Unbeeindruckt von allen Krisenszenarien wird der weltweite Markt für Luxusgüter einer Studie zufolge in diesem Jahr kräftig wachsen. Die Umsätze mit teuren Uhren, Schmuck oder Designermode werden 2012 die Marke von 200 Milliarden Euro überschreiten, was einem Wachstum von 7 Prozent entspricht. Dies zeigt eine Untersuchung der Unternehmensberatung Bain gemeinsam mit dem italienischen Branchenverband Fondazione Altagamma.

Am stärksten sei das Wachstum in China mit 18 bis 20 Prozent. In den USA und Europa lege die Nachfrage um 5 bis 7 Prozent beziehungsweise um 2 bis 4 Prozent zu. Bis Mitte des Jahrzehnts erwarten die Experten für Luxusmarken pro Jahr Umsatzsteigerungen zwischen 7 und 9 Prozent.

Beflügelt werde das Geschäft seit der Krise der Jahre 2008 und 2009 ausser vom rasanten Wachstum in China von Verkäufen über das Internet und in markeneigenen Geschäften statt in grossen Warenhäusern. Die verzögerte wirtschaftliche Erholung in Indien und Russland sorge zudem in diesem Jahr für eine deutlich höhere Nachfrage nach Luxusartikeln.

Hinzu kämen neue Märkte wie Aserbaidschan, Brasilien, Indonesien, Kasachstan, Malaysia, Mexiko, Südafrika, die Türkei und Vietnam, heisst es in der Studie weiter. Untersucht wurde der Markt und die Ertragslage von 230 weltweit führenden Luxusgüterherstellern und -marken aus den Geschäftsfeldern Mode und Accessoire; noch teurere Grossanschaffungen wie Limousinen, Möbel, Yachten oder Immobilien blieben aussen vor.

Durchschnittsalter der Luxuskonsumenten sinkt in Asien

Im Geschäft mit Luxus-Mode und -Accessoires werden den Angaben zufolge bereits 30 Prozent der Umsätze in Schwellenländern erzielt. Auf Asien entfielen mehr als 50 Prozent: Allein 20 Prozent der weltweiten Ausgaben für Luxusgüter stammten von chinesischen Konsumenten.

In Asien nimmt laut Studie zudem das Durchschnittsalter der Luxuskonsumenten ständig ab, während es in Europa oder den USA steigt. Als weitere Trends für die nächsten fünf Jahre haben die Experten ausgemacht, dass sich Frauen immer stärker für teure Büro-Kleidung und Luxusuhren interessieren und Männer für Mode und Design.

Die betuchte Kundschaft verlange zudem immer höhere Qualität und bessere Verarbeitung, was vor allem dem besonders hochpreisigen Spitzensegment der Luxusbranche zugutekomme.

(tno/vst/sda)

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