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Hotel-Rating 2013: Der grosse Unterschied

Ohne kompetente und motivierte Mitarbeiter kann selbst das schönste ­Hotel kaum punkten: Im 17. BILANZ-Hotel-Rating dominieren vorne die Klassiker, zu den Aufsteigern gehören vor allem Boutiquehotels.

Von Claus Schweitzer
23.07.2013, Aktualisiert am 12.08.2013

Was bringt ein gutes Hotel zum Strahlen? Die Mitarbeiter! Sie machen auch im Beau-Rivage Palace (Rang 1) in Lausanne den Unterschied aus – und brechen den etwas pompösen Glamour des Belle-­Epoque-Palasts mit entspannter Gastlichkeit und heiterer Professionalität.

Der diesjährige Primus unter den Schweizer Stadthotels ist ein Leuchtturm für herausragende Teamplayer. Ausnahmslos alle führenden Mitarbeiter des «Beau-Rivage Palace» gehören zu den Besten ihres Fachs. Dazu zählen Concierge ­Sylvie Gonin, Empfangschef Marcel Bernard, Spa-Leiter Stéphane Reumont und Sommelier ­Thibaut Panas. Aber auch Barchef Alexandre Peyraud, der als ­«Barchef des Jahres 2013» seinen Titel ­sozusagen stellvertretend für die ganze Crew holt.

Auch die wiederholt als «Hotelunternehmer des Jahres» ­nominierte Besitzerfamilie Landolt gehört zur Crème de la Crème im Geschäft, und François Dus­sart hat zweifellos das Zeug zum «Hotelier des Jahres». Sein Credo: Sei niemals nachlässig! Seine Leute überzeugt der kosmopolitische Franzose ­regelmässig davon, dass die Perfektion im Detail liegt und jeden Tag von neuem erarbeitet werden muss. Das kontinuierliche Update des stolzen Hauses durch eine Garde internationaler Innen­architekten, zuletzt etwa mit vierzig hinreissend renovierten Zimmern, ist bei dieser Dichte an engagiertem Personal fast nur noch eine angenehme Nebensache.

Im Dolder Grand (2), dem Spitzen­reiter der drei letzten Jahre, verleiht ein anspruchsvolles Kunstkonzept dem Glamour Tiefe. Dazu gehört das neue Kunst-iPad, das die Gäste durch die beachtliche Sammlung mit rund 130 Werken führt. Schade, dass das «Dolder» dieses Konzept nicht ganz so konsequent verfolgt wie etwa das «Royal Monceau» in Paris, das den Eingangsbereich als ­sublimen Kunst- und Architekturbuch­laden nutzt und zudem exklusiv einen «Art Concierge» beschäftigt, der gute Kontakte zur Kunstszene pflegt. Dafür ist die Summe der selbstverständlich erbrachten Aufmerksamkeiten im «Dolder» so erstaunlich wie die Küche von Heiko Nieder, ­unserem «Hotelkoch des Jahres».

Besondere Anerkennung verdient das Trois Rois (4) in Basel dafür, dass der Servicegeist trotz klaren Verkaufsabsichten in keiner Hinsicht nachlässt und der Hotelflorist für den aufwendigsten Blumenschmuck im Land unverändert aus dem Vollen schöpfen kann. Ausserdem ist Chef-Concierge Cristina Bally konstant eine der Besten ihres Fachs.

Urbane Retreats. Wie die beiden Erstplatzierten positioniert sich das Réserve Genève (6) als City Retreat und steht damit für die Tendenz in der weltweiten Stadthotellerie, die Stadt rund ums Hotel vergessen zu lassen. Die Gäste sollen sich wie in einem Country Resort oder zumindest wie in einer Hoteloase fühlen, mit dem Vorteil, innert weniger Minuten am Downtown-Geschehen teilhaben zu können. Unter den weltbesten Stadt­hotels gelingt dies dem Hotel Bel-Air (8) in Los Angeles, dem Royal Mansour (9) in Marrakesch, dem Cipriani (11) in Venedig, dem Four Seasons Hotel Firenze (12) und dem Oberoi Rajvilas (25) in ­Jaipur besonders gut. Auch das Capella Singapore (54) und The Siam (59) in Bangkok sind überzeugende Business-Leisure-Hybride.

