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Schilling-Report 
Frauen erobern die Chefetage – sehr, sehr langsam

Themenbild Blog Der ganz normale Wahnsinn Frauenquote

Gender Diversity: Schweizer Unternehmen haben grossen Nachholbedarf.

Quelle: Getty Images

Der Frauenanteil in den Top-Kadern der Schweiz ist leicht gestiegen. Andere Länder schneiden deutlich besser ab.

Melanie Loos
Von Melanie Loos
07.03.2019

Erstmals übersteigt der Frauenanteil in Verwaltungsräten der grössten Schweizer Arbeitgeber 20 Prozent. Das sei zwar erfreulich, aber reiche noch lange nicht aus, wenn in drei Jahren 30 Prozent erreicht werden soll, heisst im neusten Schilling-Report.

Nach dem Abwärtstrend der vergangenen Jahre tut sich auch etwas in des Geschäftsleitungen: 9 Prozent Frauen arbeiten dort. In SMI-Unternehmen sind es 10 Prozent, die auch bei den Verwaltungsrätinnen mit 24 Prozent besser abschneiden als der Durchschnitt der Schweizer Firmen.

Interne Beförderung

Laut der Untersuchung werden 68 Prozent der Vakanzen in den Unternehmen intern besetzt - davon 64 Prozent mit Frauen. So lässt dieser hohe Anteil an Frauen, die intern gefördert werden, auch zu hoffen übrig. Immerhin setzen sich mittlerweile einige Konzerne das Ziel, Frauen in Führungspositionen zu fördern.

So hat etwa Nestlé jüngst einen Plan verabschiedet, den Frauenanteil bis 2022 in den 200 wichtigsten Führungspositionen auf 30 Prozent zu erhöhen. Dazu fördert der Lebensmittelriese etwa bezahlten Elternurlaub und flexible Arbeitszeiten sowie spezielle Mentoring-Programme.

Bisher gibt es in der Schweiz nur ein Unternehmen, bei dem der Frauenanteil in den Chefetagen mehr als 25 Prozent ausmacht: Zurich hat drei Frauen im Top-Management. Ansonsten haben nur Roche, Novartis und UBS je zwei Konzernleitungs-Managerinnen. Alle anderen haben nur eine oder gar keine Top-Kaderfrau.

Firmenchefs gefordert

Dem aktuellen Report zufolge beschäftigen 88 Prozent der Unternehmen mindestens eine Verwaltungsrätin. Noch nie wurden so viele vakante VR-Sitze mit Frauen besetzt. Doch im aktuellen Tempo könne die magische Marke von 30 Prozent nicht geknackt werden, sagt Headhunter Guido Schilling, der jährlich den Frauenanteil an der Spitze von Schweizer Unternehmen untersucht. Um dieses Ziel ohne gesetzliche Regelung zu erreichen, seien die höchsten Lenker in den Firmen gefordert.

Mit einem Anteil von jeweils 45 Prozent und 40 Prozent ist der Anteil von Ausländern in den hiesigen Geschäftsleitungen und Verwaltungsräten sehr hoch. Dass die Schweiz zur Besetzung der Top-Jobs weiterhin auf Zuwanderung aus dem Ausland angewiesen ist, bereitet Schilling Sorge.

Besser als in der Privatwirtschaft haben es Frauen im öffentlichen Sektor: Dort wurden im vergangenen Jahr 38 Prozent der vakanten Spitzenpositionen mit Frauen besetzt. Der Schlüssel zu einem ausgewogenen Geschlechterverhältnis sei die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und das habe die öffentliche Verwaltung schon lange erkannt.

International abgeschlagen

Andere Länder schneiden besser ab: Den Frauenanteil in Unternehmensleitungen auf 30 Prozent gehoben, haben laut einer Studie der Allbright-Stiftung 23 der britischen Unternehmen; in den USA sind es 30 Prozent und in Schweden sogar 34,5 Prozent.

Einen Beitrag dazu leistet etwa eine gesetzliche Frauenquote: Deutschland führte 2016 eine 30-Prozent-Quote für Aufsichtsräte ein. In den Dax-Unternehmen stieg der Frauenanteil 2018 auf 33 Prozent – deutlich mehr als die 24 Prozent in SMI-Unternehmen.

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