Letztes Jahr gab er noch eine Biografie seines politischen Idols Winston Churchill heraus. Jetzt dürfte er selber einer der wichtigsten Politiker der britischen Nachkriegsgeschichte werden. Boris Johnson führte die Brexit-Kampagne an und Grossbritannien damit aus der EU. Wenige Monate zuvor noch hatte er seinen Fraktionskollegen gestanden, dass er «dummerweise überhaupt nicht für den Austritt» sei.

Doch Alexander Boris de Pfeffel, wie er offiziell heisst, oder «Bo-Jo», wie ihn die englische Boulevardpresse nennt, wechselt seine Meinung so häufig wie seine Hemden, wenn es seiner Karriere nützt. «Er ist die skrupelloseste und ehrgeizigste Person, die ich je kennen gelernt habe», sagt seine Biografin und ehemalige Journalistenkollegin Sonia Purnell.

«König der Welt» nannte der kleine Boris einst als Berufswunsch. Bis dahin dürfte es noch dauern. Überraschend kündigte er an, sich nicht um die Nachfolge von Premierminister David Cameron zu bewerben. Ohnehin wollten das nicht wenige Parteikollegen verhindern. Sie trauen dem Hasardeur die Führung des Landes nicht zu und fürchten den Zorn jener, die unter den wirtschaftlichen Folgen des Brexit leiden werden. «ABB» nannte sich ihre Kampagne – «Anything But Boris».

Sehen Sie in der Bildergalerie oben, wer die Gegner und Verbündeten von Boris Johnson sind.

 

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