Zu den internationalen Lieblings­adressen urbaner Luxusnomaden gehören vermehrt auch unabhängige Kleinhotels mit Privathaus-Flair, wo man das Frühstück morgens quasi direkt beim Koch in der Küche bestellt und es kaum Backstage-Bereiche fürs Personal gibt. So im Ett Hem (31) in Stockholm, im Algodon Mansion (32) in Buenos Aires oder im Ellerman House (39) in Kapstadt. Das Hub Porteño (70) in Buenos Aires begeistert zudem mit einem stark vernetzten Concierge-Team, das seine Aufgaben mehr als ernst nimmt und jedem Gast auf Wunsch die bestinformierten Ansprechpartner und lokalen Insider vermittelt, egal ob es um Tango, Polo, Kunst, Essen, Mode oder eine Landpartie in ein führendes Weingut geht.

Durchstarter und Newcomer. Bemerkenswerte Revivals sind diesmal dem Park Hyatt ­Sydney (10), dem Gritti Palace (24) in Venedig, dem Four Seasons Hotel Toronto (42) und dem ­Rosewood Hotel Georgia (91) in Vancouver gelungen. Das Fullerton Bay Hotel (13) an der Marina Bay Waterfront in Singapur und das ­Haymarket Hotel (26) in Londons Theaterdistrikt stiegen in unserer Wertung ­jeweils um zwölf Ränge. Ähnlich grosse Sprünge machten das Mandarin Oriental New York (2), das Four Seasons Hotel Bosphorus (14) in Istanbul und das Conservatorium Hotel (29) in Amsterdam. Bemerkenswert sind The Address Downtown (23) in Dubai, das Bulgari Hotel London (41), das Hotel Santa Teresa (52) in Rio de Janeiro, das Stue (62) in Berlin und das Aman Canal Grande Venice (67) in Venedig.

Mit einer beeindruckenden, fast schon poetischen Design- und Service-Sensibilität hat sich The Upper House in Hongkong aus dem Nichts auf Rang 3 katapultiert. Es trifft genau die Nische, die man in dieser Stadt voller ambitionierter, aber nie ganz zufriedenstellender Hotels sucht (zu gross, zu klein, zu laut, zu teuer, zu unflexibel) und bietet trotz lässigem ­Understatement alle Wahlmöglichkeiten, die man sich von den führenden Hotellerieketten wünscht. Die 117 Zimmer, die sich auf die obersten zehn Etagen eines Wolkenkratzers verteilen, sind mindestens 68 Quadratmeter gross – ihr Stil ist unaufgeregt, aber trotzdem aufregend.Der Blick auf die Teller im gemütlich mondänen Café Gray macht ebenso viel Freude wie die Aussicht über den Victoria Harbour und Kowloon.

«Where old school is the new cool» wäre der passende Spruch für die Londoner Luxushotellerie. Und ein weiterer lautete: Nur wer sich bewegt, bleibt. Unbeeindruckt vom Auf und Ab der lauten Konkurrenten und in sensationeller Weise modernisiert, fängt das ­unlängst noch als schwerfällig geltende Traditionshaus The Connaught (1) bei aller englischen Gemütlichkeit den ganz speziellen Vibe des heutigen London ein – unter anderem mit zwei wirklich interessanten Bars und einer sensationellen Brunnenskulptur des japanischen Architekten Tadao Ando vor dem Eingang. Ganz ohne Allüren, dafür nahe am Pulsschlag der Gäste, verleiht die Schweizer Direktorin Nathalie Seiler-Hayez dem heute weltbesten Stadthotel eine Integrität, die Ästhetik allein nicht vermitteln könnte. Sie sagt: «Eine unmotivierte Réceptionistin, und sei es nur eine einzige, kann das ganze Erlebnis, das wir vermitteln wollen, zunichtemachen.»

Ferien ohne Bling-Bling. Der Zeitgeist des Bling-Blings ist auch in der Ferienhotellerie vorbei. Die Lust auf globalisierten Chic schwindet, das Segment der prestigereichen Hotel­marken verliert bei anspruchsvollen Vielreisenden an Bedeutung. Die Stärke individueller Tophäuser, die eine Geschichte zu erzählen haben und dem Gast ein Erlebnis bieten, das er so nirgendwo sonst findet, nimmt zu.

