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Helath-Special: Als Rauch und Bauch noch «in» waren

Manager der alten Garde (v.l.): Nikolaus Senn, ­Nicolas Hayek, Hans J. Bär.

Wie sich das Bild des erfolgreichen Managers über die Jahre verändert hat.

Veröffentlicht 21.08.2012

Der kugelrunde gütige Patron, im Stumpenqualm aus einem getäferten Büro mit Stuckdecke heraus regierend, immer einen guten Tropfen in der Schublade – ­es scheint ewig her, dass Chefs unter ­Ausdauersport vor allem ausufernde Businesslunchs verstanden. Im Buch «Seid umschlungen, Millionen» erinnert sich der 2011 verstorbene Banquier Hans J. Bär: «Die Mittagszeiten waren bis Ende der sechziger Jahre deutlich länger als heute. In England zogen sie sich bis zu drei Stunden hin, selbstverständlich begleitet von einem Grand cru, und es blieb nie bei einem Glas.» Klar, dass nach einem derart opulenten Mahl der ­Nachmittag etwas kürzer getaktet war: «Die Leute erschienen häufig nur noch im Büro, um die Post zu unterschreiben. Diese Déjeuners arrosés gehörten zu den Ritualen der City. Aber auch in ­Zürich kam niemand auf die Idee, Süssmost zu reichen oder Mineralwasser zu trinken …»

Heute sind die Lunches meist deutlich kürzer, statt US-Prime-Beef vom Wagen sind Salat und Säfte angesagt. Dem Rauchverbot an der Spitze scheint das Bauchverbot zu folgen. Qualmende Manager wie einst UBS-Präsident Nikolaus Senn oder der einstige UBS-Private-Banking-Chef Rodolfo Bogni – im 21. Jahrhundert schier undenkbar. Heute sind die Sportler in Charge: Management-Performer wie SBB-Chef Andreas Meyer, der Mitte August den 4107 Meter hohen Mönch bestieg (anschliessendes Pressetreffen wahlweise auf dem Jungfraujoch oder der Kleinen Scheidegg), Combat-­Jogger und CS-Chef Brady Dougan, Viertausender-Sammler und Ex-Handballer Heinz Karrer (CEO Axpo) oder der viel­fache Marathon-Finisher Anton Affentranger (CEO Implenia). Athleten geben den Takt an der Spitze vor.

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