1. Home
  2. Management
  3. Thomas Vellacott: «Mein Salär ist 
viel tiefer als früher»

Geldgespräch 
Thomas Vellacott: «Mein Salär ist 
viel tiefer als früher»

Imported Image
Thomas Vellacott: Der Banker, der zum WWF-Chef wurde.  Keystone

WWF-Schweiz-Chef Thomas Vellacott gibt viel Geld fürs Wohnen aus und empfiehlt Investitionen in saubere Energien. Was er mit seinen ersten Verdiensten machte und wo langfristiges Denken gefragt ist.

Von Philipp Albrecht
2017-09-26

Wie haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Thomas Vellacott*: Während meiner Mittelschulzeit arbeitete ich in den Ferien auf dem Bau und in einem Kleidergeschäft.

Was haben Sie damit gemacht?
Auslandaufenthalte in Europa, Afrika und Amerika finanziert.

Was bedeutet Ihnen Geld?
Ob privat, in einem Unternehmen oder einer Nonprofitorganisation: Geld ermöglicht Projekte. Mit meinen Entscheiden steure ich, welche Projekte realisiert werden und welche nicht, zum Beispiel indem ich meine Pensionskassengelder nachhaltig anlege und so erneuerbare Energien statt Kohlekraftwerke finanziere.

Investieren Sie Ihr Geld, oder geben Sie es gleich wieder aus?
Den Grossteil meiner Ersparnisse habe ich langfristig in nachhaltige Fonds investiert, der Rest liegt auf Umweltsparkonten.

Wofür geben Sie am meisten aus?
Fürs Wohnen. Ich lebe mit meiner Familie in der Stadt Zürich.

Spenden Sie?
Ja. Ich spende einen fixen Prozentsatz meines Einkommens zugunsten verschiedener Umweltschutzorganisationen, für humanitäre Projekte und den Schutz der Menschenrechte.

Wie viel verdienen Sie eigentlich als WWF-Schweiz-Chef?
180'000 Franken brutto. Mein Salär ist öffentlich. Es hat sich seit Stellenantritt nicht verändert und liegt deutlich tiefer als das, was ich als Projektleiter im Privatsektor verdiente.

Wie können Firmen ökologisch nachhaltiger werden, ohne dafür viel Geld in die Hand nehmen zu müssen?
Viele Massnahmen sind wirtschaftlich sinnvoll und tragen wesentlich zum Umweltschutz bei, zum Beispiel Investitionen in die Energieeffizienz. Man muss über den nächsten Quartalsabschluss hinausblicken, um Investitionen zu tätigen, die sich erst in ein paar Jahren auszahlen werden.

Dem WWF wird vorgeworfen, das ökologische Feigenblatt der Grosskonzerne zu sein. Wie halten Sie dagegen?
Wir arbeiten in unseren Projekten intensiv mit der Bevölkerung zusammen, aber auch mit Staaten und mit Unternehmen, was nicht allen passt. Wir setzen für unsere Kooperationen messbare Ziele und berichten regelmässig öffentlich über die Zielerreichung.

* Thomas Vellacott (46) führt seit 2012 die grösste Umweltschutz­organisation der Schweiz. Bevor 
er 2001 dem WWF beitrat, war er 
für Citibank und McKinsey tätig.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Oktober-Ausgabe (10/17) der «Bilanz».

Anzeige