Mit dem Konzept, so wenig Hotel wie möglich zu sein und zugleich höchste Service- und Luxusstandards zu gewährleisten, stechen immer mehr Hideaways heraus. Einheimische Vorzeigebeispiele mit dem gewissen frechen Etwas sind die Villa Honegg (8) auf dem Bürgenstock und The Omnia Mountain Lodge (14) in Zermatt. Auch das Vieux Manoir (10) am Murtensee, das Hotel Guarda Golf (19) und Le Crans (21) in Crans-Montana sind das glatte Gegenteil von Luxusherbergen, wie man sie landläufig versteht. Doch ­allesamt sind so exzellent geführt und ausgestattet, dass sie in ihrer Gesamtleistung manche Hotel­giganten in den Schatten stellen. Das «Vieux Manoir» schliesst vorläufig am 27.  Oktober – wegen der Verweigerung einer sanften Hotelerweiterung durch die Gemeinde.

Im Cervo (18) in Zermatt wirkt alles ­piratenmässig improvisiert, doch Gastgeber Daniel Lauber hat alles durchdacht und bis ins ­charmante Detail organisiert. Typisches Paradox in diesen Hotelperlen: Sie muten locker und entspannt wie ein zweites Zuhause an – das wunderbare Bett und das perfekt zubereitete ­Entrecôte kosten allerdings oftmals mehr als in den klassischen Spitzenhotels.

Zauberhafte Ferienorte. Zu den weltbesten «Anti-Hotels» mit unterschwelligem Superluxus und persönlichem Esprit zählen die Huka Lodge (1) in Neuseeland, die Southern Ocean Lodge (4) auf der südaustralischen Kangaroo Island, das private Südseeparadies Laucala Island (24) und The Point (25) am Saranac Lake nördlich von New York. Gerade gross genug für eine Handvoll Gäste, fühlt man sich in diesen Häusern wie ein Reisender zu Besuch bei einem exzentrischen ­Bekannten, der für alles gesorgt hat, sich aber gerade entschuldigen lässt.

Auch in Europa schlagen mancherorts die smarten Kleinen die etablierten Platzhirsche, allen voran La Réserve ­Ramatuelle (11) bei Saint-Tropez, das Whatley Manor (15) in den Cotswolds-Hügeln Südenglands, das Ballyfin (19) in Irland und die Villa Feltrinelli (21) am Gardasee.

«Downgrading de luxe» ist das Thema der neuen Generation schlicht-schicker Nobelabsteigen: Als Gast im JK Place Capri (33) und im Can Simoneta (49) auf Mallorca, in der neuseeländischen Matakauri Lodge (53) oder im südenglischen Lime Wood Hotel (64) braucht man sich keinem Hotelrhythmus anzupassen, sondern kann dann frühstücken, schwimmen oder dinieren, wenn man dies gerade wünscht – Improvisation ­zugunsten des Gastes macht hier niemanden nervös.

All diese zauberhaften Anwesen gehören zu den besten der guten Adressen rund um den Globus, weil sie die Träume ihrer passionierten Besitzer spiegeln, die mit freundlicher Kompromisslosigkeit und fern von Corporate-Strategien einfach die Art von Hotels schaffen, in denen sie selber gerne Gast wären.

Jenseits des Mittelmasses. Wir alle schätzen ein tadellos geführtes Hotel mit grosszügigen Platzverhältnissen und ­hocheffizienten Serviceleistungen. Doch noch mehr schätzen wir dieses Hotel, wenn es uns darüber hinaus auf irgendeine Art überrascht und emotional ­berührt. «Der Gast möchte wieder staunen lernen», bringt es Dietmar Müller-­Elmau auf den Punkt. Der Hausherr im oberbayerischen Schloss Elmau (2) ergänzt: «Der heutige Gast sucht nach ­Innovationen und ist entzückt, wenn er merkt, dass der Hotelier über die üblichen Standards hinaus ­gedacht hat.»

