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Ausbildung 
So sichert sich Patek Philippe seine Uhrmacher

New York: Patek Philippe bildet in der Weltmetropole Lehrlinge aus.  Keystone

Es ist ein Ausbildungsprogramm der besonderen Art: Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, schult Patek Philippe eigenes Personal in der Weltmetropole New York – mit einem harten Ausleseverfahren.

Veröffentlicht 08.10.2015

Der Luxusuhrenbauer Patek Philippe reagiert auf den Fachkräftemangel in der Branche mit einem ganz besonderen Ausbildungsprogramm. Seit Kurzem schult die Genfer Uhrenmanufaktur eigenes Personal in der Weltmetropole New York. Die Wahl der Kandidaten verlief offenbar hochselektiv: Mithilfe von Headhuntern suchte Patek Philippe rund 300 Anwärter, die besten 80 sprachen in New York vor, berichten amerikanische Medien übereinstimmend. Über die zweijährige kostenlose Ausbildung dürfen sich nun sechs Auserwählte freuen.

Für Patek Philippe ist der Gang ins Ausland kein ganz neuer Schritt: Bereits seit zwei Jahren bilden die Genfer ihren Nachwuchs auch in Schanghai aus. Mit dem Programm reagiere Patek Philippe auf den Fachkräftemangel in der Uhrenindustrie, wird US-Chef Larry Pettinelli zitiert.

Viel Arbeit und wenig Personal

Die sechs angehenden Uhrmacher haben ihre Ausbildung inzwischen aufgenommen. Sie werden von Patek Philippe laut Berichten nicht nur bei Kost und Logis unterstützt, sondern bekommen offenbar auch eine Jobgarantie. Das kommt wenig überraschend, denn der Grund für das neue Ausbildungsangebot liegt gerade beim grossen Personalbedarf.

In New York werden jährlich rund 10'000 Uhren von ihren Besitzern zur Reparatur gebracht. Vom einfachen Schmieren bis zur komplexen Instandsetzung kümmern sich vor Ort 19 Uhrmacher um die kaputten Edeluhren. Die neuen Uhrmacher sollen diese angespannte Personalsituation lindern, damit künftig weniger Zeitmesser nach Genf ins Hauptquartier gesendet werden müssen.

Nur die besten sind gut genug

Der nächste Ausbildungsturnus soll in zwei Jahren starten. Ob die Rekrutierung der Kandidaten wieder ähnlich diskret verläuft, ist nicht bekannt. Schweizer Nachwuchs mit Auslandsbegeisterung hat übrigens auch Chancen bei der Konkurrenz: So betreibt Rolex in Pennsylvania eine Schule, Richemont eine in Dallas und Swatch bildet Uhrmacher auch in Miami aus.

(jfr)

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