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China: Mit Schweizer Hilfe zum Winterparadies

China macht sich für die Olympischen Winterspiele 2022 frisch.   Keystone

Die Olympischen Winterspiele 2022 finden in Peking statt. Doch in puncto Wintersport-Tourismus fehlt den Chinesen das nötige Knowhow. Dies bauen sie nun mit Hilfe aus Laax auf.

Von Christian Bütikofer
11.12.2015

Der Jubel in Chinas Bewerbungsteam war gross, als Peking diesen Sommer von den Funktionären des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) für die Winterspiele 2022 auserkoren wurde. Die Chinesen stellen mit ihrer Kapitale die erste Stadt, die nach Sommerspielen (2008) auch olympische Winterspiele ausrichtet.

Die chinesische Hauptstadt überzeugte das IOC, obwohl «Peking 2022» grosse Probleme hat: Etwa extrem schwacher durchschnittlichen Schneefall von wenigen Zentimetern pro Jahr und fehlendes Wissen im Wintersport-Tourismus.

Seit zwei Jahren in China

Das nötige Knowhow bauen die Chinesen nun auch mit Schweizer Hilfe auf. Die für das Snowboard-Paradies Laax zuständige Weisse Arena AG verkündete im Dezember 2013, mit dem chinesischen Skiresort «Secret Garden» eine Partnerschaft abgeschlossen zu haben. Die Szene rätselte, wie denn diese Zusammenarbeit mit der malaysischen Genting-Gruppe aussähe, die das Resort betreibt. Und was das den Bündnern eigentlich bringt.

Für die Chinesen könnte der Zeitpunkt nicht besser sein: Denn in der 100 Kilometer nordöstlich von Peking entfernten Provinz Hebei, wo das Skiresort «Secret Garden» liegt, finden 2022 die Wettbewerbe in den Disziplinen Freestyle, Snowboard und Ski Nordisch statt.

Ziel: «Weltklasse-Niveau»

Bis heute sind die Absichtserklärungen der Schweizer vage. Auch im aktuellen Geschäftsbericht übt man sich im Allgemeinen. Etwa, dass man «neue Wege im Tourismus» gehen wolle, «mit dem Ziel, den chinesischen Markt und deren Wintersportler für den Schweizer Markt zu erschliessen».

Momentan befindet sich eine Laaxer-Delegation in China. Offenbar stehen konkrete Projekte an. «China Daily» berichtete diese Woche, dass die Chinesen ihre Partnerschaft mit Laax erweitert hätten. So würden mit den Bündern Spezialisten im Hotelmanagement, Skitraining und Pistenbetreuung ausgebildet. Dies vor dem Hintergrund, das nötige Knowhow fürs Jahr 2022 aufzubauen. In Laax gibt man sich dazu verschwiegen. Einzig, dass dies «nicht für die aktuelle Wintersaison» vorgesehen sei, bestätigt die Presseabteilung.

Chinesen berichten von Mega-Projekt mit der Schweiz

Beim Personalaustausch bleibt es aber nicht. Die Zeitung berichtet von einem Mega-Projekt in Zusammenarbeit mit den Schweizern: 2490 Appartements und eine 3000 Quadratmeter grosse Notfallstation sollen mit Hilfe von Expertenwissen aus Laax entstehen. Auch dazu meinte eine Mediensprecherin nur: «Der Entscheid liegt nicht bei uns.»

Der Chef von Weisse Arena, Reto Gurtner, wird in «China Daily» mit dem Satz zitiert: «Mit unserer Erfahrung, die wir einbringen und der Dynamik, mit der China vorwärts macht, bin ich völlig überzeugt, dass das Secret Garden Weltklasse-Niveau erreicht.»

Ein Treffen am Wef

Dass er mit den Chinesen offenbar ins Geschäft kam, hat er einer Zufallsbekanntschaft zu verdanken. Ein Vertreter der Familie Lim, welche die Genting-Gruppe kontrolliert, war im Januar 2013 am Wef zugegen. Eigentlich wollte er mit Davos ins Geschäft kommen, doch weil eine Ansprechsperson fehlte, machten die Asiaten Bekanntschaft mit Reto Gurtner, verriet er der Hotelrevue. Die Genting-Gruppe hat bisher gegen 800 Millionen Franken in ein neues Skigebiet investiert.

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