Diesem Bedürfnis gerecht zu werden, ist die Herausforderung der weltweiten ­Hotellerie. Schloss Elmau zeigt exemplarisch, dass man nicht ausschliesslich in der Boutique-Liga etwas fantastisch ­Eigenständiges zustande bringen kann – auch ein Grandhotel in ländlicher Idylle vermag viel reisende Weltbürger zu verblüffen. Einzigartig auf Elmau ist nicht nur das 5000-Quadratmeter-Spa mit getrennten Bereichen für Erwachsene und für Familien mit Kindern, sondern auch die Wert­schätzung für alles Kreative: Die fast ­täglich stattfindenden, oft hochkarätig besetzten Klassik-, Jazz- und Literaturveranstaltungen sind ein Markenzeichen des Hotels.

Und als wäre das nicht genug, holt Dietmar Müller-Elmau Anlauf zu einem weiteren Paukenschlag: Im nächsten Sommer wird in Sichtweite des Schlosshotels das «Elmau Retreat» eröffnen, das für all diejenigen die bessere Alternative zum Haupthaus ist, die innerhalb der weitläufigen Elmau-Ländereien eine noch exklusivere Rückzugsmöglichkeit mit zeitgemäss klösterlicher Anmutung suchen.

Gehobene Freizeit-Erlebnisse. Unter den grös­seren Ferienhotels sind vor allem jene in den vorderen Rängen zu finden, die es schaffen, sich intuitiv auf jeden Gast einzustellen und jedem Einzelnen ein stimmiges individuelles Gesamterlebnis zu bieten. In der Schweiz gelingt dies derzeit dem Castello del Sole (1) und dem Eden Roc (3), beide in Ascona, dem Tschuggen Grand Hotel (4) in Arosa und dem Riffelalp Resort (5) ob Zermatt besonders gut. Das wiederholt erstplatzierte «Castello del Sole» ist kein Meilenstein der Innovation, aber ein ­Refugium der Seele an einem der schönsten Flecken in Europa.

Neu in den Top 25 der Schweiz dabei sind das Frutt Lodge & Spa (23) in Melchsee-Frutt und The Alpina (24) in Gstaad. Beide Bergrefugien gingen aus Immobilienentwicklungen hervor, die einen Hotelbetrieb integrieren mussten, um überhaupt bewilligt zu werden. Schaut man etwas genauer hin, ist das «Frutt Lodge & Spa» im Detail deutlich bedürfnisgerechter konzipiert und liebevoller geführt als das «Alpina», das in ­internen Kommunikationsabläufen noch furchtbar viele Fehler macht und sich mit grossem Marketinggetöse am Gast vorbei­inszeniert. Zwar ist der Innenausbau im alpinen Chalet Chic und mit flächendeckend verarbeitetem Altholz gelungen. Doch fehlt dem Hotelteam das «feu sacré», dem Six Senses Spa das ­Tageslicht und dem Haus ein klares Differenzierungsmerkmal.

Überraschend wenig überraschend sind weitere Neulinge: In den Luxus­absteigen Crans Ambassador in Crans-Montana, Resort Collina d’Oro ob ­Lugano und Cordée des Alpes in Verbier kommt bisher kein solider Mehrwert herüber, weshalb sie es auch nicht in die ­BILANZ-Charts 2013 geschafft haben.

Internationale Strahlkraft. Auf Rang 29 steigt das radikal erneuerte Park Hotel Vitznau am Vierwaldstättersee ein. Es prunkt mit zahlreichen Superlativen – so wurden 47 Arten Granit verbaut, im Keller lagern zigtausend Weinraritäten im Wert von 30 Millionen Franken, und im Mega-Aquarium ziehen kleine Haifische ihre Runden durchs Spa –, doch die Aura heiterer Gelassenheit ist beim Umbau ebenso verloren gegangen wie der Bezug zur ­Geschichte und zum Standort. Aus der alten Hoteldame ist ein unterkühlter ­Macho-Palast ­geworden, der genauso gut in den Emiraten stehen könnte.

Trotzdem gibt es Hoffnung. Immer noch und immer wieder gibt es Hotels, in denen die ursprüngliche Idee des Grandhotels weiterlebt: Häuser mit Charme, ­erfüllt mit Leben, geführt mit Liebe – wie das Gstaad Palace (2), das im kommenden Winter sein 100-Jahr-Jubiläum feiern wird. Heute das einzige Grandhotel im Berner Oberland mit internationaler Strahlkraft, ist das weisse Märchenschloss weder auf die Selbstbeweih­räucherung eines Mäzens noch auf absolute Gewinnmaximierung ausgerichtet, sondern vor allem auf die Bedürfnisse seiner Gäste.

