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IWF-Chefposten: Carstens holt auf

Kandidat für den IWF-Chefposten: Der Mexikaner Augustìn Carstens (Bild: Keystone)

Der mexikanische Notenbankchef Augustìn Carstens macht im Rennen um den IWF-Chefsessel Boden gut. Er wird nun von Kanada, Australien, Chile und Peru unterstützt.

Veröffentlicht 25.06.2011

Favoritin für die Spitze des Internationalen Währungsfonds IWF bleibt nach wie vor die französische Finanzministerin Christine Lagarde. Allerdings holt ihr Konkurrent Carstens nun auf.

Die Regierungen Kanadas und Australiens bezeichneten Carstens in einer gemeinsamen Erklärung als besonders geeignet, um die Herausforderungen für die Weltwirtschaft anzugehen. Sie verwiesen auf die Laufbahn des Kandidaten, der bereits für den IWF tätig war und auch als Finanzminister Mexikos amtierte.

Der chilenische Finanzminister Felipe Larrain sagte, beide Anwärter hätten die erforderlichen Qualifikationen, um den Fonds zu führen. Der Entscheid seiner Regierung sei letztlich aber für Carstens gefallen. Als erstes grosses lateinamerikanisches Land hat sich Kolumbien für den mexikanischen Notenbank-Chef starkgemacht.

Nach Angaben der kolumbischen Regierung unterstützt eine Reihe weiterer Länder der Region die Kandidatur von Carstens. Lagarde werden dennoch deutlich bessere Chancen eingeräumt. Allein Europa, das in der Schuldenkrise unbedingt die eigene Kandidatin durchsetzen will, macht ein Drittel der IWF-Stimmrechte aus.

Ungeschriebenes Gesetz

Zünglein an der Waage sind die USA mit einem Stimmengewicht von 17 Prozent. Washington hat sich bislang zwar noch nicht offiziell auf Lagarde festgelegt, die Französin unlängst aber als „ausserordentlich begabte" Anwärterin für den IWF-Chefposten bezeichnet.

Einem ungeschriebenen Gesetz zufolge wird die IWF-Spitze traditionell mit einem Europäer besetzt, während die Schwesterorganisation Weltbank von einem Amerikaner geführt wird. Diesen Automatismus stellen Schwellenländer wegen ihres gewachsenen Gewichts in der Weltwirtschaft allerdings immer stärker infrage.

Entscheid bis Donnerstag

Das IWF-Direktorium will bis Donnerstag über den künftigen Chef entscheiden. Er ersetzt Dominique Strauss-Kahn, der sein Amt wegen eines Strafverfahrens niedergelegt hat. Dem Franzosen wird vorgeworfen, in einem New Yorker Hotel eine Hotelangestellte sexuell genötigt zu haben. Er hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

(cms/sda)

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