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100 Milliarden Dollar zu viel: Buffett hat ein Luxusproblem

100 Milliarden Dollar zu viel: Buffetts Luxusproblem
Warren Buffett: Der Investor gibt sein Geld nur sehr zögerlich aus. Keystone

Warren Buffett verfügt aktuell über so viel Cash wie noch nie: Seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway hat Barmittel von fast 100 Milliarden Dollar. Freude hat er daran dennoch nicht.

Von Marc Bürgi
2017-08-09

Warren Buffett hat ein Luxusproblem – er verfügt aktuell über so viel Cash wie noch nie: Fast 100 Milliarden Dollar flüssige Mittel hat sein Unternehmen Berkshire Hathaway, wie die Firma am Freitag bekanntgab. In der Regel ist es für eine Beteiligungsgesellschaft kein Nachteil, grosse flüssige Mittel zu haben. Buffett hat dennoch keine Freude an der vollen Kasse. Wegen der tiefen Zinsen verdient Berkshire fast nichts am vielen Cash.

Doch der gewiefte Investor gibt sein Geld nur sehr zögerlich aus. Beispielsweise schreckt er vor Beteiligungen an Unternehmen zurück, deren Geschäftsmodell er nicht versteht. «Die Liste der Unternehmen, die er besitzen möchte, ist sehr kurz», sagte David Rolfe, ein Berkshire-Aktionär, der Agentur Bloomberg.

US-Unternehmen sind so teuer wie nie

Hinzu kommt, dass an den US-Börsen die Kurse derzeit immer höher steigen. Viele Unternehmen sind sehr teuer bewertet –  und das macht es für Investoren wie Buffett schwierig, sich günstig zu beteiligen.

Offenbar verliert der 86-Jährige aber nicht die Geduld. An der Aktionärsversammlung von Berkshire im April brachte er die hohen Barmittel zur Sprache: «Werden wir sie verwenden können?», sagte er vor den Anwesenden. «Ich würde sagen Ja, das lehrt uns die Erfahrung. Aber es wäre schöner, wenn das Telefon klingeln würde», sagte Buffett. Die Investorenlegende wartet bekanntlich darauf, dass Interessenten ihm von sich aus Investitionen vorschlagen.

Grossinvestition in Apple

Ganz untätig ist Berkshire in letzter Zeit dennoch nicht gewesen. Seit Anfang Jahr investiert die Beteiligungsgesellschaft im grossen Stil in Apple – zuvor hatte Buffett jahrelang kein Interesse am Techkonzern gehabt. Und letzten Monat kaufte Berskshire den grössten Texanischen Energieversorger für rund 9 Milliarden Dollar. Der Deal ist allerdings noch nicht in trockenen Tüchern.

Buffetts Dilemma wird dennoch nicht kleiner. Berkshire Hathaway schüttet weder Dividenden aus, noch kauft die Gesellschaft eigene Aktien zurück. Somit füllt sich die Kasse immer stärker, wenn die Beteiligungen Erfolg haben. Im zweiten Quartal hat Berkshire zwar weniger Gewinn erzielt. Berkshire ist allerdings in über 80 Unternehmen investiert – viele davon machen gute Geschäfte, und tragen dazu bei, Berkshires Barbestand weiter zu äufnen.

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