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Hotel-Rating 2008: Sterne mit Welt-Format

Selten hat es so viel Bewegung in der Höchsthotellerie gegeben wie 2008. Was zählt, sind warmherziger Lifestyle und luxuriöse Naturerlebnisse.

Von Claus Schweitzer
26.09.2008

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Die vollständigen Ranglisten 2008

Wer wo am besten abschneidet in der Schweiz

Ob Zermatt oder Zürich, ob Mau­ritius oder Miami – alles folgt dem Leitspruch des Gross­hoteliers Conrad Hilton: Der Gast geht in Hotels, um etwas zu finden, das er zu Hause nicht hat. Dass er ausserdem ein bequemes Bett braucht und einen Service, der ihm das Leben leicht macht, gerät dabei beinahe zur Nebensache.

«Living Legends» top. Nachdem man einmal im Fairmont Le Montreux Palace abgestiegen ist, wird man den Begriff «Grandhotel» nie mehr einfach nur so verwenden. Die Anziehungskraft des Belle-Epoque-Palasts ist enorm, die Erneuerungen der letzten Jahre zeugen von erstaunlicher Vitalität. Und trotz 400 Betten zeichnet sich das beste Stadthotel der Schweiz durch die liebenswürdige Serviceperfektion eines erlesenen Kleinhotels aus. Der Gast hat das Gefühl, erwünscht zu sein, statt nur erwartet zu werden.

«Snob-free» will Hoteldirektor Michael Smithuis sein Team haben. Warmherzigkeit, Feingefühl und Vorstellungsvermögen sind die Attribute, die er bei seinen Mitarbeitern fordert und fördert. «Ich bin nicht der Oberclevere hier im Hotel, der immer alle Antworten parat hat.» Frische Ideen, etwa vom soge­nannten Green Team in Sachen Umweltbewusstsein, werden umgehend in die Tat umgesetzt. Individualität und lokaler Lifestyle sind Smithuis wichtiger als die Corporate-Vorgaben der Hotel-Company. «Nichts ist so langweilig wie Standardisierung und nichts so schnell aus der Mode wie ein Trend.»

Schliesslich dreht sich alles um den Gast. Mit «stealth wealth» kommt dieser heute oft daher. Will heissen, er betritt in äusserst salopper Erscheinung die Lobby – ist aber ein millionenschwerer Imperienlenker. Und zeichnet sich durch einen immer grösser werdenden Hunger nach persönlicher Behandlung aus. Gute Hotels begegnen diesem Bedürfnis mit ambitionierten Gästedateien – ein Albtraum für Datenschützer. Doch im Idealfall wundert man sich höchstens über die erstaunliche Ballung glücklicher Zufälle, die einem den Aufenthalt so angenehm machen wie etwa im zweitplatzierten Beau-Rivage Palace. Nach einem Formtief im letzten Jahr strahlt das Lau­sanner Nobelhotel wieder in gewohnter Souveränität. Und so können wir an dieser Stelle mit einem Vorurteil aufräumen: Kein Gast wird hier schlechter behandelt, weil er unbekannt ist; doch manch Prominenter vielleicht ein wenig besser  …

Erfolgsfaktor Mensch. Nichts verbessert die Herzlichkeit des Empfangs, die Qualität des Bettbezugs oder die Professionalität des Spa-Therapeuten mehr als eine starke Konkurrenz. In einem hart umkämpften Markt, der sich immer mehr über den Service definiert, weil die Luxushotels die Grenze des materiellen Wettbewerbs erreichen, jagen sich die Top-Häuser gegenseitig ihre Top-Angestellten ab. Gute Leute, die gerne im Hotel arbeiten, sind rar. Während selbst vorbildlich geführte Hotels nur mit Mühe passende Mitarbeiter finden, konnte das Zürcher Dolder Grand aus Tausenden von Bewerbungen auswählen. Ein hochgradig gastbewusstes Team aus rund 350 Mitarbeitern zusammenzustellen, die sich in kurzer Zeit harmonisch einzuspielen verstehen, war denn auch die grössere Herausforderung, als eine halbe Milliarde Franken zu verbauen. Wurde die Mission erfüllt? Wir glauben, ja. Die Zimmerauslastung der ersten sechs Öffnungsmonate mag unter den Erwartungen liegen, doch die neue Hoteldiva hält, was sie ihren Gästen verspricht, und steigt auf Rang 4 im BILANZ-Hotel-Rating ein. Die Balance aus Alt und Neu, Dezent und Pompös ist gelungen, und obschon alles brandneu ist, wirkt das Ganze gewachsen und verströmt eine hochwertige Eleganz. Nur eines ist zu bemängeln: Bei aller Professionalität der strahlend jungen Crew fehlen einzelne Altmeister-Charaktere, die nicht zu glatt sind und einem Grandhotel den unvergleichlichen Touch geben.

