Das Zürcher Fünfsternehaus Savoy Baur en Ville hat eine neue Führung. Romeo Cerutti, der Chefjurist der Credit Suisse, nimmt neben Urs Rohner, dem Präsidenten der zweitgrössten Schweizer Bank, im Verwaltungsrat Platz. Das zeigt ein Eintrag im Handelsregister. Ein CS-Sprecher bestätigt die Nachricht.

Ceruttis Vorgänger ist der geschasste CS-Schweiz-Chef Hans-Ulrich Meister, der sich mittlerweile beim Baukonzern Implenia eingenistet hat. Meister hat den Verwaltungsrat bereits Ende 2015 verlassen, sein Posten stand monatelang zur Disposition. Nun ist das Führungsgremium des Luxushauses wieder komplett.

Erweitertes CS-Büro

Das am Paradeplatz gelegene Hotel wurde 1838 vom Hotelier Johannes Baur eröffnet, seit Jahrzehnten ist es aber im Besitz der Credit Suisse. Es gilt als eine der besten Adressen im Land, eine Übernachtung kostet im günstigsten Fall 400 Franken, im teuersten 1500 Franken. Es gilt in Bankenkreisen auch als erweitertes Büro des CS-Kaders. Die Bank veranstaltet Konferenzen, Kundenempfänge und Kadertreffen im prestigeträchtigen Bau.

In letzter Zeit häuften sich Spekulationen um einen Verkauf des Hauses, angeheizt von der Immobilienstrategie, welche die Credit Suisse in der jüngeren Vergangenheit verfolgt hat. So verkaufte sie das bekannte Geschäftshaus Metropol in der Zürcher Innenstadt 2012 an die Nationalbank. Ein Geschäftshaus an der Zürcher Bahnhofstrasse ging im gleichen Jahr an die Versicherungsgesellschaft Axa Winterthur. Und 2014 veräusserte die Bank das Grieder-Haus am Paradeplatz an die Swatch Group.

Herz hängt am Hotel

CS-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner trat den Gerüchten aber stets resolut entgegen. Der «Sonntagszeitung» sagte er vor Jahresfrist: «Das Hotel Savoy gehört uns, und wir sind glücklich damit.»

Dass nun Romeo Cerutti zum Vize-Präsidenten ernannt wurde, ist der endgültige Beweis dafür, wie sehr das Herz der CS-Führung am Luxushotel hängt. Cerutti gilt als treuer Weggefährte von Rohner. Als jener 2009 in den Verwaltungsrat der Bank einzog, erbte Cerutti seinen Posten als Chefjuristen. Seither führen die beiden sämtliche Justizschlachten für das Geldinstitut. Nun machen sie auch als Hoteliers gemeinsame Sache.

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