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Suisse de luxe: Ein Modelabel für das perfekte Kleid

Passion für Mode: Joanna Skoczylas (l.) und Eliane Diethelm. Kuster Frey

Mit Little Black Dress haben zwei Frauen ein erfolgreiches Schweizer Modelabel gegründet. Ihr Credo: Man höre nicht auf «Vogue», Scouts und New Yorker Trendsetter - man traue ganz einfach sich selber.

Von Iris Kuhn-Spogat
am 01.11.2011

Little Black Dress, aka LBD, ist für Eliane Diethelm und Joanna Skoczylas viel mehr als ein kleines Schwarzes. LBD heisst ihr Label. LBD heisst ihr Laden im Zürcher Kreis 5. LBD ist ihr Programm: «LBD steht für das perfekte Kleid», sagt Eliane Diet­helm, greift nach einem schwarzen Kleidchen, hält es in die Höhe, schwingt es am Bügel durch die Luft – «unser Klassiker». Schlicht und knielang sieht es am Bügel nach nichts Besonderem aus, ist aber der LBD-Topseller. «Es funktioniert an fast allen Frauen», sagt Diethelm, «ein Superschnitt.»

«Nur eine Frage des Stylings»

Das perfekte Kleid: Es hat eine gute Passform, ist pflegeleicht und aus Stoff gefertigt, der nicht nur gut ausschaut, sondern sich auch gut anfühlt auf der Haut. Es ist so nonchalant designt, dass es die Frau, die es trägt, nicht überstrahlt, sondern hervorhebt. Und vor allem: Es ist ein Teil, das nicht in den Schrank gehört, sondern in den Alltag.

Mit dem Claim «Every day is an event» – etwa: Jeder Tag ist das Schönste aus deinem Schrank wert – rufen die beiden Designerinnen dazu auf, ein Kleid wie ihren Klassiker Wiggle nicht für spezielle Gelegenheiten aufzuheben, sondern damit den Alltag aufzupeppen. «Nur eine Frage des Stylings», sagt Diethelm. «Wiggle mit Ballerinas und Strickjäckchen im Büro – perfekt, mit Sneakers und Jeansjacke in der Stadt – perfekt, mit High Heels und rotem Lippenstift am Abend – perfekt.»

In sich hinein hören

Zweimal im Jahr kreieren Diethelm – gelernte Coutureschneiderin – und Skoczylas – sie hat Fashiondesign studiert – zu ihrem Klassiker eine neue Kollektion mit ­Varianten desselben nicht nur in Schwarz, sondern in allen möglichen Farben, dazu bodenlange Cocktail- und Abendkleider, im Winter ergänzt um Cardigans und Überpullis aus feinstem Merinostrick, auch kuschelige Woll- und Kaschmirmäntel bieten sie an.

Für Inspiration blättern sie nicht in der «Vogue», pilgern nicht nach New York, konsultieren keine Trendscouts, sondern hören in sich hinein, sie sind ihr ­eigener Kompass: «Wir fragen uns, was wir nächste Saison tragen möchten», sagt Joanna Skoczylas.

Der Laden an der Josefstrasse 45 in Zürich ist ihr Universum. Hier entwerfen sie von Hand, feilen so lange an ihren Ideen, bis sie beiden von ihnen passen – Diethelm, 1 Meter 73 gross, genauso wie Skoczylas mit ihren 1 Meter 60. «Wenn ein Schnitt uns beiden geht, geht er schon für eine Vielzahl von Frauen», sagt Diethelm.

Hohe Trefferquote

Ist das Design vollendet, teilen sie sich auf: Diethelm macht die Schnittmuster, überwacht die (Kleinst-)Produktionen im Tessin und in Bosnien, Skoczylas administriert. Beide sind oft im Laden. Zur Freude ihrer Klientel: Diethelm und Skoczylas beraten dank Augenmass und jahrelanger Erfahrung mit hoher Trefferquote. «Wir schauen uns die Frau an, fragen, wofür sie das Kleid braucht, und wissen dann recht genau, was wir zur ­Anprobe geben können», sagt Diethelm.

Doch freilich: Das Kleid für jede gibt es auch bei ihnen nicht. Änderungen vorzunehmen, in der Länge bei einem Einnäher, gehört für die beiden ebenso ins Kapitel Service wie ihr Mut, offen zu sagen, wenn einer Kundin ein Teil zwar gefällt, aber nicht steht.

Vor Little Black Dress hatten sie beide ihre eigenen Labels. Kennen gelernt haben sie sich an der Diplom-Modeschau, an der Eliane Diethelm Joanna Skoczylas half. 2009 taten sie sich zusammen und gründeten LBD. Ein kühner Entscheid vor der Drohkulisse Bankenkrise und Rezession. «Wir sagten uns, wenn es in so einer Zeit hinhaut, haben wir uns schon mal recht bewährt.»

Eines von fünf, nicht von Tausenden

Es haut hin. Das Label hat eine grosse Fangemeinde von Frauen, die den Unterschied zwischen einem LBD-Kleid und einem Kleid aus Massenproduktion schätzen. «Wer einmal bei uns gekauft hat, wird angefixt», sagt Diethelm. Es sind die Qualität, der Schnitt, die beiden Kreateurinnen, die locken, und die Tatsache, dass das gekaufte Kleid eines ist von fünf, nicht eines von Tausenden.

Last but not least sind LBD-Kreationen auch noch bezahlbar: Wiggle, der Klassiker, kostet 450 Franken, ein Abendkleid um die 1000, und ein stylishes, cool-edles Hochzeitskleid der Linie LBD White gibt es unter 2500 Franken.

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