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Patrick Frost: Der Vielstudierte

Patrick Frost ist neuer Konzernleiter der Swiss Life.  Keystone

Patrick Frost, neuer Konzernleiter der Swiss Life, hat das Vermögens­verwaltungsgeschäft des Versicherers noch als CIO auf Erfolg getrimmt.

Von Harry Büsser
19.08.2014

Seit Juli ist Patrick Frost (46) Konzernleiter der Swiss Life. Beeindruckend ist sein akademischer Rucksack. Er studierte an der ETH in Zürich sowie an den Universitäten Köln, Basel und Zürich und holte sich Abschlüsse in Naturwissenschaften (dipl. Natw. ETH), Wirtschaftswissenschaften (Dr. rer. pol.) und Rechtswissenschaften (lic. iur.). Die Studiengänge absolvierte er teilweise parallel. Ehemaligen Kommilitonen ist seine Fähigkeit in Erinnerung geblieben, in kurzer Zeit sehr viele Informationen zu verarbeiten. An Partys und studentischen Trinkfesten hingegen scheint er – wenig verwunderlich – kaum gewesen zu sein.

Bei seiner ersten Präsentation der Halbjahresergebnisse als Konzernleiter der Swiss Life überzeugte er die Finanz­gemeinde derart, dass die Aktien des grössten Lebensversichereres der Schweiz am gleichen Tag sechs Prozent nach oben sprangen. «Es ist natürlich toll, mit solchen Resultaten an die Öffentlichkeit treten zu können», sagt er zum guten Geschäftsergebnis. Dazu beigetragen hat, dass der Swiss Life im ersten Halbjahr 2,2 Milliarden Franken Neugeld von externen Kunden zur ­Vermögensverwaltung zugeflossen sind. Ein Geschäft, das der Lebensversicherer schon zweimal zu forcieren versuchte, bis Frost es noch als Chief Investment Officer (CIO) erfolgreich auf die Spur gebracht habe, so eine interne Quelle.

Die Weggefährten

Mitte der neunziger Jahre begann Patrick Frost sein Berufsleben als Analyst bei der damaligen Winterthur-Versicherung. Professor Erwin Heri war dort Chief Investment Officer (CIO). Er holte Frost direkt von der Uni nach Winterthur, wo dieser mithalf, die erste Katastro­phen­­anleihe auszugeben. Dabei ging es um die Risiken von Hagelschäden, welche die «Winterthur» über eine Anleihe auf dem Kapitalmarkt platzierte. Frost schrieb eine Dissertation darüber, die sein Doktorvater Heri heute noch als «wahnsinnig gut» bezeichnet. Heri schickte Frost später in die USA, wo er zwei Jahre für die «Winterthur» im ­Bereich Obligationen arbeitete. Zurück in der Schweiz, wurde er 2001 zum Head of Fixed Income der Winterthur-Gruppe. Sein Chef dort war Hans Lauber, der bis vor kurzem CIO bei ­Julius Bär war und sich inzwischen selbständig gemacht hat. Ihn nennt Frost noch heute ­einen seiner Förderer. Bei der «Winterthur» blieb Frost noch fünf Jahre und erarbeitete sich einen ausgezeichneten Ruf, was von Headhuntern nicht unbemerkt blieb. Als 2006 der CIO-Posten bei der Swiss Life frei wurde, weil Martin Senn in der gleichen Position zur Zurich wechselte, nahm Headhunter Bjørn Johansson Kontakt mit Frost auf. Er überzeugte ihn davon, dass es nach zehn Jahren bei der «Winterthur» Zeit für einen Wechsel sei. Bei der Swiss Life beeindruckte er VR-Präsident Rolf Dörig so sehr, dass dieser ihn zum Nachfolger von Konzernleiter Bruno Pfister ernannte.

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