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Das Internetzeitalter erreicht die New York Fashion Week

Das Internetzeitalter erreicht die New York Fashion Week
Laufsteg: Bei der New York Fashion Week kann die Mode direkt gekauft werden. Keystone

Bei der New York Fashion Week sah die jahrzehntelange Tradition vor, Kollektionen Monate vor dem Verkaufststart zu präsentieren. Nun beginnt eine neue Ära - mit Designermode zum Sofortkauf.

Designer-Mode zum Sofortkauf: Nach diesem Prinzip eröffnet am Donnerstag die New York Fashion Week (NYFW). Die diesjährige Herbstausgabe der Modewoche bricht damit mit der Jahrzehnte alten Branchentradition, Kollektionen einige Monate vor dem Verkaufsstart zu präsentieren.

Stattdessen soll die neue Mode nun im Schaufenster und online verfügbar sein, kurz nachdem das letzte Model den Laufsteg verlassen hat. Denn die üblichen vier bis sechs Monate Wartezeit lassen im Internetzeitalter neue Kollektionen schon mal veraltet wirken, wenn sie endlich im Laden angekommen sind.

Sofortverkauf bei Burberry

Das britische Modelabel Burberry hatte im vergangenen Februar den Stein ins Rollen gebracht. Man wolle die Lücke zwischen dem Laufsteg und der Verfügbarkeit im Einzelhandel verkleinern, hiess es aus London. Ein paar Stunden später sagte Designer Tom Ford die Teilnahme an der Februar-Schau in der US-Metropole ab und erklärte, seine Herbstmode dort im September zu zeigen - und noch am Tag der NYFW zum Verkauf in Geschäften und im Internet anzubieten. «Wir leben mit einem Modekalender und -system aus einer anderen Ära», sagte Ford.

Nun beginnt also die neue Ära. Angeschlossen hat sich auch Tommy Hilfiger, der einen Vergnügungspark am historischen Hafenviertel South Street Seaport baut und dort am Freitag Models zwischen Riesenrad und Erfrischungsständen laufen lassen will. Gleichzeitig sollen die neuen Stücke auf der Webseite des Star-Designers zu sehen sein, damit Begeisterte sie schon wenige Minuten nach der Schau kaufen können.

Neue Schauplätze

Auch bei der Auswahl der Orte gibt es Neuerungen. Vor einem Jahr war die Veranstaltung vom Kulturzentrum Lincoln Center nahe dem Central Park in den Süden Manhattans gezogen. Grossmarkthallen, prominente Gebäude und verschiedene Industrie-Lofts in den Stadtteilen Brooklyn und Manhattan sind diesmal die Schauplätze.

Viel Prominenz wird aber auch dieses Jahr wieder erwartet - nicht nur im Publikum. Der Rapper Kanye West, der im Februar mit der gleichzeitigen Vorstellung seiner dritten «Yeezy»-Kollektion und seines Albums «The Life of Pablo» im Madison Square Garden allen die Show gestohlen hatte, ist erneut dabei.

Auch Victoria Beckham, Marc Jacobs, Alexander Wang, Proenza Schouler, Jason Wu und Philip Lim werden erwartet, ebenso wie die US-Klassiker Ralph Lauren, Michael Kors, Diane von Fürstenberg und Hilfiger - in Zusammenarbeit mit Supermodel Gigi Hadid.

Neue Designer sind noch nicht soweit

Ein paar grosse Namen fehlen allerdings. Die Labels Calvin Klein und Oscar de la Renta sind nach den Verpflichtungen neuer Chefdesigner noch nicht bereit, ihre neuen Kollektionen zu zeigen. Calvin Klein veranstaltet dafür zusammen mit der «Vogue»-Kreativdirektorin Grace Coddington eine Party zur Feier ihres neuen Parfüms.

Die New Yorker Fashion Week ist traditionell der Auftakt der weltweiten Modewochen, bei denen Schauen in London, Mailand und Paris folgen.

(sda/ccr)

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