Die Nummer zwei in der Schweizer Telekombranche ist Sunrise-Chef Olaf Swantee (53) schon jetzt. Doch kommt die ­geplante Übernahme des Kabelnetzanbieters UPC zustande, wird sich die Markt­position des börsenkotierten Carriers deutlich verbessern: 3,2 Milliarden Franken werden die Nummern zwei und drei der Branche zusammen umsetzen.

Industriell macht die Übernahme Sinn, denn die beiden Anbieter ergänzen sich: UPC ist im Fernseh­geschäft stark und im Internet, Sunrise im Mobilfunk. Dass der Deal trotzdem kein Selbstläufer ist, liegt am Kaufpreis: 6,3 Milliarden Franken soll UPC kosten, 2,7 davon in bar, der Rest durch Übernahme der UPC-Schulden.

Verwässerung der Anteile

Es ist ein sehr guter Preis, den CEO Mike Fries für den bisherigen Eigner Liberty Global ausgehandelt hat. Die Sunrise-Aktionäre sehen das natur­gemäss anders, sie müssen eine Kapitalerhöhung von stolzen 4,1 Milliarden Franken schlucken und damit einhergehend eine deutliche Verwässerung ihrer Anteile.

Kein Wunder, tauchte der Aktienkurs nach Bekanntgabe der Übernahmepläne um fast zehn Prozent. Kommt der Deal zustande, muss Swantee beweisen, dass die Synergien, Kosteneinsparungen und die neue Marktmacht den Preis wert sind.

Anzeige