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IWC: Fliegeralarm bei den Konkurrenten

Fliegen hat in Schaffhausen Tradition. Nun präsentiert IWC neue Fliegeruhren. Standesgemäss auf einem Flugplatz.

Von Birgitta Willmann
28.03.2006

Wie ein Hornissenschwarm, nur kreischender ertönt das Brummen des Motors einer Spitfire am Himmel. Elegant fliegt sie enge Kurven, sticht in die Wolken, um kurz darauf mit Getöse fast den Boden zu streifen. Wendig steigt sie höher und höher, zeigt ihre charakteristische Bemalung an den Flügeln, farbige Kreise, die sich stark von der Grundfarbe Olivgrün abheben. 20 000 Stück dieses Jagdflugzeuges bauten die Engländer im Zweiten Weltkrieg, 25 davon existieren noch. Und geniessen bei Technikfreaks Kultstatus.

Genauso wie das dazugehörige Equipment. Neben Karte, Kompass und Rechenschieber waren die Uhren das unentbehrlichste Navigationsinstrument der damaligen Piloten. Als Hommage an diese Helden der Lüfte mit ihren Maschinen galt daher die erste, im Jahr 2000 von IWC Schaffhausen lancierte und auf 1000 Exemplare limitierte Fliegeruhrenkollektion Spitfire. 2003 folgte eine ganze Spitfire-Linie, die nun erneuert wurde. Zusammen mit der Fliegeruhren-Classic-Kollektion und der Fliegeruhr Chronograph Automatic Edition Antoine de Saint-Exupéry stellte IWC die neuen Kollektionen auf dem englischen Flugplatz Goodwood vor. Und demonstrierte damit die Nähe zur Fliegerei. Die typisch englischen Witterungsverhältnisse – Nebel, Regen und Kälte – taten das Übrige, um eindrucksvoll die Widrigkeiten, denen die ersten Piloten in ihren engen und ungeheizten Cockpits ausgesetzt waren, in Szene zu setzen.

IWC ist stolz auf ihre Fliegeruhrentradition, war doch der Schaffhauser Uhrenhersteller bereits in den dreissiger Jahren mit seinen Pilotenuhren dick im Geschäft. 1936 stellte das Unternehmen seine erste spezifische Armbanduhr für Flieger vor, einen Zeitmesser mit schwarzem Zifferblatt und charakteristischen grossen Leuchtzeigern und Ziffern: die Mark IX. Für die deutsche Luftwaffe wurde im darauf folgenden Jahr eine professionelle Fliegeruhr entwickelt, die erste mit einem wirksamen Schutz gegen Magnetfelder. 1940 lancierte IWC ausserdem die erste grosse Fliegeruhr.

Mutter aller IWC-Fliegeruhren aber ist die Mark X. Auch sie wurde für den militärischen Gebrauch konstruiert, jedoch nicht nur von den Deutschen, sondern auch von den Engländern getragen. Die Erfahrungen mit ihr bildeten den Humus, auf dem schliesslich die Technik jener Fliegeruhr gedieh, die für sich den Begriff «Kult» in Anspruch nehmen darf: die Mark XI. Getragen wurde sie beispielsweise von den Piloten der Royal Air Force von 1948 bis 1984. Erst 1993 wurde sie von der Mark XII mit Automatik abgelöst. Heute ist sie ein begehrtes Sammlerstück.

Weil Fliegeruhren – obwohl sie keinen technischen Nutzen für die moderne, computergesteuerte Fliegerei mehr bieten – hoch im Kurs sind, hat IWC in den letzten Jahren eifrig für Nachschub gesorgt. Nach der Mark XV kommt nun die Mark XVI heraus, ebenso eine neue grosse Fliegeruhr, analog der 1940 lancierten, ausserdem ein Doppelchronograph in verschiedenen Modellen, die Chronograph Automatic und, als Neuheit in diesem Segment, das Midsize-Modell. Abgerundet wird die ausgebaute Kollektion von der Chronograph Automatic und der Spitfire. Und als Hommage an einen der berühmtesten Flugpioniere, Antoine de Saint-Exupéry, gibt es die Chronograph Automatic Edition Antoine de Saint-Exupéry in limitierter Auflage.

Warum gerade Saint-Exupéry? Für IWC ist der Vater von «Der kleine Prinz» nicht nur Literat, sondern in erster Linie Flugpionier. Unter anderem baute er in Argentinien das erste Luftpostnetz auf und hielt seine Erfahrungen mit den Gewalten der Lüfte im Roman «Nachtflug» fest. Die dort enthaltenen Emotionen will IWC mit der Uhr transportieren. CEO Georges Kern sagt es so: «Wir glauben an die Kraft von Geschichten.»

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