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So beenden Sie den Sitzungsterror

Meeting Sitzung Besprechung Langeweile

Klassiker: Viele empfinden Meetings als sinnfrei und überflüssig.

Quelle: Getty Images/Cultura RF

Stundenlange Besprechungen kosten Geld und verschwenden Zeit. Nicht bei einer japanischen Firma: Hier muss man für Sitzungen zahlen.

Corinna Clara Röttker
Kommentar  
Von Corinna Clara Röttker
21.06.2019

Wer kennt es nicht: Die Arbeit stapelt sich auf dem Schreibtisch, doch statt die wirklich dringenden Aufgaben zu erledigen, ist man ein Gefangener seiner Meeting-Agenda, wonach eine Sitzung die nächste jagt. Viel Zeit für wirklich Dringendes bleibt da meistens nicht. Im Gegenteil: Ist der Tag durchgetaktet mit Besprechungen, plagt einem im Feierabend das Gefühl, nichts geschafft zu haben – und der Stapel auf dem Schreibtisch ist noch ein Stückchen grösser. Ein Teufelskreis.

Die Unternehmensberatung Bain & Company kam in einer Studie zum Schluss, dass Mitarbeiter in Unternehmen rund 15 Prozent ihrer Zeit in Sitzungen verbringen. Beim oberen Management werden sogar über 50 Prozent der Arbeitszeit in Meetings vertan.

Ein Meeting für 100 Dollar die Stunde

Der japanische Chiphersteller Disco hat da eine geradezu verrückte Idee, die den vielen Meeting-Leidgeplagten Abhilfe verspricht: Wie Bloomberg berichtet, muss jeder im Unternehmen, der einen Konferenzraum buchen will, dafür 100 Dollar zahlen – pro Stunde. Dies sei Teil eines neuen Programmes, wonach die Teams sich gegenseitig ihre Arbeit in Rechnung stellen.

Der Ansatz hat sich bisher bezahlt gemacht, wie Bloomberg weiter schreibt. «Die Leute haben wirklich weniger nutzlose Meetings», sagt einer der Mitarbeiter.

Zeitmanagement wird effizienter

Es ist eine geniale Idee. Denn ein Problem der stundelangen Meetings-Marathons: Sitzungen sind oft ineffizient. Während eine Person im Monolog über die Tagesordnung referiert, beschäftigen sich die übrigen Sitzungsteilnehmer mit Smartphone, Tablet und Co. Schnell vergehen so Stunden. Kurzum: Es wird zu viel Zeit für ein zu mageres Ergebnis investiert.

Dabei wäre es so einfach. Denn Studien zeigen, dass Unternehmen durch ein besseres Zeitmanagement rund 20 Prozent der Stunden, die in Meetings abgesessen werden, einsparen können. Was ihnen bislang nur fehlt, ist der Anreiz dazu. Wird per Stunde abgerechnet, beginnen und enden die Sitzungen aufmal nicht nur pünktlich, sondern es werden auch die grössten Schwafler plötzlich zu Schnellrednern mit Fokus auf das Wesentliche.

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