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Fünf Safari-Destinationen: Was Sie wo erwartet

Die einen Ziele bieten aufregende Tierbeobachtungen, andere eher schöne Landschaften oder tolle Lodges: Safari ist nicht gleich Safari. Fünf klassische Safari-Destinationen im Vergleich.

Von Claus Schweitzer
09.02.2016, Aktualisiert am 12.02.2016

Wenn an einem der schönsten Flecken Afrikas die Sonne aufgeht, fällt der Blick auf das Masai-Mara-Reservat und das Great Rift Valley im kenianischen Teil der Serengeti. Man sieht Hügel mit Schirmakazien und Giraffen, mit etwas Glück stampft ein Elefant wenige Meter vor den ­Gästeterrassen der Lodge vorbei, reisst mit dem Rüssel an der Krone eines Ebenholzbaums, knickt einen ganzen Stamm. Ein Elefant beim Frühstück.

Die im letzten Sommer eröffnete «Angama Mara»-Safari-Lodge liegt auf filmhistorisch geadeltem Boden: Viele Szenen von «Out of Africa» wurden hier gedreht. Unvergessen so manche, etwa wie sich die Kaffeeplantagenbesitzerin und ihr Liebhaber das erste Mal näherkommen. «Wenn du jetzt irgendetwas sagst, so werde ich es glauben», flüstert sie ihm ins Ohr.

Nachhaltiger Tourismus ist im Kommen

Meryl Streep und Robert Redford sind zwar nicht mehr da, aber Nicky und Steve Fitzgerald sorgen dafür, dass die Wirklichkeit dem Film in nichts nachsteht. Als ihnen vor drei Jahren dieses Stück Land angeboten wurde, kauften sie es und katapultierten sich aus dem Ruhestand zurück ins Berufsleben. Die Fitzgeralds sind keine Anfänger: Zwischen 1995 und 2009 hatten sie für das Luxus-Lodges-Unternehmen AndBeyond 60 Wildnisdomizile entwickelt.

Der Tourismus ist Kenias wichtigste Einnahmequelle, gefolgt vom Export von Blumen, Kaffee und Tee. Ähnlich sieht es in anderen afrikanischen Safari-Destinationen aus. Nach den Rückschlägen infolge des islamischen Terrors und der inzwischen abgeflauten Ebola-Hysterie hat sich die Schlüsselindustrie noch nicht ganz erholt. Doch der Trend zeigt aufwärts: Massentourismus wird zunehmend ersetzt durch nachhaltig operierende Qualitätsanbieter mit konsequentem Land- und Tierschutz sowie starkem Einbezug der lokalen Bevölkerung.

Safari mit modernem Kick

Das «Angama Mara» geht noch ein paar Schritte weiter: Die 30 puristisch afrikanischen «Zelte» interpretieren den Safari-Look mit Reverenzen vor Buch und Film. Ausserdem haben die Fitzgeralds ihre eigene Safari-Erfolgsformel auf eine neue Stufe gehoben. So sind die Essenszeiten komplett flexibel, und es gibt stets verschiedene Plätze fürs Dinner – gesellig im Hauptrestaurant, romantisch unter den Sternen oder privat im eigenen Zelt.

Die Guides werden den Gästen nicht mehr während des ganzen Aufenthalts fest zugeordnet, sondern den individuellen Bedürfnissen von Tag zu Tag angepasst. Entscheidet sich ein Gast für eine Birdwatching-Wanderung oder den Besuch eines Masai-Dorfs, ist dies zu jeder gewünschten Zeit möglich. Das gilt auch für eine morgendliche Pirschfahrt für Leute, die nicht schon um 5.30 Uhr in den Jeep steigen möchten. Erfahrene ­Afrika-Reisende können im «Angama» sogar auf Self-Drive-Safari in einem Land Rover gehen und werden dabei sicherheitshalber von einem Junior-Guide begleitet.

So oder so machen die Exkursionen durch den Busch eine Safari zum unvergesslichen Erlebnis. Je ein Fährtensucher und ein Ranger begleiten die Jeeps mit maximal sechs Gästen. Für die Guides ist die Natur voller Notizen. Unscheinbare Dellen auf der Staubpiste verraten: Eine Gepardin ist unterwegs, sie verfolgt ein Warzenschwein. Tatsächlich: Die Gepardin liegt im Gras. Einen Katzensprung entfernt bleibt der offene Wagen stehen. Obschon der Ranger beruhigt, dass die Tiere den Wagen nur als geschlossenen Körper wahrnähmen, nicht aber die Menschen darin als leichte Beute, sitzen die Greenhorns bei der kleinsten Bewegung der Gepardin da wie schockgefroren.

Mitten in einem Tierfilm

Im Süden grenzt die Masai Mara an Tansania, das mit landschaftlicher Vielfalt zwischen dem Kilimandscharo und den Sandstränden am Indischen Ozean aufwartet und wegen der hohen Tierdichte für viele Afrikafans der Inbegriff einer Safari-Destination ist. Die Tierfilmer der BBC sind hier Stammgäste. Und viele weitere Gäste wollen dieses Naturwunder erleben. Die meisten entscheiden sich für die Reisekombination «Bush & Beach», das heisst einige Tage Tierbeobachtungen in mehreren Schutzgebieten, gefolgt von Dolcefarniente am Strand.