Abenteuer mit Luxusgarantie.Stilbildende Traumhotels finden sich vermehrt in Ländern, in denen man das Wasser nicht trinken kann. Die dortige Tendenz: Abenteuer werden luxuriöser – und Luxus wird abenteuerlicher. In den Singita Game Reserves (6, 10 und 34) in Südafrika und Tansania bekommt man das Beste beider Welten. In echter Wildnis und doch immer sehr im Hemingway-Luxus erlebt man grosses Seelenkino. Nervenkitzelnde Safaris holen die Gäste aus ihrer Komfortzone heraus – aber nicht zu weit und nicht zu lange. In den Lodges werden alle Erwartungen an Ästhetik, Service und Küche übertroffen. Die internationale Traveller-Gilde applaudiert. Wenn es beim Reisen um Momente geht, die das Herz höher schlagen lassen und in der Erinnerung für immer weiterleuchten, dann gibt es etwas beim «Singita-Erlebnis», das alle Sorgen vergessen und den Gast das Leben mit allen Sinnen spüren lässt.

In den Ranglisten der weltbesten Ferienresorts fällt eine Verschiebung der Luxushotelgruppen auf: Während vor wenigen Jahren zahlreiche Four-Seasons- und One-&-Only-Häuser die BILANZ-Charts anführten, rücken nun kleinere, ultraexklusive Gruppen wie Aman Resorts, Orient-Express Hotels und Como Hotels & Resorts vor. Die grossen globalen Marken sind heute vielen Ferienreisenden zu genormt, zu steril, zu vorhersehbar – zudem fehlt oftmals der lokale Groove. Auch reicht es nicht mehr, einen berühmten Designer und einen namhaften Küchenchef zu engagieren oder auf Markt­analysen und Gästebefragungen zu ­vertrauen. Letztere lullen die Hoteliers nur ein, weil 95 Prozent der Stammgäste zufrieden sind. Es braucht ein Quantum Voodoo für den durchschlagenden Erfolg im sensiblen und hart umkämpften ­Hotelmarkt, der nur jene überleben lässt, die gute Ideen mit einem feinsinnigen Gespür für den jeweiligen Standort ­umsetzen.

Steve Jobs der Hotelwelt. Adrian Zecha, der aktive Gründer von Aman Resorts, ist der Steve Jobs der ­Hotelwelt: Der Kunde weiss nicht, dass er es unbedingt möchte, bis es plötzlich auf dem Markt ist. Zecha spürt, was seine Gäste als Nächstes wünschen, und macht es dann mit ausserordentlicher kreativer Energie stets richtig. Ein Blick ins Amanpuri (3) im thailändischen Phuket, ins Amangiri (18) im US-Bundesstaat Utah oder ins Amanruya (27) im türkischen Bodrum reicht: Der pure Aman-Stil ist der Inbegriff von «Anti-Bling-Bling» und wirkt so beruhigend, dass man eigentlich gar kein Spa mehr braucht. Und mit dem neuen Amanzoe (43) hat auch Griechenland eine neue Homebase für Luxus-­Globetrotter.

Den Häusern der Kette Orient-Express Hotels haftet ebenso ein schwer erklärbarer Zauber an. Neben der überaus entspannten Luxusatmosphäre hinterlassen die meisten der 33 Häuser mit ihren spektakulären Lagen einen starken emotionalen Eindruck – etwa El ­Encanto (28) im kalifornischen Santa Barbara oder La Samanna (54) auf der Karibikinsel St. Martin, aber auch europäische Schmuckstücke wie La Residencia (16) auf Mallorca und das Splendido (29) in Portofino.

Cecilia ­Pescini, seit 25 Jahren der gute Geist der toskanischen Villa San Michele (39), sieht es folgendermassen: «Ein gutes Hotel erkennt man daran, dass sich die Gäste ganz selbstverständlich darin ­bewegen – weil sie so entspannt sind und sich wohlfühlen.»

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