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Wien: Mehr als Operette

Entweder kann man sich hier wohlbekannten Lieblingsorten hingeben. Oder man kann allerlei Neues entdecken. So oder so ist Wien eine gute Stadt für den Weekend-Reiserausch.

Von Claus Schweitzer
09.10.2009
Wien ist noch immer die Stadt von Freud, Wittgenstein, Schubert, Strauss, Opernball und Hofreitschule. Die imperialen Insignien und die oft skurrilen Traditionen, welche die Stadt durchdringen, sorgen dafür, dass die k.u.k. Nostalgie stets gegenwärtig bleibt. Doch der historische Käfig wurde in den letzten Jahren mit frischem Zeitgeist und visionärer Architektur aufgebrochen, zum Beispiel im Museumsquartier. Ein Brückenschlag zwischen Historie und Avantgarde gelang auch dem Palais Coburg: Peter Pühringer, der im Sommer das Park Hotel Vitznau übernommen hat, verstand es, Wiens Kontraste in einem Hotel zu materialisieren. Alles verschmilzt hier zu einem stimmigen Ganzen, das jedoch seinen Preis hat: Suiten zwischen 590 und 2670 Euro pro Nacht sorgen dafür, dass Buchungsfenster offen bleiben. Ebenfalls aus der Mitte des vorletzten Jahrhunderts stammt das Imperial, das aristokratische Grandhotel schlechthin. In der Lobby sitzen dekorierte Russinnen, neureiche Sonderlinge und echte Gentlemen. Ein Prachtsexemplar der Kategorie Designhotel ist das Do & Co Hotel Vienna in der Fussgängerzone ­gegenüber dem Stephansdom. Im sechsten Stock befindet sich das gesellschaftliche Herz des Hauses, die Onyx Bar. Ein paar Altstadtstrassen weiter setzt das originelle 16-Zimmer-Hotel Hollmann Beletage auf Bohème-Chic. Das nahe Restaurant Hollmann Salon im barocken Heiligenkreuzerhof passt gut dazu. Wunderbar altmodisch ist das Restaurant Zu den 2 Lieserln im siebten Bezirk. «Wir pflegen das Schnitzel­backen seit Radetzkys Zeiten», heisst es in der Eigenwerbung: Die Schnitzel sind nicht nur tellergross und millimeterdünn, sondern auch besonders lecker. Das Gasthaus Zum Schwarzen Kameel paart 400-jährige Tradition mit kosmopolitischem Ambiente – jeder scheint hier jeden zu kennen, sogar diejenigen, die zum ersten Mal da sind. Cool ist das schnörkellos mediterrane Fabios, das in dem Gebäude untergebracht ist, wo ­Mozart 1782 wohnte. Für ein stilvolles Gourmetdinner geht man ins Meinl am Graben – schöner kann man kaum auf Wien ­blicken. Den besten Gegenwert erhalten Feinschmecker im Restaurant Österreicher im MAK (Museum für angewandte Kunst). Hier verwöhnt Spitzenkoch Helmut ­Österreicher seine Gäste mit klassischer und moderner Wiener Küche. Man hat die Wahl, ob es Krautfleckerln mit Tafelspitz sein sollen oder lieber Räucherfischtatar auf Erbsencrème. Der All-Time Favourite der Nachtschwärmer ist die Motto Bar. Egal, wann man hineinschaut – da ist immer Leben. Donnerstag-, Freitag- und Samstagnacht ist der Phoenix Supperclub der Ort für alle, die eine gute Party feiern wollen. Wenn es Livejazz sein soll, ist das Porgy & Bess die richtige Adresse – der Club lockt mit einem pluralis­tischen Musikprogramm. Hotels: Palais Coburg, www.palais-coburg.com , DZ ab 590 Euro Imperial, www.luxurycollection.com/imperial , DZ ab 340 Euro Do & Co Hotel Vienna, www.doco.com/hotel , DZ ab 195 Euro Hollmann Beletage, www.hollmann-beletage.at , DZ ab 140 Euro Lunch: Hollmann Salon, Grashofgasse 3, www.hollmann-salon.at Zum Schwarzen Kameel, Bognergasse 5, www.kameel.at Zu den 2 Lieserln, Burggasse 63, www.2lieserln.at Dinner: Fabios, Tuchlauben 6, www.fabios.at Österreicher im MAK, Stubenring 5, www.oesterreicherimmak.at Meinl am Graben, Graben 19, www.meinlamgraben.at Nightlife: Onyx Bar, Stephansplatz 12, www.doco.com/hotel Motto Bar, Schönbrunnerstrasse 30, www.motto.at Phoenix Supperclub, Lerchenfelderstrasse 35, www.phoenix-club.com Porgy & Bess Jazzclub, Riemergasse 11, www.porgy.at
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