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Kapital 
Das lukrative Geschäft mit dem Sport

Nie war Sport beliebter und nie wurde im Sport mehr Geld umgesetzt als heute. Laut der Studie von A.T. Kearney wächst die Sportindustrie sogar schneller als die globale Wirtschaft.

Von Gabriel Knupfer
06.11.2014

Während die Weltwirtschaft kaum vom Fleck kommt, boomt der weltweite Sportmarkt: Dieser wuchs zwischen 2009 und 2013 mit jährlich durchschnittlich sieben Prozent stärker als das Bruttoinlandprodukt (BIP) der meisten Länder rund um den Globus. Das zeigt eine nun veröffentlichte Studie des Beratungsunternehmens A.T. Kearney. So stieg der Umsatz mit Sport etwa in England in den vergangenen Jahren fast vier mal schneller als die Wirtschaftsleistung.

Allein der Umsatz mit jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen dürfte in diesem Jahr bei rund 80 Milliarden Dollar liegen, schreibt das Beratungsunternehmen. Und bis 2017 soll das Marktvolumen auf 91 Milliarden Dollar im Jahr anwachsen – ein Plus von 14 Prozent in nur drei Jahren. Dabei machen die Event-Einnahmen nur einen Bruchteil der gesamten Sportindustrie aus.

Rechnet man Sportartikel, Bekleidung, Ausrüstung sowie Ausgaben für Gesundheit und Fitness hinzu, generiert die Sportindustrie einen Umsatz von 700 Milliarden Dollar jährlich. Das entspricht fast einem Prozent des globalen BIP. Gerade in den riesigen Sportmärkten Nordamerikas und Europas wächst die Branche rasch.

König Fussball baut den Vorsprung aus

Vom weltweiten Sportboom haben fast alle Sportarten profitieren können. Führend bleibt aber mit grossem Abstand der Fussball, der den Abstand zu den anderen sogar noch ausbauen kann. Die Eventeinnahmem stiegen im Fussball von 25 Milliarden Dollar im Jahr 2009 auf mehr als 35 Milliarden Dollar 2013 – fast die Hälfte des gesamten Umsatzes von 75 Milliarden Dollar. Insgesamt hat sich das Ranking der sieben Top-Sportarten nicht verändert: Hinter Fussball rangieren die Sportarten American Football (NFL), Baseball, Formel 1, Basketball (NBA), Eishockey (NHL) und Tennis.

Die wichtigsten Einnahmequellen für Sport-Events sind Medienrechte und Sponsorenverträge, die je etwa 35 Prozent der Umsätze ausmachen. Dazu kommen Ticketverkäufe mit einem Anteil von 27 Prozent. Der Markt für Sportveranstaltungen mit Einnahmen aus Ticketverkäufen, Medienrechten und Sponsorenverträgen biete verschiedenen Markteilnehmern enorme Chancen, schreibt A.T. Kearney.

Umkämpfter Wachstumsmarkt

Es überrascht deshalb kaum, dass nicht nur die verschiedenen Sportarten, um die Gunst der Konsumenten kämpfen. Die Studie zeigt, dass viele Marktteilnehmer wie Medienunternehmen, Markenhersteller, Verbände und Vereine versuchen, sich ein immer grösseres Stück vom Kuchen zu sichern. Geld fliesst dabei in verschiedene Richtungen, beispielsweise von den Fans zu den Pay-TV-Anbietern oder von den Sportverbänden zu den einzelnen Klubs.

Trotz umkämpftem Umfeld, biete der Sport Wachstumschancen, sagt A.T. Kearney-Analyst Nicolas Sultan. «Sport wird immer mehr zu einem Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung und die öffentliche Wahrnehmung von Städten und Ländern.» Und für viele TV-Sender sei der Sport im umkämpften Markt die sicherste Möglichkeit, Zuschauer zu binden.

Einstieg dürfte sich immer noch lohnen

Grosse Möglichkeiten sieht das Beratungsunternehmen auch im Bereich des Sponsorings – einem geschätzten Markt von 50 Milliarden Dollar im Jahr. Mit einem «durchdachten und publikumswirksamen Konzept» könne enorme Breitenwirkung erzielt werden, wie das Beispiel Samsung zeige. Der koreanische Technologiekonzern sei mit Stadionwerbung und dem Sponsoring des Premier-League-Klubs Chelsea zu einem der bekanntesten europäischen Fussballsponsoren aufgestiegen.

Hervé Collignon, Sprecher bei A.T. Kearney, ist überzeugt: «Die Umsätze mit Sport-Events werden in den kommenden Jahren weiter steigen.» Es sei deshalb klar, dass «der Sport in den nächsten Jahren sehr interessante Möglichkeiten für Unternehmen bietet.»

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