Xenia Tchoumitcheva wurde 2006 zur Vize-Miss-Schweiz gewählt und ist seither in aller Munde. Zurzeit wohnt sie in London und arbeitet selbstständig an diversen Online-Seiten. Zudem spricht sie als Beraterin an Konferenzen von Unternehmen über Führung und «Neue Medien». Sie betreibt ihren eigenen Blog chicoverdose.com, beteiligt sich an der Luxus-Homepage billionairebay.com und plant nun einen Online-Fernsehsender.

BILANZ: Xenia Tchoumicheva, Sie bezeichnen sich selbst als überzeugte Kapitalistin. Warum?
Xenia Tchoumicheva: Das habe ich mit 19 einmal gesagt - das stimmt. Grundsätzlich liebe ich einfach die freie Marktwirtschaft und ich möchte die Möglichkeit haben, etwas zu kreieren und daraufhin eine Antwort vom Markt auf meine geleistete Arbeit zu erhalten. Das macht mich glücklich.

Sie beteiligen sich an der Plattform BillionarieBay.com. Welche Zielgruppe möchten Sie mit diesem Projekt ansprechen?
Die Seite will Leute ansprechen, die wohlhabend und auf der Suche nach exklusiven und einzigartigen Produkten sind. Es werden vor allem Liebhaber-Objekte zu finden sein. BillionaireBay.com möchte den Kreis geschlossen halten.

Was heisst das?
Es können sich nur diejenigen Personen anmelden, die Mitglied der Internetseite sind. Dies funktioniert dann über eine Selektion. Das Verfahren läuft hier ähnlich wie bei einem Member-Club. Es wird also nach einem Exklusivitäts-Faktor ausgewählt.

Warum diese Selektion?
Wir wollen, dass eine gewisse Sicherheit gewährleistet wird. Mit einer Selektion weisst du genau, an wen du das Auto oder das Haus verkaufen kannst. Zudem können wir nicht vertrauenswürdige Kandidaten ausschliessen. Näher möchte ich auf das Konzept der Internetseite jedoch nicht eingehen – dafür ist es noch zu früh. Ich will, dass alles perfekt ist.

Gleichzeitig betreiben Sie einen eigenen Luxus-Blog – Chic Overdose. Wieso sollen die Leser die Einträge über Ihr Leben und die getesteten Produkte lesen? 
Viele Leute sehen mich als «Social Influencer»: Ich habe mehr als 130'000 Fans auf Facebook, Twitter und Instagram – sie wollen mich also im Netz begleiten. In meinem Blog fokussiere ich mich auf eine breite Palette von Luxusprodukten, zu denen ich Zugang habe. Ich stelle auch Menschen vor, die beruflichen Erfolg haben und versuche herauszufinden, warum sie es soweit gebracht haben – und diese Erkenntnisse möchte ich mit dem Publikum teilen.

Welches Geschäftsmodell verfolgen Sie dabei?
Mir gehören einige Online-Unternehmen. Diese Firmen versuche ich als eigenständige Sparten im Online-Marketing voranzubringen. Klar habe ich mich zuerst als Xenia Tchoumitcheva vermarktet. Ich versuche jetzt aber, daraus Produkte und eine Dienstleistung zu entwickeln. Dass ich den Vorteil habe, bekannt zu sein und einen Namen zu haben will ich jedoch nicht immer gleich in den Vordergrund stellen. Mein Ziel ist es, ein Geschäft aufzubauen, das im Bereich «Neue Medien» und Marketing tätig ist.

Und wie finanzieren Sie das Geschäft?
Zunächst habe ich alles selbst bezahlt und erst danach sind die Marken auf mich zugekommen. Zum Beispiel wollen jetzt teure Hotels, Autos oder andere Luxusmarken, dass ich sie teste, Fotos mache und über die gemachten Erfahrungen berichte.

Das gleiche Prinzip also, wie beim Fashion-Blog. 
Genau. Natürlich verdiene ich damit Geld und erhalte viele Offerten. Aber mein persönlicher Grund ist nicht in erster Linie ein wirtschaftlicher. Das Ziel ist es, eine Plattform zu schaffen, auf der ich meinen Fans mitteilen kann, was ich tue und erlebe. Wichtig ist mir zudem, dass dies auf eine interaktive Weise mit dem Publikum geschieht. Wir müssen die neuen Medien wahrnehmen – das haben viele Firmen noch nicht ganz verstanden.

Neben dem Blog wollen Sie einen eigenen Online-Luxus-TV-Sender lancieren. Wie sehen die Pläne konkret aus?
Wir befinden uns derzeit in der Entwicklungsphase. Was ich aber sagen kann ist, dass wir die Geheimnisse der grossen Städte enthüllen möchten. Dabei begleite ich als Moderatorin einen VIP und versuche mehr über die Person und sein Leben in Erfahrung zu bringen. Mit den Aufnahmen beginnen wir in London und weiten das Programm dann auf andere Städte aus. Dazu gibt es eine App, die auf verschiedenen Geräten wie auf dem Smartphone und iPad erhältlich ist. Der Nutzer kann sich das Video ansehen und im zweiten Schritt das Produkt kaufen. Es geht aber in erster Linie um einen hochwertigen Inhalt und nicht um den Verkauf.

Was erhoffen Sie sich durch das Schaffen dieser Luxus-Formate?
Viele Markenunternehmen kommen mittlerweile zu mir. Sie wollen nicht nur, dass ich das Produkt repräsentiere, sondern auch mit ihnen zusammenarbeite. Dadurch entsteht später vielleicht ein «Xenia-Produkt» oder auch etwas anderes. Ich möchte aber nicht immer einfach das Gesicht und Image eines Produktes sein. Vielmehr möchte ich im Hintergrund als Ratgeberin agieren.

Haben Sie mit all diesen Projekten überhaupt noch Zeit für ihr Kerngeschäft – das Modeln? 
Ich war nie wirklich ein Model. Ich lasse mich zwar immer noch fotografieren, aber das Ganze steht unter meinem Namen. Das heisst also, die Firmen nehmen mich nicht, weil ich die Blondine mit den schönen blauen Augen bin, sondern weil ich Xenia bin. Ich repräsentiere etwas. Es gibt einen grossen Unterschied zwischen einem Model und einer Persönlichkeit, die modelt. Es kann also auch gut einmal vorkommen, dass ich einen gut bezahlten Job ablehne, wenn die Marke nicht zu mir passt.

Wenn wir schon die ganze Zeit über Luxus sprechen: Was bedeutet für Sie persönlich Luxus?
Zeit mit den Menschen zu verbringen, die ich liebe - mit Freunden und Familie.

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