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Schmuck 
All that Jazz

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Einmal im Jahr präsentiert Tiffany ihr Blue Book mit den spektakulärsten und schönsten Schmuckstücken. Bei der jüngsten Kollektion diente die Jazz-Ära als Inspiration, die den Siegeszug des American

Von Patricia Engelhorn
16.10.2013

Es war der Eröffnungsfilm der diesjährigen Filmfestspiele in Cannes, und es wird bestimmt einer der grossen Kinoerfolge dieses Jahres: «The Great Gatsby» – Baz Luhrmanns neue Interpretation des berühmten Romans von F.Scott Fitzgerald. Seit Mitte Mai ist die fünfte Verfilmung des Stoffs auch in der Schweiz zu sehen. Noch in bester Erinnerung ist die dritte Verfilmung vor rund 40 Jahren mit Robert Redford und Mia Farrow in den Hauptrollen. Nun schlüpfte Leonardo DiCaprio in die Figur des Jay Gatsby, eines Selfmade-Millionärs, der während der Prohibitionszeit grandiose Partys in seiner Mega-Villa auf Long Island feierte.


An der Premiere in Cannes sah man einen gut gelaunten DiCaprio, doch der eigentliche Star des Abends war Carey Mulligan, welche die glamouröse Daisy Buchanan spielt. Allerdings musste auch sie die Aufmerksamkeit teilen, galt diese doch sowohl der Schauspielerin selbst als auch ihren Film-Outfits. Schon die Oscargekrönten Gatsby-Kostüme von Theoni Aldredge für die 1974er Verfilmung übten grossen Einfluss auf die Modewelt aus, was sich mit Baz Luhrmanns Film wiederholt. Dieses Mal nun steckt keine Kostümbildnerin aus Hollywood dahinter, sondern ein Star der internationalen Modedesign-Szene: Miuccia Prada. Sie kreierte die fliessenden, knielangen Zwanziger-Jahre-Kleidchen mit Kristallen, Fransen und Pailletten. Und der Schmuck kommt von Tiffany.

«Diese Zusammenarbeit schien uns ganz natürlich. In unserem Archiv liegen spektakuläre Schmuckstücke aus den zwanziger Jahren, die als Basis für die Designs der Film-Juwelen dienten», erzählt John Loring, 30 Jahre Firmengründer Charles erster Designdirektor der Marke, nicht Tiffany-pfirsichfarbenen, 200000 Roaring Twenties ein, einer Ära der ungebremsten Freiheit, Freude und Lebenslust. Alle Blicke richteten sich damals auf New York, wo das Neueste in Sachen Stil entstand. Jazz, die junge amerikanische Musikform, lieferte den Soundtrack für die ausufernde Euphorie und symbolisierte den fröhlichen Optimismus der New Generation. Bloss keine falsche Bescheidenheit! Die fliessenden Corsage-Ketten und geschmeidigen, breiten Armbänder, die langen Ohrgehänge und die grossformatigen Ringe waren wie geschaffen Designdirektor und seit 2009 Tiffany-Botschafter in aller Welt. Scott Fitzgerald war Kunde bei Tiffany. Louis Comfort Tiffany, Sohn von Firmengründer Charles und erster Designdirektor der Marke, mischte sich gerne unter das Partyvolk von Long Island, das in dem Roman beschrieben wird. Was also würde die elegante, reiche und selbstverliebte Daisy Buchanan tragen, wenn nicht Tiffany-Schmuck? Unvergesslich ihr abendlicher
Auftritt in Gatsbys Haus: Zu einem pfi rsichfarbenen, über und über mit Strass und Glassteinen besetzten Kleid trägt sie extravagante Handgeschmeide aus Perlen, Platin und Diamanten sowie eine anmutige Tiara im Wert von 200 000 Dollar. Alles echt. «Dies ist wohl das erste Mal, dass an einem Filmset so hochpreisige Juwelen getragen werden», sagt John Loring.

Die Tiara, die Carey Mulligan in der «GreatGatsby»-Verfilmung trägt, wurde extra für den Film aus Platin, Diamanten und Perlen gefertigt.

Der Film bescherte nicht nur den Schauspielerinnen und Schauspielern das einmalige Erlebnis, extra für sie angefertigte und extrem wertvolle Schmuckstücke zu tragen, sondern führte auch zu einer besonderen Zwanziger-Jahre-Kollektion. Tiffanys neue Jazz-Age-Linie fängt den Geist der Roaring Twenties ein, einer Ära der ungebremsten Freiheit, Freude und Lebenslust. Alle Blicke richteten sich damals auf New York, wo das Neueste in Sachen Stil entstand. Jazz, die junge amerikanische Musikform, lieferte den Soundtrack für die  ausufernde Euphorie und symbolisierte den fröhlichen Optimismus der New Generation. Bloss keine falsche Bescheidenheit! Die  fliessenden Corsage-Ketten und geschmeidigen, breiten Armbänder, die langen Ohrgehänge und die grossformatigen Ringe waren wie  geschaffen für eine heimliche Speakeasy-Party oder eine elegante Soirée bei Kerzenschein mit Champagner und begleitet von Saxofon-Klängen.

