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Hier fährt der Chef: Audi A6 3.2 FSI Quattro

Mit dem A6 begeht der Quattro den 25. Geburtstag standesgemäss. Dem Edelgefährt aus Ingolstadt macht auch die deutsche Konkurrenz nichts mehr vor.

Von Beat Imwinkelried
12.07.2005

Im Kadersegment dominieren zumindest in der Schweiz die drei Erzrivalen Audi, BMW und Mercedes-Benz. Die restlichen Anbieter kommen im besten Fall zu Achtungserfolgen. Deshalb ist dieser Dreikampf besonders spannend. Das Oberklassensegment (im Fachjargon E1-Segment genannt) wurde traditionell von der Mercedes E-Klasse sowie der 5er-Serie von BMW dominiert. Audi hat sich hier mit dem A6 erfolgreich etabliert, unter anderem dank den sparsamen TDI-Dieselmotoren und den für den hiesigen Markt wichtigen Quattro-Antrieb. Schon 1983 war der Vorvorgänger, der Audi 100, mit einem CW-Wert von 0,3 die aerodynamisch günstigste Limousine der Welt. Heuer feiert der Quattro seinen 25. Geburtstag, eine Innovation, die zum Grundpfeiler des Erfolgs geworden ist. Vor allem Techniker wissen, dass die Audi-Allradtechnologie – neben Subaru – die ausgereifteste und ausgefeilteste ist. Mit dem neuen A6 scheint es nun Audi mindestens auf dem Papier gelungen zu sein, die Konkurrenten einzuholen oder gar auf die Plätze zu verweisen.

Der Audi A6 vertritt den typischen Stil des Hauses mit fliessenden Linien. Der V6-Motor hängt gut am Gas. Beim Anfahren kommt kurz das Gefühl eines «Lochs» auf, aber daran hat man sich schnell gewöhnt. Sonst ist die neue Leichtmetallmaschine drehfreudig. Auf der Autobahn entpuppt sich der A6 als grossartige Reiselimousine. Ausserdem schieben die 330 Newtonmeter den ehrgeizigen Ingolstädter kraftvoll durch die Stadt. Was sofort auffällt: wie weich und schnell mit der 6-Stufen-Automatik die Gänge gewechselt werden. FSI steht übrigens für den Benzin-Direkteinspritzmotor. Dessen Sparsamkeit wurde im Sport schon oft unter Beweis gestellt. Im legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans hat der FSI-Motor Audi bei der Anzahl Tankstopps einen Vorteil verschafft und ihm dreimal in Folge zum Doppelsieg verholfen.

Unser Testwagen war mit einem Sportfahrwerk ausgerüstet. Dieses passt bezüglich Federungskomfort weniger gut zu einer luxuriösen Reiselimousine für 90 000 Franken (Testfahrzeug). In diesem Punkt muss Audi den Stuttgartern wohl weiterhin den Vortritt lassen: Die E-Klasse ist angenehmer gefedert. Komfortliebhaber müssen wohl auf die später lieferbare Luftfederung warten. Bezüglich Fahreigenschaften gibt es dann nichts mehr zu meckern. Der Audi A6 vermittelt Sicherheit.

Das Innere des Audi A6 gehört zu den Stärken dieses Modells. Das Interieur wirkt ansprechend, hochwertig und solide gemacht. Die Platzverhältnisse entsprechen den Ansprüchen in der Oberklasse und haben sich gegenüber dem Vorgänger spürbar verbessert; trotzdem hat man nie den Eindruck, in einer Staatskarosse zu sitzen. Materialwahl und Fertigungsqualität sind Spitzenklasse. Das Lenkrad ist etwas bieder, alles andere im Cockpit aber top. Das MMI-Bediensystem (Multi-Media-Interface) ist logisch aufgebaut und für Vielfahrer eine gute Unterstützung. Grosse Tasten helfen zur Übersicht. Der Drehknopf in der Mitte weist eine verblüffende Ähnlichkeit zum (ursprünglich) viel verschmähten iDrive von BMW auf. Die Bedienung ist aber einfacher und mit weniger Untermenüs versehen als beim Münchner Konkurrenten.

Im täglichen Umgang ist es wichtig, dass sich Klimaanlage, Radio oder Navigation mit dem präzisen MMI-System leicht und schnell bedienen lassen. Eines der wenigen Beispiele dafür, dass die Kopie besser sein kann als das Original. In Kombination mit dem Autotelefon (Optionspreis: 1780 Franken) bietet der von mir gefahrene Audi A6 Quattro wirklich alles, wovon der Vielfahrer in der Oberklasse normalerweise träumt. Die Sitze sind sehr bequem und bieten guten Halt. Das Sitzmaterial (Alcantara Perlnappa) ist natürlich auch das beste (selbst für Träger von Brioni-Anzügen eine akzeptable Beinunterlage).

Sonderangebote sind die aktuellen Audi-Modelle bekanntlich nicht, und die Liste der aufpreispflichtigen Extras fällt auch beim A6 3.2 Quattro üppig aus. In der Schweiz werden zudem 62 Prozent aller A6 als Kombi bestellt, was die Sache auch nicht zum Schnäppchen werden lässt.

Fazit: Mit dem Audi A6 3.2 Quattro hat Audi eine luxuriöse Reiselimousine aufgelegt. Der A6 nähert sich wieder dem klassischen, elegant-funktionalen Design an, was erfreulich ist. Das Interieur, die Materialwahl und die Fertigungsqualität sind Spitzenklasse. Für jene, die (auf hohem Niveau) sparen wollen, ist der Audi A6 3.0 TDI Quattro dank niedrigeren Treibstoffkosten insbesondere für Vielfahrer die attraktivere Variante.

Audi A6 3.2 FSI Quattro

Antrieb: Vierradantrieb
Motor: 3,2 Liter, 6 Zylinder
Leistung: 255 PS / 188 kW
Drehmoment (1): 330 Nm bei 3250 U/min
Energieeffizienz (2): E
Tankinhalt: 80 Liter

(1) Der Drehmomentverlauf in Abhängigkeit von der Drehzahl ist massgebend für die Motorelastizität (Durchzugskraft) sowie für das Beschleunigungs- und das Steigvermögen eines Autos.

(2) Neu ist seit 2003 die Angabe der Energieeffizienz für Personenwagen, eingeteilt in Kategorien von A bis G, wobei A für energieeffizient und G für energieineffizient steht. Die Kategorie wird ermittelt, indem der Treibstoff-Normverbrauch und das Leergewicht in ein Verhältnis zueinander gesetzt werden.

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