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Ex-Bär-Präsident Daniel Sauter: Der Ewige bei Sika

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Bei Bär ging er, bei Sika bleibt er dafür: Daniel Sauter.

Quelle: Stefan Wermuth/Bloomberg

Ex-Bär-Präsident Daniel Sauter sitzt seit 19 Jahren im VR. Seinen Abschied hatte er längst angekündigt. Doch jetzt bleibt er lieber.

Dirk Schütz
Von Dirk Schütz
02.05.2019

Eigentlich wollte Daniel Sauter längst bei Sika abtreten. Zwölf Jahre, so hatte er intern signalisiert, seien für ein VR-Mandat genug. Bereits 2012 sprach er von Rückzug – der langjährige Firmenpatron Romuald Burkard hatte ihn 2000 in das Kontrollgremium geholt.

Doch Sauter blieb – erst aus Firmentreue, dann als Bollwerk: Er orchestrierte gegen die Sika-Gründerfamilie um Urs Burkard die Abwehrschlacht gegen die Franzosen von Saint-Gobain. Letztes Jahr einigten sich die Streitparteien. Doch gehen will Sauter plötzlich nicht mehr: Er liess sich an der Generalversammlung vom 9. April wiederwählen.

Amtszeitlimite wurde zum Verhängnis

Es lohnt sich für ihn. 250 000 Franken bringt das Mandat pro Jahr – für Sauter die grösste Einnahmequelle aus seiner VR-Tätigkeit, nachdem er das Präsidium bei Julius Bär einen Tag nach seiner Sika-Wiederwahl hatte abgeben müssen. Offenbar wäre der Mann, der mit seiner neuen Partnerin gerade ein Kind bekommen hat, bei Bär gern geblieben – das Mandat lieferte mehr als eine Million Franken pro Jahr. Doch hier wurde ihm die Amtszeitlimite von zwölf Jahren zum Verhängnis. Im Verwaltungsrat gab es Bedenken, dass ausgerechnet der Präsident gegen die eigene Richtlinie verstösst.

Sika hat sich zwar mit der Einheitsaktie eine moderne Aktienstruktur verpasst. Doch zeitgemässe Amtszeitlimiten führte der Konzern nicht ein, obwohl Grossinvestoren wie BlackRock längst eine Beschränkung von zwölf Jahren fordern. Sika kennt einzig eine Alterslimite von 70 Jahren. Doch auch da ist man flexibel: Der 71-jährige Frits van Dijk wurde ebenfalls gerade wiedergewählt. Ihm haben die Verwaltungsräte viel zu verdanken. Als Leiter des Vergütungsausschusses winkte er letztes Jahr die Auszahlungen durch, die die VR-Mitglieder rückwirkend für die Zeit erhielten, in der die Burkard-Familie ihre Honorare blockiert hatte. VR-Präsident Paul Hälg, jährlich mit 870 000 Franken besoldet, bezog so auf einen Schlag mehr als 2 Millionen Franken. Sauter, SBB-Präsidentin Monika Ribar und van Dijk selbst kamen jeweils auf etwa 700 000 Franken.

Jetzt fliessen die Tantiemen wieder regelmässig. Das lohnt sich für den 65-jährigen Hälg genauso wie für Sauter. Hälg ist seit zehn Jahren VR-Mitglied. Auch sein Interesse an einer Alterslimite dürfte überschaubar sein – in zwei Jahren fiele er selbst darunter.

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