Wer dieser Tage einen Blick in die Schaufester des 1837 gegründeten Juwelen-Imperiums wirft, fühlt sich sofort in jene Zeiten zurückversetzt. Hinter Glasscheiben, die wie stilisierte Art-déco-Gebäude wirken, hängen Unmengen von Miniaturlüstern, jeder von Hand aus rund 150000 Glasperlen angefertigt. Dazwischen liegen die Juwelen, wie zufällig fallen gelassen über Pyramiden altmodischer Champagnerschalen: Halsketten und Diamanttropfen-Ohrringe,welche die graziöse Silhouette der New Yorker Wolkenkratzer nachempfinden, Armreife mit funkelnden Diamanten in Rund- und Baguetteschliff, prächtige Blumen aus unterschiedlichgeschliffenen
Diamanten, die sofiligran miteinander verbunden sind, dass sie über dem Décolleté zu schweben scheinen.

Niemand kennt die Tiffany-Geschichte so gut wie er: 30 Jahre lang war John Loring Designdirektor.

Gefertigt werden die hochkarätigen Kunstwerke von rund 600 spezialisierten Tiffany-Handwerkern, 15 davon arbeiten in der siebten Etage des Stammhauses an New Yorks legendärer Fifth Avenue. Sie sind für Sonderanfertigungen, Einzelstücke und besonders komplizierte Designs zuständig, sie stellen die Top-Juwelendes Top-Juweliersher. Chris Chmarzewski ist einer von ihnen. Der Pole und studierte Ökonom arbeitet seit 26 Jahren im Unternehmen. Er gilt als Ringspezialist und sitzt manchmal monatelang an einem einzigen Schmuckstück. Auf seiner abgewetzten Holzarbeitsbank liegen kleine und grössere Diamanten in Pappschachteln, mal sind es zwei Karat, mal zehn, mal zwanzig. Oft genug hat sein Arbeitsmaterial den Gegenwert einer Villa amZürichsee. «Für die Jazz-Age-Kollektion
habenwir teilweiseDiamanten mit Saphiren, schwarzem Onyxoder Turmalinen kombiniert», sagt er, «doch unsere bekanntesten Stücke sind nur aus Diamanten, wobei gerne auch farbige darunter sein dürfen.» Diamanten prägen seit je das Renommée vonTiffany und ihrer Position als einem der besten Juweliere weltweit. 1878 kaufte Charles Tiffany für 18000 Dollar den grössten und reinsten gelben Diamanten aller Zeiten. Nach jahrelangen Studien schliff man den 287-karätigen Rohdiamanten auf 128 Karat herunter, um die ungewöhnlich hohe Anzahl von 90 Facettenzuerreichen und die makellose Schönheit und Brillanz hervorzuheben. Der «Tiffany-Diamant» ist heute in einer Vitrine imVerkaufsraum zu sehen. Er ist unverkäuflich, nur zwei Frauen haben ihn bislang getragen: eine gewisse Mrs. Sheldon Whitehouse anlässlich des Tiffany-Balls 1957 in Newport, Rhode Island, und Audrey Hepburn bei einem Werbe-Shooting für den Film «Frühstück bei Tiffany».

Im April dieses Jahres standen Gwyneth Paltrow, Sarah Jessica Parker und Kate Hudson mit kaum weniger prachtvollen Tiffany-Juwelen vor den Kameras der Fotografen. Sie zählten zu den rund 400 VIP-Gästen, die eine Einladung für den Blue Book Ball erhalten hatten. Es ist ein «Gala Evening of Jazz Age Glamour », den Tiffany anlässlich der Präsentation des neuesten Blue BooksamNewYorker RockefellerCenter veranstaltete. Erstmals 1845 gedruckt, präsentiert die jährlich erscheinende Broschüre
einen Überblick über Tiffanys neueste und spektakulärste Juwelen. Dieses Mal sind auch jene aus dem«GreatGatsby»-Film dabei. «Tiffany war zu Gatsbys Zeiten der grösste und beste Juwelier der Stadt. Er lieferte die Juwelen für die endlose Party», erklärt Tiffany-CEO Michael Kowalski. «Ich freue mich, sagen zu dürfen: Wir machen das immer noch.»

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