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Peter Nobel - Rechtsanwalt

Mit viel Spass und scharfem Intellekt zu grossem Einfluss.

Der Mann ist alles (Anwalt, Professor, Verhandler, Konzepter), kann alles (Sprachen bis hin zu Russisch und Latein), macht alles (laufmeterweise Bücher schreiben, Medienrecht, Kunst sammeln) und hat alles (Flugzeug, Rennauto). Peter Nobel, 53, ist ein unabhängiger Geist mit scharfem Verstand, mit grossem Herz (Freundschaften, Engagement) und viel Selbstvertrauen in Bauch (Entscheide) und Magen (beste Weine). Seine unbekümmerte, direkte Art öffnet ihm Türen, die anderen verschlossen bleiben. Als Generalist erschliesst er Lösungen, für die man gerne bereit ist, viel Geld zu bezahlen. Doch niemand sollte ihn unterschätzen, wenn es um Detailkenntnisse geht. Nobels Superhirn ist sprichwörtlich und funktioniert nach dem «Emo-Klick-System», wie er lachend zum besten gibt. Auf Stichworte folgen bei ihm sogleich Adrenalinausstösse, weil alles, was er tut, mit Emotionen verbunden ist. Gefürchtet sind seine Ausbrüche, die er aber nie als Waffe einsetzt. Wo andere längst Interessenkonflikte lamentieren und Galle spucken, geht er noch seelenruhig seiner Arbeit nach. So war es bei seiner erfolgreichen Verteidigung von Beat Curti und so ist es aktuell bei Christian Speiser, dem angeschossenen Ex-Biber-Chef. Nobel: «Strafverteidiger sein ist meine vornehmste Aufgabe.»

Seine CVP-Helfer
Unbewusst gehören seit je CVP-Vertreter zu seinen Förderern und engen Gesprächspartnern. Hermann Bodenmann, verstorbener Vater des Walliser SP-Politikers Peter Bodenmann, brachte den früheren Jungsozialisten, der aktiv die SP-Bankeninitiative mitgestaltet hatte, in die von ihm präsidierte Eidgenössische Bankenkommission. Eine Mentorenrolle hat auch der ehemalige SRG-Chef und Rechtsprofessor wie er, Leo Schürmann, gespielt. Heute zählt Bruno Gehrig, Bankenprofessor und Nationalbank-Direktor, zu seinen allerliebsten Diskussionspartnern. Ein reger Austausch besteht mit Bundespräsident Flavio Cotti, den er kennengelernt hat, als er sich zusammen mit Literaturprofessor Peter von Matt erfolgreich für ein eidgenössisches Literaturarchiv stark gemacht hatte.

Seine grossen VR-Mandate
Nachdem vor ein paar Jahren sein Einstieg in den Verwaltungsrat von Mövenpick nach kurzer Zeit schon mit Getöse abrupt zu Ende ging, weil Gründer Ueli Prager nicht bereit war, seine kurvenreiche Geschäftspolitik aufzugeben, zögerte der Zürcher Anwalt lange, neue Mandate von kotierten Unternehmen anzunehmen. In jüngster Zeit hat er jedoch gleich zweimal der erneuten Versuchung nicht widerstehen können. Migros-Präsident Jules Kyburz, den er über das Beziehungskarussell des Seidenunternehmers Andy Stutz kennengelernt hat, bei dem er auch Verwaltungsrat ist, lotste ihn in das oberste Globus-Gremium. Das hat die Aufgabe, den Turnaround der neuen, gewichtigen Migros-Tochter zu begleiten. Nicht nur als Mann für knifflige Rechtsfragen dürfte er bald im Bührle-Verwaltungsrat sitzen, wohin ihn sein Cousin und Roche-Finanzchef Henri B. Meier gelockt hat, der die Familien-Holding INGA präsidiert. Nach Nobels Gusto ist das Kontrollorgan des deroutierten Mischkonzerns auch zusammengesetzt worden.

