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Urbane Bienenvölker: Wie Lausanne die Biene rettet

Urbane Bienenvölker: Wie Lausanne die Biene rettet
Biene: Lausanne setzt sich aktiv für urbane Bienenvölker ein. Keystone

In Lausanne sind die Bienenzüchter auf dem Vormarsch. Ob auf Dächern, Friedhöfen oder in Parks - die Stadt zählt aktuell zwölf Bienenhäuser und bietet so den bedrohten Insekten manchen Vorteil.

Auf den Dächern und Terrassen von Lausanne hat die Stadt bereits mehrere Bienenstöcke platziert. Die urbanen Bienenvölker sollen zur biologischen Vielfalt beitragen. Auch Hobby-Imkern bietet sie inmitten der Stadt Raum an.

Pärke, Terrassen, Dächer oder Friedhöfe: Die Stadt Lausanne zählt aktuell zwölf Bienenhäuser an fünf verschiedenen Standorten. Sie sollen die Natur in der Innenstadt beleben, sagt Natacha Litzistorf, Vorsteherin der Direktion für Wohnungsbau, Umwelt und Architektur, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Bereits seit 2011 produziert die Stadt Lausanne ihren eigenen Honig. Eines dieser Bienenhäuser wird von Imker Sébastien Liardon betreut. Es liegt auf einer begrünten Terrasse unweit der Stadtbüros, eines mexikanischen Restaurants, einem Multiplex-Kino und einer belebten Strasse.

Weniger Giftstoffe in der Stadt

Laut Liardon fühlen sich die Bienen in der urbanen Umgebung wohl. Der Lärm etwa sei kein Problem. Zwischen den städtischen Bienenvölkern und denjenigen, die sich an ruhigeren Standorten befinden, können seiner Ansicht nach keine Unterschiede festgestellt werden.

Zudem sei auf den Grünflächen in der Stadt - im Gegensatz zu den Feldern auf dem Land - der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nicht erlaubt. Die Stadt handle viel mit Bio-Produkten. Das schütze die Bienen ebenfalls vor giftigen Chemikalien.

Bienen können nicht überall platziert werden

So konnten die in ihrer Existenz bedrohten Insekten jüngst wieder zulegen. Gleichzeitig bleiben sie ein gefürchtetes Insekt - vor allem wegen der Stiche. Trotzdem können Bienenhäuser fast überall platziert werden, wie der Bienen-Spezialist erklärt.

Vermieden werden müssen lediglich Zonen, in denen sich ein Kindergarten befindet, oder Plätze in der Nähe von elektromagnetischen Feldern, weil die Bienen dort das Steuerungssystem beeinträchtigen könnten.

Laut Litzistorf bleiben die Bienen in der Stadt ausserdem länger aktiv, weil die Temperaturen im Schnitt höher sind und die Blütezeit länger andauert.

Hobby-Bienenzüchter auf dem Vormarsch

Die Stadt Lausanne will urbane Bienenvölker weiter vorantreiben - weil das Interesse auch in der Bevölkerung zugenommen hat, wie die Industrie- und Handelskammer des Kanton Waadt mitteilt. So können seit einem Jahr fachkundige Hobby-Imker unter bestimmten Auflagen Bienenstöcke auf öffentlichen Plätzen betreiben.

Voraussetzung für Hobby-Imker ist das Bestehen eines Tests bei der städtischen Imkerei und der Bienenzucht-Gesellschaft Lausanne. Weiter müssen sie sicherstellen, dass keine Drittpersonen zu den Bienenstöcken Zugang erhalten und sie ihre Arbeit nach den Bestimmungen einer umweltfreundlichen Tierhaltung verrichten.

Das Projekt scheint in der Bevölkerung Anklang zu finden. Seither haben 15 Personen eine solche Vereinbarung mit der Stadt unterschrieben. Die Zeit werde aber zeigen, ob sich dieser Trend fortsetzt oder ob es sich um eine Modeerscheinung handle. Personen, die nicht genügend über die Imkerei informiert sind, würden die Verantwortung und die Arbeit, die auf sie zukomme, oft unterschätzen.

(sda/ccr)

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