Pflege der Details. Jeweils um einen Rang verbessern konnten sich das Trois Couronnes (7) in Vevey und das Park Hyatt Zürich (8). ­Ersteres verwöhnt seine Gäste mit einer Mischung aus familiärer Atmosphäre und weltläufiger Klasse, was nur ganz wenigen Häusern gelingt. Luxus liegt im Detail, so die Philosophie des «Park Hyatt Zürich»: Fein duftende Badezimmerwäsche, kunstvoll arrangierte Blumendekorationen oder Yoga-Matten in den Suiten zählen hier zu den Standards.

Ums Victoria-Jungfrau (3) in Interlaken, das sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer wieder wegweisend erneuern konnte, ist es trotz bestorganisiertem Service und Top-Spa etwas ruhig geworden. Das eine oder andere Poten­zial wird (noch) nicht genutzt, etwa die Aufwertung des rückwärtigen Aussen­bereichs zum Traumgarten.

Etwas an Dynamik verloren haben auch die beiden Design-Bastionen La Réserve (14) in Genf, wo zu viele Mitarbeiter zu selbstgefällig agieren, und Widder (13), das als historischer Teil der Zürcher Altstadt einmalig bleibt, jedoch innenarchitektonisch in die Jahre kommt. Auch im Genfer Le Richemond (28) – obwohl erst vor einem Jahr mit Multimillionenpower und potenten PR-Windmaschinen wiedereröffnet – hat man nicht den Eindruck, bei einem Aufstiegskandidaten zu logieren. Es ist das erste Hotel von Sir Rocco Forte, das irgendwie missraten ist.

Ein cooles Crossover aus 120-jährigen Mauern und modernem Lifestyle ist
Jean-Jacques Gauer im Château d’Ouchy (20) in Lausanne gelungen. Die weit­läufige Lobby-Lounge ist chic und wohnlich zugleich, und die unkompliziert sinnenfrohe Küche lockt viele Lausanner hinunter an den See. «In einer kleinen Stadt muss man ein Hotel für die Einheimischen öffnen, in einer grossen Stadt eher schliessen», sagt Gauer.

Während die Genferseeregion mit insgesamt 19 Vier- und Fünfsternehäusern in den BILANZ-Charts vertreten ist, der Grossraum Zürich mit 13 und die Stadt Luzern immerhin mit 7, sind Bern (2 Hotels) und Basel (4, davon 3 in den hintersten Rängen) die reine Hotelwüste für anspruchsvolle Luxustraveller. Begeisternd ist lediglich das Basler Les Trois Rois (5), respektabel sind das Bellevue Palace (24) und das Allegro (29) in Bern.

