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Lohn 
Novartis-Chef bleibt Topverdiener

Trotz heftiger Kritik über die Abgangsentschädigung des ehemaligen Novartis-Chefs Daniel Vasella, zahlt der Pharmariese weiterhin horrende Löhne ans Top-Management.

Veröffentlicht 29.01.2014

Der Pharmakonzern Novartis hat seinem Top-Management für 2013 ähnlich grosse Gehälter ausgerichtet wie im Jahr davor. CEO Joseph Jimenez als höchstbezahlter Manager des Konzerns erhält wie im Vorjahr Vergütungen von 13,23 Millionen Franken. Im Betrag enthalten sind neben einem Fixgehalt von 2,06 Millionen Franken variable Vergütungen aus kurz- und langfristigen Anreizprogrammen.

Die zweithöchste Entschädigung wurde an Pharmachef David Epstein ausbezahlt, der insgesamt 9,27 Millionen Dollar erhielt, was rund 8,32 Millionen Franken entspricht. Drittbestbezahlter Novartis-Manager ist Mark C. Fishman, der dem Novartis-Institut für Biomedizinische Forschung vorsteht. Er erhielt 7,54 Millionen Dollar, was 6,77 Millionen Franken entspricht.

Daniel Vasella erhielt am meisten

Der gesamten aus elf Personen bestehenden Novartis-Geschäftsleitung wurden für das vergangene Jahr Entschädigungen in der Höhe von 67,7 Millionen Franken ausbezahlt. Dies geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht des Pharmakonzerns hervor. Von allen Verwaltungsratsmitgliedern erhielt der frühere Präsident Daniel Vasella nach wie vor die höchste Entschädigung. Für seine Tätigkeit als Verwaltungsratspräsident wurden ihm insgesamt 2,98 Millionen Franken ausbezahlt - obwohl er nur bis Ende Februar im Amt war. Jörg Reinhardt, der seit August im Amt ist, erhielt 1,90 Millionen Franken.

Nach seinem Rücktritt unterstützte Vasella den von Februar bis Juli amtierenden Verwaltungsratspräsidenten Ulrich Lehner sowie den ab August eingesetzten Reinhardt. Für diese Leistungen - zusammen mit gewissen anderen Zahlungen - erhielt Vasella zusätzlich insgesamt 5,1 Millionen Franken, wodurch seine Gesamtschädigung für das vergangene Jahr 8,08 Millionen Franken beträgt.

Die Abzocker-Initiative

Nach heftigen Medien-Reaktionen hatte Vasella im vergangenen Jahr auf ein Entschädigungspaket in der Höhe von 72 Millionen Franken verzichtet. Die Debatte um diesen Betrag dürfte der im März vom Volk angenommenen Abzocker-Initiative von Thomas Minder den Weg geebnet haben. Mit den Folgen der Annahme muss sich nun auch Novartis herumschlagen. «Die Minder-Initiative hat angesichts des grossen Zuspruchs in der Bevölkerung eine hohe Legitimation», sagte Felix Ehrat, Chefjurist bei Novartis, in einem am Mittwoch auf der Novartis-Webseite veröffentlichten Interview.

Novartis setze deshalb alles daran, die Initiative innerhalb der vom Gesetzgeber gesetzten Frist - das heisst bis 2015 - umzusetzen. «Es muss aber auch gesagt werden, dass die teilweise neuen Regelungen vor allem von angelsächsischen Investoren, die mit der Debatte in der Schweiz weniger vertraut sind, nicht oder nur schwer verstanden werden», sagte Ehrat. Novartis führe deshalb intensive Gespräche mit den wichtigsten Aktionären, um ihnen die neue Situation zu erklären und Lösungsvorschläge zu evaluieren.

Bis 2015 solle eine nachhaltige Lösung im besten Interesse des Unternehmens und seiner Anspruchsgruppen erarbeitet werden, sagte Ehrat. Die Umsetzung solle zudem gestaffelt erfolgen, sagte Ehrat am Mittwoch vor den Medien. Daher werden die Aktionäre bereits an der bevorstehenden Generalversammlung am 25. Februar konsultativ zu den Vergütungen des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung befragt. Daniel Vasellas Entschädigung werde allerdings nicht Bestandteil dieser konsultativen Abstimmung sein, sagte Ehrat.

(awp/ama/vst)

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