Wer eine stilvolle Safari-Unterkunft mit privatem Wildschutzgebiet unter Schweizer Leitung sucht, ist in der «Chem Chem Lodge» zwischen dem Tarangire- und dem Lake-­Manyara-Nationalpark richtig. Hier hat die frühere Investment Bankerin Fabia Bausch aus Luzern auf viertausend Hektar eigenem Buschland ihr Arkadien geschaffen. Zu den Besonderheiten zählen Ausflüge mit dem Heissluftballon, Foto-Safaris unter professioneller Anleitung sowie Walking-Safaris, bei denen man der Natur im Schritttempo ganz nah kommt.

Afrikas bestgehütetes Geheimnis

Für Safari-Puristen und Wildnis-Freaks bietet Botswana den höchsten Wert auf der Sehnsuchtsskala. Nirgendwo ist man den Tieren näher – und so ungestört. Darum ist der Eintrittspreis hoch: Letztlich müssen die Schutzgebiete, die sich über 17 Prozent des Landes erstrecken, von Reisenden finanziert werden.

Es gibt Tage, an denen man im Chobe-Nationalpark oder in den Wildreservaten Moremi und Kalahari keinem einzigen anderen Geländewagen begegnet, denn das Land ist schwer passierbar, und die Lodges sind oft nur per Flugzeug zu erreichen.

Welterbstätte mit grosser Tiervielfalt

Zu den Orten, die man einmal im Leben gesehen haben muss, zählt das Okavango-Binnendelta im Nordwesten. Der «Fluss, der nie das Meer findet» wurde 2014 von der Unesco zur tausendsten Welterbestätte ernannt. Das weitläufige Labyrinth aus Lagunen, Sümpfen, Wasserläufen und Inseln ist die Lebensgrundlage für Unmengen von Elefanten, Hippos, Zebras, Antilopen und Grosskatzen.

Wer mehr Geld als Zeit hat und in zwölf Tagen das Maximum aus Botswana herausholen will, bucht eine individuelle Rundreise bei Michael Poliza Experiences, der Reiseagentur des Afrika-erprobten Wildlife-Fotografen. Poliza befördert anspruchsvolle Natur- und Tierliebhaber hinein in faszinierende Bildmotive, sorgt für Erlebnisse jenseits des Bekannten und ­optimiert die Luxusabenteuer mit handverlesenen Lodges.

Flugsafari in Namibia

Hat man die Big Five (Elefant, Löwe, Leopard, Büffel und Nashorn) schon gesehen und möchte sich eher auf die surreale Schönheit der Dünenlandschaften und Wüsten konzentrieren, ist man auf einer Flugsafari durch Namibia richtig. Es locken unendliche Weiten und in Sossusvlei die höchsten Sanddünen der Welt. Diese wechseln je nach Sonnenstand die Farbe und sind nachts von einem prächtigen Sternenhimmel beleuchtet.

Bei einer Flugsafari fliegt man jeden Tag mit einer Cessna zum nächsten Camp. Ein sicherer Wert sind die Unterkünfte von Wilderness Safaris, einer Organisation des umweltbewussten Tourismus im südlichen Afrika. Die Camps beherbergen meist sechs bis zwölf Gäste und versprühen trotz zeitgemässem Design viel namibisches Flair. Das spektakulärste unter ihnen ist das Hoanib Skeleton Coast Camp in der Namib-Wüste – es ist eine der Etappen der individuellen Rundreise «Juwelen Namibias» des Schweizer Veranstalters African Collection Tours.

Ein zivilisiertes Stück Afrika

Für einen sanften Übergang von Europa nach Afrika ist Südafrika der perfekte Einstieg, um Safaris lieben zu lernen und mit der Wildnis auf Tuchfühlung zu gehen. Safaris in Südafrika sind gut kombinierbar mit einer klassischen Rundreise, die etwa von Johannesburg via Krüger-Nationalpark, Swasiland, Durban und Port Elizabeth (Garden Route) nach Kapstadt führt.

Ein Stück wildes Südafrika, wie es sich viele Genussmenschen erträumen, bieten die vier Singita Lodges, die sich auf zwei private Wildreservate im Krüger-Nationalpark und im südwestlich angrenzenden Sabi-Sand-Schutzgebiet verteilen. Die vier sehr unterschiedlich gestalteten Lodges sind kleine ­Gesamtkunstwerke des Wohlbefindens, die Luxus, aber keinen Protz bieten und neben animalischen Erlebnissen auch mit einer prima Küche überraschen.

Zootickets als Wiedergutmachung

Auch wenn man die Big Five im Krügerpark mit hoher Wahrscheinlichkeit zu sehen bekommt, kann es naturgemäss keine Garantie darauf geben. Dies verstehen allerdings nicht alle Schweizer Gäste, wie Claudio Nauli, Geschäftsführer des Veranstalters Private Safaris, feststellt: «Es gibt immer wieder mal Reisende, die Ansprüche auf Wiedergutmachung stellen, weil sie nicht alle Wildtiere vors Objektiv gekriegt haben. Diesen Kunden schicken wir dann zwei Zoo-Tickets und weisen sie freundlich darauf hin, dass nur dort die komplette Fotoausbeute garantiert ist.»

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