Seine Börsenkunden
Seit langem steht die Schweizer Börse weit oben auf der Klientenliste der Kanzlei, für die es laufend komplexeste Verträge zu erstellen gilt. Seine Gesprächspartner sind Vontobel-Spitzenbanker und Börsenpräsident Jürg Fischer sowie Börsenchefin Antoinette Hunziker-Ebnether, die mit ihm zusammen überzeugte Expansionisten sind, wenn es darum geht, die elektronische Plattform des Wertschriftenmarktes in die Welt hinaus zu tragen. Einen Seelenverwandten hat er im Chef der Deutschen Börse in Frankfurt, Werner Seifert, gefunden, mit dem die Schweizer zusammenspannen und die Globalisierungsinitiative anführen (siehe Mann des Monats). Privat setzen sich die beiden Turbos im Mai in einen offenen Aston Martin, Jahrgang 1938, und fahren gemeinsam das legendäre Oldtimer-Rennen Mille Miglia quer durch Italien. Für beide gehen Bubenträume in Erfüllung.

Seine Familie und Kanzlei
Seine Frau Annette kennt er seit der gemeinsamen Zeit an der Hochschule St. Gallen. Warmherzig und kühl zugleich ist sie seine Dialogpartnerin Nummer eins, hört ihm auch morgens um vier Uhr noch zu, wenn er mit einer wahnsinnigen Idee nach Hause kommt. Die beiden ziehen drei brasilianische Kinder gross. Die Kanzlei an der Zürcher Dufourstrasse startete mit dem Mandat des benachbarten Hauses Ringier, bei dem er Anfang der achtziger Jahre als Jurist tätig war. Sein erster Partner war Hans-Jürg Hug, den er vom Jobben beim Studentenreisedienst SSR kennt, wie viele aus seinem heutigen Beziehungsnetz: unter anderem Walter Kielholz, Rück, Thomas Wellauer, «Winterthur», und Urs Frei, ehemals Travag. Nobel & Hug beschäftigen 25 Personen, davon sind 13 Anwälte. Ärgerlich war für ihn der Abgang von Andreas Meili, Neffe seiner Frau und enger Vertrauter, den er an den Rechtsdienst des «Tages-Anzeigers» verloren hat. Ein besonderes Jubiläum feierte das Büro im letzten Herbst: Zum zehnten Mal reiste man zusammen ins Ausland. Diesmal ging es mit einem Crossair-Flieger von Freund Moritz Suter sowie Reisebegleiter und Islam-Spezialist Arnold Hottinger in den Iran. Oft ist der Anwalt mit eigenem Flugzeug unterwegs. Er hat mit dem Ingenieur Philipp Perren einen Copiloten in seiner Kanzlei-Crew.

Seine Freunde
Nobel liebt den intellektuellen, freundschaftlichen Fight, ob in seinem Metier, in der Politik oder in der Kunst. Die Liste ihm dabei nahestehender Personen ist lang. Zu seinen Juristik-Freunden zählen der Basler Peter Böckli, der Genfer Alain Hirsch und der Tessiner Paolo Bernasconi sowie insbesondere Alfons Bürge, Professor für römisches Recht in Saarbrücken. Mit NZZ-Redaktor Reinhard Meier, mit dem er eine gemeinsame Zeit in Moskau verbracht hat, geht er in Russischstunden. Freundschaftlich verbunden ist er mit dem SMH-Uhrenmanger Jean-Claude Biver und dem Genfer Spitzenbanker Charles Pictet, aber auch mit dem spanischen Architekten Santiago Calatrava und der Journalistin Monika Zimmermann. Als Präsident der Dürrenmatt-Stiftung hat er sich mit der Witwe des Dichters, Charlotte Kerr, zusammengerauft, dass das von Mario Botta entworfene Museum jetzt in Neuenburg gebaut werden kann.

 

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