Bodenständiger Glamour. Erstmals führt das Gstaad Palace die Liste der besten Ferienhotels an. Es ist nicht nur eines der letzten inhabergeführten Luxushotels der Schweiz, sondern auch eines der charaktervollsten. Die Ernsthaftigkeit und die Liebe, mit denen Andrea Scherz in dritter Generation seinen Alpenpalast weiterentwickelt, zuletzt etwa mit dem unvergleichlichen neuen Spa, beeindrucken. Scherz feiert die Grand­hotellerie, indem er eine grossartige ­Atmosphäre kreiert, die gemütlich und ­extravagant zugleich ist und bei aller Unkompliziertheit nicht der notwendigen Fünfsterneperfektion ermangelt. Seine Grundidee: Ein Hotel muss ein kommunikativer Ort sein. Man braucht nur einen Blick in die weitläufigen Hallen zu werfen: Sie sind von Leben und Heiterkeit erfüllt, viele Sprachen schwirren durch die Luft, es sind Luxushotelszenen wie aus einem Film. Obwohl das «Gstaad Palace» vor allem jene Leute anlockt, die Geld haben und es auch ausgeben wollen, strahlt es ­jene Gelassenheit aus, die man mit Geld allein nicht kaufen kann. Im letzten Sommer wurde der Familie Scherz ein Kaufangebot im hohen dreistelligen Millionenbereich unterbreitet. «Hätten wir verkauft», sagt Scherz, «hätten wir unsere Wurzeln verloren und unsere Seele.»

Weltweite Strahlkraft hat sich das Tschuggen Grand Hotel (4) in Arosa mit seinem Knock-out-Spa erworben – unten Wohlfühlstollen, oben Leuchtskulptur. Auch einmalig: die Freude, mit der hier Gäste empfangen werden.

Vielfältige Rezepte. Am hellsten leuchten die Servicesterne derzeit im
Albergo ­Giardino (5) in Ascona – mit der besten Crew, die das reinrassige Ferienhotel je hatte. Philippe und Daniela Frutiger sind das Gegenteil von jenem Typ Gastgeberpaar, der sich den ganzen Tag bemüht, nicht das Falsche zu tun, ­anstatt einfach das Richtige anzupacken.

Auch das Park Hotel Weggis (6) war in all den Jahren noch nie so nah dran an dem, was das Team erreichen wollte, wie heute. Soeben hat es mit dem Poho (45) in Weggis ein trendiges Zweithotel für die iPod-Generation eröffnet.

St.  Moritz ist mit drei aufgefrischten Hotellegenden in den Top Ten vertreten: Das Kulm Hotel (7) hat an einem gründlichen Feintuning interner Abläufe gearbeitet und zeigt viel Gefühl für den Gast und Gespür für zeitgemässe Behaglichkeit, während sich das unschlagbar gelegene Suvretta House (9) im ritualisierten Konservatismus gefällt und das weltläufige Badrutt’s Palace (12) mit immer neuen Superlativen auftrumpft. Das total erneuerte Carlton (19) in St.  Moritz holte zu einer innenarchitektonischen Kitsch­attacke aus und sucht noch nach klarer Positionierung, erfreut jedoch mit riesigen Suiten und tadellosem Service.

Das am schnellsten aufstrebende ­Ferienhotel ist der Kronenhof (8) in ­Pontresina. Wer durch die Hallen und ­Salons gegangen ist, der hat nur ein müdes Lächeln übrig für so manches vermeintlich historische Hotel – dennoch sind die Zimmer und das Spa ganz von heute. Heinz E. und Jenny Hunkeler, unsere «Hoteliers des Jahres», sorgen für un­angestrengten Luxus.

Die ebenfalls im Aufwind befindlichen Berghotels Waldhaus Flims (11) und
Lenkerhof (10) in Lenk zeigen exemplarisch, dass sich zeitgemässe Coolness und alpine Gemütlichkeit nicht ausschliessen. Die spektakulär schöne Omnia Mountain ­Lodge in Zermatt (26) könnte in der ­Topliga mitspielen, wenn nicht ständig die Direktoren wechselten und der Service ­immer wieder dramatisch abschlaffte. Beim Grand Resort Bad Ragaz setzt ­BILANZ dieses Jahr mit der Bewertung aus, weil derzeit rund um den durchgehend geöffneten Quellenhof 150 Millionen Franken verbaut werden. CEO Peter Tschirky ist Neuem gegen­über sehr aufgeschlossen und keiner, der beim Überbordwerfen von Traditionen lange hadert. Das revitalisierte Resort lässt sich ab Frühjahr 2009 neu erleben.

