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Technologie 
Netzwerken nach dem Tinder-Prinzip

Ripple
Tinder-Prinzip: Mit einem Wisch nach rechts signalisiert der Benutzer bei Ripple Intresse an der Person.Quelle: zvg

Networking mit Wischgesten: Die App Ripple ist eine Art Tinder für berufliche Kontakte. Die Suchkriterien sind allerdings andere.

Corinna Clara Röttker
Von Corinna Clara Röttker
am 23.01.2018

Im Berufsleben ist Networking oft der erfolgsentscheidene Faktor, denn nicht selten helfen berufliche Kontakte bei der Karriere. Doch viele tun sich beim Netzwerken schwer. Genau da setzt nun die neue App Ripple an – eine Art Tinder fürs Networking.

Der Clou: Wie bei der Dating-App kann der Nutzer sich mit angezeigten Personen, die ähnliche berufliche Interessen verfolgen und gleiche Veranstaltungen besuchen, vernetzten. Ein Wisch nach rechts steht für Interesse, ein Wisch nach links und die Person verschwindet für immer im Internet-Nirvana, zurückholen nicht mehr möglich. Wischen beide nach rechts gibt es ein Match – und die Möglichkeit einander zu schreiben.

Die Ähnlichkeit zur Dating-App kommt nicht von ungefähr: Hinter Ripple steckt ein Team aus ehemaligen Tinder-Mitarbeitern – allen voran der frühere Tinder-Cheftechniker Ryan Ogle. «Professionelles Networking ist heute schrecklich», lässt sich Ogle in einer Medienmitteilung zitieren. «Das war unser Konsens, als wir anfingen, über unsere eigenen Erfahrungen mit dem Netzwerken von heute nachzudenken.»

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Ausgesucht nach Interessen

Der Ripple-Einstieg ist denkbar einfach: Weil die App automatisch Informationen aus anderen Netzwerken wie Twitter, Linkedin und Google übernehmen kann, ist das Ausfüllen des eigenen Profils relativ schnell erledigt. Danach wird der User gebeten, seine Interessen anzugeben.

Zur Wahl stehen neben Kunst und Design, auch Business, Gaming, Gesundheit und Medizin, Marketing, Verkauf sowie Technologie. Sobald die Interessen ausgewählt wurden, kann das Wischen auch schon beginnen.

Fokus auf Informationen

Angezeigt werden Personen mit ähnlichen Intressen oder gleichen Veranstaltungen. Der Fokus liegt dabei weniger auf den Fotos – wie bei der Dating-App – sondern vor allem auf den Informationen. Der berufliche Werdegang, Fähigkeiten, Ausbildung, gemeinsame Kontakte oder Events zeigen sich direkt auf den ersten Blick. Die Nutzer sehen auch Informationen aus anderen Medien und Nachrichtenquellen, die im beruflichen Kontext relevant sind.

Ausserdem ermöglicht die App, potentielle Verbindungen in der Nähe zu finden, Events zu erstellen und Gruppen zu bilden, denen andere Benutzer beitreten können. Ein weiteres Feature ist der Face-Scan: Anhand eines Fotos erkennt dieser Personen und sucht sie auf Ripple.

Ripple
Face-Scan: Personen können anhand von Fotos auf Ripple gesucht und gefunden werden.
Quelle: ZVG

Psychologische Prinzipien von Tinder

Mit seinen Eigenschaften will sich Ripple die psychologischen Prinzipien von Tinder zu Nutze machen. «Die Leute haben missverstanden, warum Tinder erfolgreich war», sagt Ryan Ogle. «Sicher, das Wischen war interessant, angenehm und lustig. Aber die Gründe, warum Tinder Erfolg hatte, waren viel tiefer. Wir haben viel über die Psychologie des Netzwerkens und die damit verbundenen Probleme nachgedacht.»

Ob die App tatsächlich zum erfolgreichen Networking führen wird, darf dennoch bezweifelt werden. Denn trotz aller Psychologie ist die grösste Hürde zunächst, die Leute dazu zu bekommen, Ripple zu benutzen.

Tinder-App auf dem Smartphone: Ein Match ist ein Anfang.
Tinder: Wenn beide Personen nach rechts wissen entscheht ein Match - und die Möglichkeit sich zu schreiben.
Quelle: Keystone