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Fed-Rhetorik: Kleine Worte, grosse Wirkung

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Neuer Fed-Chef: Donald Trump (l.) hat Jerome Powell nominiert. Drew Angerer/Staff/Getty Images

Donald Trump setzt Jerome Powell an die Spitze der US-Notenbank. Als neuer Fed-Chef braucht dieser vor allem eine behutsame Rhetorik. Das zeigen Beispiele aus der Vergangenheit.

Wer die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) anführt, gilt als die Persönlichkeit mit dem grössten Einfluss auf die Weltwirtschaft. Schon wenige Worte können die Märkte durcheinander wirbeln. Eine behutsame Rhetorik ist daher gefragt - in der Vergangenheit gelang das nicht immer.

Den wohl bekanntesten Effekt löste Alan Greenspan im Jahr 1996 aus: Der damalige Fed-Chef hatte Anleger vor zu grossen Börsenspekulationen gewarnt und von «irrational exuberance», also einem «irrationalen Überschwang» gesprochen. Daraufhin gaben die Finanzmärkte stark nach. 

Idee kam beim Baden

Heute gilt diese Entwicklung mit als wegbereitend für das Platzen der Internetblase im Jahr 2000. Greenspan, der die Fed fast 20 Jahre lang leitete, gab später zu, die Idee zu der Äusserung sei ihm gekommen, als er in der Badewanne seine Rede schrieb.

Auch sein Nachfolger Ben Bernanke, der bis 2014 Notenbankchef war, sorgte für einen gehörigen Schreck an den Finanzmärkten. So gilt er nicht nur als derjenige, der die Folgen der Finanzkrise bewältigte, sondern er kündigte 2013 auch etwas ungeschickt und abrupt das Ende der Anleihenkäufe zur Stützung der US-Wirtschaft an. Genannt wird der Effekt «taper tantrum», taper steht für die Reduktion und tantrum für die Panik an den Märkten, die dann einsetzte.

Im Gegensatz zur Wirtschaftspolitik

Manchmal stehen die geldpolitischen Entscheidungen der Fed, die eine unmittelbare Auswirkung auf den Dollar haben, auch im Gegensatz zur Wirtschaftspolitik, die der jeweilige US-Präsident verfolgt. 

So leitete Paul Volcker unmittelbar nach der Übernahme des Fed-Vorsitzes 1979 Zinserhöhungen ein, um die Inflation einzudämmen. Die Folge waren eine Rezession in den USA und im Rest der Welt. Doch US-Präsident Ronald Reagan nominierte Volcker 1983 wieder für den Posten, weil ihm die Unterstützung der Finanzmärkte sicher war.

Janet Yellen, erste Chefin der Notenbank überhaupt, war noch von US-Präsident Barack Obama ernannt worden. Ihre Amtszeit läuft im kommenden Februar ab. Sie galt in ihrer Rhetorik stets als zurückhaltend.

(sda/ccr)

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