An Luxushotels herrscht kein Mangel in der Schweiz, doch wo bleiben ei­gentlich die Traumhotels im mittleren Preissegment? In der vom Luxusboom berauschten und von Hotelmäzenen dominierten Branche sind die Hoteliers, die nicht von Super­luxus träumen und ansprechende Doppelzimmer zwischen 250 und 400 Franken bieten, fast in Vergessenheit geraten. Doch es gibt sie, die unkomplizierten Adressen mit Stil: Das ­Castell (13) in Zuoz und der Schweizerhof (25) in Lenzerheide überzeugen mit einer unkonventionellen Gastlichkeit auf hohem Viersterneniveau und setzen auf modernes Wohlfühldesign, ein feinsinniges Spa-Angebot und spannende Vielfalt für den Magen.

Die Ferienhotels Cœur des Alpes (1) in Zermatt und Zauberberg (2) in Davos sowie die Stadthotels Florhof (1) in Zürich und Krafft (2) in Basel beweisen, dass man auch im Dreisterne- und Unique-­Bereich überzeugen kann. Sie verkörpern das, was wir von jedem Hotel erwarten: Persönlichkeit, Herzlichkeit und eine Gastfreundschaft, die niemals gedrillt werden musste.

Warmherziger Lifestyle. Auch der Vergleich der weltbesten Stadthotels zeigt: Wahrer Luxus definiert sich heute nicht über Protz und Angeberei, sondern besteht aus unangestrengter Eleganz und warmherzigem Lifestyle. Das Park Hyatt Tokyo führt nach einem Sprung von Platz 5 auf 1 die Liste der City-Hotels an und liegt erstmals vor dem langjährigen Primus, dem Four Seasons George V in ­Paris. Beide Hotelgruppen überzeugen mit der Perfektion in kleinen Dingen und bieten dem Gast alles, was er braucht, aber nichts Unsinniges darüber hinaus. Beide tun kaum etwas, das einfach nur exzessiv ist, und zeigen kein Verständnis für Gier und Verschwendung. Während Park ­Hyatt für «casual elegance» und schlicht-raffiniertes Design steht, zeichnet sich Four Seasons in den meisten ihrer 75 Häuser rund um den Globus durch die Harmonie von Klassik und Moderne aus.

2008 ist das Jahr der spektakulären Aufstiege: Das Le Meurice in ­Paris schiesst vom 29. auf den 12.  Platz, das ­Ciragan Palace Kempinski in Istanbul vom 18. auf den 9. und das Brown’s Hotel in London vom 46. auf den 25. Ähnlich bemerkenswert sind die Abstürze: Das ­Cipriani, die Top-Adresse in Venedig und vor wenigen Jahren noch mit internationalen Auszeichnungen überhäuft, fällt nach dem Weggang des langjährigen ­Hoteldirektors Natale Rusconi von Platz 14 auf Platz 26. The Dorchester in London bleibt zwar eine prestigeträchtige Adresse, fällt jedoch von Platz 16 auf 30.

Aufregend in ihrer Individualität sind das Shutters On The Beach (11) in Los Angeles, The Tides (15) in Miami South ­Beach sowie das Park Hyatt Dubai (19). Bemerkenswerte Newcomer in der Hotelszene sind auch The Peninsula Tokyo (24) und das von Hyatt kreierte Andaz in London (28).

London ist mit der höchsten Zahl (11) von Hotels in der Bestenliste vertreten, gefolgt von New York mit 7 und Paris mit 6. In der Themsemetropole geben derzeit das One Aldwych (10), das Mandarin Oriental Hyde Park (17) und das Claridge’s (20) den Ton an. In Manhattan haben das Four Seasons New York (5), The Carlyle (16) und das St. Regis (22) die besten Plätze inne. Auffallend ist, dass fast alle tonangebenden Stadthotels im Ausland einer Hotelgruppe angeschlossen sind. Das Geheimnis: Brand Power. Four Seasons findet sich mit 8 City-Herbergen im BILANZ-Rating wieder, Mandarin Oriental mit 6, Park Hyatt mit 5, The Peninsula und Rocco Forte mit jeweils 4.

