiner Tüftlers Günter Kiss angeblich prüften – und als ungeeignet verwarfen. Doch untauglich scheint die so genannte Thermoselect-Technik nicht zu sein. Das thermische Müllentsorgungsverfahren, konzipiert in Kiss’ Denkfabrik in Locarno, wird in den kommenden Monaten gleich reihenweise eingesetzt, im fernen Japan. Der Lizenznehmer im Reich der aufgehenden Sonne, die JFE Engineering, hat nach erfolgreichen Probeläufen unter kritischer Aufsicht der Umweltbehörden in der Osterwoche die dritte Thermoselect-Anlage in Dauerbetrieb genommen. 555 Tonnen Restabfall, Industriemüll und -schlamm können in Kurashiki nun täglich verarbeitet werden. In den japanischen Städten Nagasaki, Tokushima und Yorii werden zurzeit drei weitere bereits fertig gestellte Thermoselect-Müllfabriken amtlich geprüft und wohl noch bis zur Jahresmitte ebenfalls in Betrieb gehen. Eine siebte Anlage wird in Izumi errichtet.

Theobald Müller, ZH

1–1,5 Milliarden

Kaum in Erlenbach am Zürichsee vor Anker gegangen, düst Deutschlands Milchkönig Theo Müller («Alles Müller oder was?») wieder, steuerrechtlich unbedenklich, an drei Werktagen pro Woche zurück in die schwäbische Heimat nach Aretsried. Und zwar als Krisenmanager. Im Jahr eins nach seiner Emigration entschwand zunächst die familienfremde vierköpfige Geschäftsführung angesäuert. Dann zeigte die Jahresbilanz 2004 ausgerechnet im profitablen Müller-Markengeschäft einen höherprozentigen Absatzrückgang. Zu allem Überfluss giftete die Umweltschutzorganisation Greenpeace auch noch, Müller zapfe Gen-Milch ab. Das Landgericht Köln untersagte Greenpeace zwar solche Botschaften, weil Müller «lediglich Milch verarbeitet, die von Kühen stammt, die auch gentechnisch verändertes Tierfutter erhalten haben». In manchem Kundenkopf bleibt das alarmierende Wort jedoch hängen.

Athina Onassis, VD

4–5 Milliarden

Bräutigam Ivaro de Miranda Neto, kurz Dodo, präsentiert der Welt jüngste Milliardärin stolz als Braut, die sich angeblich im kommenden Herbst traut. Noch vor ihrem 20. Geburtstag soll die Milliardenerbin Athina Onassis dem zwölf Jahre älteren Dressurreiter in dessen brasilianischer Heimat ewiges eheliches Zusammenleben versprechen – bis dass der Tod (oder doch ein weltlicher Richter) sie scheidet.

August (François) von Finck, SZ

5–6 Milliarden

Die Beredsamkeit hat August von Finck III. vermutlich (unhörbar) von Vater August II. (genannt Gustl) geerbt: Kommentiert wird nichts. Drum darf die neugierige Welt rätseln, weshalb der Junior eine Stiftung einerseits «Druk-Yul Foundation» taufte, in Zug registrieren liess und diese wohl wohltätige Organisation ausgerechnet im winzigen Himalaja-Königreich Bhutan wirken lassen will. Aus dem gebirgigen 2,1-Millionen-Seelen-Land zwischen Tibet und Indien kam unlängst allenfalls für kämpferische Nichtraucher frohe Kunde: Der Handel mit Tabak wurde nämlich kurz vor Weihnachten strikt untersagt. Ob bereits von Fincks Stiftungsemissäre den Herrschenden diese Nikotinabstinenz eingeflüstert haben, bleibt verborgen. Als Stiftungszweck nennt der Junior jedenfalls «neutrale Beratung für Bhutan und Institutionen der Regierung zum Wohle der Gesellschaft und der Umwelt in Bhutan». Die Namensfindung lässt sich auch ohne Hilfe durch den Stifter entschlüsseln: Die Urbevölkerung Bhutans wird «Drukpa» genannt, was so viel heisst wie «Bewohner von Druk Yul».

Edgar Oehler, SG

200–300 Millionen

Der Kugelblitz aus dem Rheintal scheint nicht zu bremsen zu sein: Edgar Oehler, Hauptaktionär, Verwaltungsrats-Präsident und Konzernchef der Arbonia-Forster-Gruppe (AFG), will spätestens Anfang des Jahres 2007 auch in Fernost produzieren. «Da führt kein Weg daran vorbei», sagt der rastlose 63-Jährige, der mit der AFG letztes Jahr erstmals bei 7,2 Prozent Betriebsgewinnmarge über eine Milliarde Franken umsetzte. Grösse bringt Einkaufsmacht. Weitere Akquisitionen sind für den Egomanen eine Frage von Preis und Gelegenheiten. So will er seine Fenster- und Türendivision durch einen europäischen Player stärken. Ein Objekt der oehlerschen Begierde ist die österreichische Internorm-Gruppe.

Karl Stadler, SG

400–500 Millionen

Karl Stadler hat mehrere Pfeile im Köcher. Das Stammgeschäft, der Befestigungskonzern SFS in Heerbrugg SG, war für den Mitbesitzer (39,4 Prozent Familienanteil) im letzten Jahr äusserst ertragreich: Erstmals wurde die Umsatzmilliarde übersprungen, der Reingewinn legte um 43 Prozent zu. Da müssen auch die Aktionäre nicht darben. Allein für die Familie Stadler sprudeln 6,4 Millionen an Dividenden. Vizepräsident Karl Stadler investiert in eigene Aktivitäten, etwa in seine Hightechfirma Icotec, die Anfang April an einer Messe in Paris einige Innovationen präsentierte. Besonders viel versprechend sind eine Schraubenfeder aus korrosionsresistenten Karbon- oder Glasfasern für die Luft- und Raumfahrt und ein von einer Partnerfirma entwickeltes neuartiges Bandscheibenimplantat.

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