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So skurril testen Firmen ihre Bewerber in Assessments

In Assessments werden die Kandidaten auf Herz und Nieren geprüft. Neben einer Selbstpräsentation stehen immer auch Interviews an – bei Google und Co. mit manchmal recht skurrilen Fragen.

Von Maren Meyer
28.04.2016

Die Jobbewerbung wurde verschickt und die Einladung zum Vorstellungsgespräch später voll Freude aus dem Briefkasten gefischt. Die erste Hürde ist genommen. Doch der richtige Stress steht erst noch an: In Assessments werden die Bewerber in jeglicher Hinsicht durchleuchtet. Der potentielle Arbeitgeber will so viel wissen, wie möglich und dass manchmal auf recht seltsame Art und Weise.

Die Interviewfragen gehen ab und an über das Erwartbare hinaus. Fragen wie «Erzählen Sie von einer Situation, in der Ihnen ein relevanter Fehler unterlaufen ist» oder «Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?» scheinen da noch harmlos.

Unzulässige Stressinterviews

Auf dem Jobportal Glassdoor können Bewerber – egal ob abgelehnt oder eingestellt – ihren Bewerbungsprozess schildern. Die anonymen Erfahrungsberichte geben Einblick in eine facettenreiche Assessmentwelt. So wird ein Bewerber für die Stelle als Senior Consultant bei PricewaterhouseCoopers gefragt, wie viele Briefkästen der Deutschen Post auf den Strassen Deutschlands stehen; ein anderer Bewerber bei Accenture soll beantworten wie viele Cappuccinos täglich in Manhattan verkauft werden.

Für Patrick Boss von Swiss Assessments sind solche Stressinterviews unzulässig: «Es wird eine Laborsituation geschaffen, die in dieser Art und Weise nicht auf den Berufsalltag übertragen werden kann.» Das führe dazu, dass auch die damit erhobenen Resultate nur bedingt Gültigkeit aufweisen, sagt er.

Überzeugende Persönlichkeit

Dass es aber neben der fachlichen Kompetenz auch um die Persönlichkeit eines Kandidaten geht, weiss Militärpsychologe Hubert Annen. Für die Schweizer Armee führt er Assessments durch, um Berufs-, Unter- oder Generalstabsoffiziere auf ihre Tauglichkeit zu prüfen und ihr Verhalten einzuschätzen.

«Fachwissen setzen wir in diesen Positionen voraus, es geht vor allem darum, dass der Bewerber als Persönlichkeit per se sowie im sozialen Verhalten überzeugt.» Dazu würden die Teilnehmer in Situationen versetzt, die sie so auch in einer Führungsposition anträfen.

Die skurrilsten Fragen von Google und Co. in Assessments sehen Sie in der Bildergalerie oben.

Wie Firmen heute ihre Stellenbewerber testen, warum die Arbeitgeber die ausgeklügelten Eignungstests nicht mehr missen wollen und wie man sich auf den heissen Stuhl vorbereitet, lesen Sie in der aktuellen «Bilanz», seit Freitag am Kiosk oder mit Abo jeweils bequem im Briefkasten.

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