In Asien verteidigen The Peninsula Hong Kong (von 2 auf 4), The Oriental Bangkok (von 7 auf 6) und das Raffles Hotel Singapore (von 13 auf 18) ihre Stellung als jeweils beste Häuser der Stadt, das Gleiche gilt für das Adlon Kempinski (8) in Berlin und das Alvear Palace (13) in Buenos Aires. Kontinuierlich im Aufstieg ist The Setai in Miami (von 4 auf 3). Der atmosphärische Mix aus «Sex & the City» und Asian Chic hat wegweisenden Charakter für urbane Nomaden.

Luxuriöses Naturerlebnis. Kann ein Hotel, das erst vor anderthalb Jahren eröffnet hat, heute das beste Ferienhotel der Welt sein? Wenn es ein Four-Seasons-Hotel ist, dann ja. Das Four Seasons ­Resort Koh Samui setzte die Latte so hoch an, dass selbst massgebliche Tropenklassiker wie das Amanpuri (3) auf Phuket, das Le Prince Maurice (6) auf Mauritius oder das North Island (7) auf den Seychellen etwas blass aussehen.

Das «Four Seasons Resort Koh Samui» bietet Freiraum für gestresste Städter, die auf der Suche nach Selbstbestimmung, Individualität und absoluter Privatsphäre sind. Der Luxus besteht hier in den hundert Möglichkeiten, ein erfrischendes Bad in einer touristenfreien Bucht zu nehmen, eine Dämmerstunde unter Kokospalmen zu verbringen oder in Musse den grün fluoreszierenden Schuppenpanzer einer Eidechse zu bewundern. Das formidable Spa, die riesigen Pavillon-Suiten (alle mit eigenem Pool) und der legendäre Four-Seasons-Service sind nur noch eine angenehme Nebensache.

Weniger ist mehr. Nach Einschätzung von Reiseprofis mit grosser Hotel­erfahrung liegt das ­derzeitige Epizentrum der weltbesten ­Ferienhotels in Südostasien. Gezähmte Dschungelidyllen wie das Four Seasons Resort Bali at Sayan (5) oder das ebenfalls balinesische Amankila (11) betören die Gäste mit einer gefährlich sorglosen Atmosphäre. Und laufend werden neue tropische Verstecke der Superlative eröffnet, etwa das Six Senses Hideaway Yao Noi (8) bei Phuket – in typischer Six-Senses-Manier wurde die Anlage nach höchsten ökologischen Standards und mit einer Art geerdetem Luxus eingerichtet. Übertriebene Services wie etwa Wasser-Sommeliers in Hotelrestaurants, die helfen sollen, aus vierzig verschiedenen Mineralwassern aus aller Welt auszuwählen, sucht man vergeblich. Solche Kapriolen empfinden heute ohnehin viele Reisende als Qual und falsch verstandene Art von ­Luxus. «Less is more», heisst das Motto. Natürlich muss Luxus sein, aber es geht bei wirklich guten Adressen heute noch viel mehr um Atmosphäre und Ästhetik, Raum und Ruhe, Naturnähe und vor allem um die Leichtigkeit des Seins.

Diese Qualitäten vereinen auch die topgesetzten europäischen Hotels. Das beste, Whatley Manor (2) in der südenglischen Countryside, begeistert mit einem lückenlosen Konzept des Understatement in Kombination mit einer der schönsten privaten Parkanlagen. Gummistiefel sind hier so hip wie Highheels, und die Atmosphäre kultivierter Gelassenheit trägt viel dazu bei, dass man nach zehn Minuten die Zeit und nach zwanzig Minuten die Welt vergisst. Auch La Residencia (4) auf Mallorca und Schloss Elmau (20) in den bayrischen ­Alpen zählen zu jenen einzigartigen Ferienhotels, in denen nichts künstlich aufge­brezelt wird, sondern eine selbstbewusste Natürlichkeit herrscht und man nicht mit aller Kraft darum bemüht ist, etwas vorzuführen, was nicht vorhanden ist.

Claus Schweitzer, Reisespezialist und ständiger Mitarbeiter der BILANZ,
claus.schweitzer@bluewin.ch

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